Alevitentum
Die nach dem Tod des Propheten Mohammeds eintretende Spaltung des Islams erfolgte zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert. Während sich die - ebenfalls im Wege dieses Prozesses entstandenen - Hauptströmungen Sunnismus und Schiismus immer mehr annäherten, so entwickelte sich das Alevitentum anders. Es stellt eine naturverbundene, tolerante, weltoffene und Nächstenliebe ausstrahlende Konfession des Islam dar. Die Aleviten lehnen den Gesetzeskodex im orthodoxen Islam, die Scharia, ab. Ebenso wie die Sunna. Das sind Verhaltensformen und -techniken im orthodoxen Islam. Sie treten für Religionsfreiheit, Menschenrechte, Gleichberechtigung der Frau und Trennung von Staat und Religion ein. Außerhalb der Türkei ist das Alevitentum noch in Syrien, Albanien und Ägypten verbreitet.
