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Arbeitsrecht , 22.04.2014

Arbeitsrecht: Zigaretten geklaut- fristlose Kündigung!

Zigaretten, drei Schrauben oder Essen unbezahlt verzehren: Diebstähle am Arbeitsplatz von relativ geringwertigen Gegenständen führen bei vielen Arbeitgebern zur fristlosen Kündigung. Die Arbeitsgerichte bewerten die Wirksamkeit dieser Bagatellkündigungen unterschiedlich.

Zigaretten geklaut- Fristlose Kündigung wirksam!

Nach einem aktuellen Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm (Aktenzeichen 16 Sa 1629/13) ist eine fristlose Kündigung, die auf den Vorwurf der Mitwirkung an einem Zigarettendiebstahl gestützt wurde, wirksam.
Im zugrundeliegenden Fall wirft der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer vor, er habe im Getränkemarkt eine Neonröhre gewechselt und dabei den Blickwinkel der Kamera verändert, die auf den Kassenbereich gerichtet war. Er habe auch einen Karton auf den Kassenbereich gestellt, um die verbleibende Sicht der Kamera weiter zu beschränken. Anschließend habe er einen Eimer hinter die Kasse gestellt. Den Eimer habe er mit Zigarettenstangen befüllt, die er aus dem verschließbaren Aufbewahrungscontainer entnommen habe. Den Eimer habe er dann mit Papiermüll und einer Einkaufstüte abgedeckt. einige Minuten später habe er den Eimer in den hinteren Bereich des Getränkemarktes gebracht. Dort habe er die Zigaretten an eine andere Person übergeben. Nachdem der Arbeitgeber die Videoaufnahmen sichtete, erstattete er Anzeige gegen den Arbeitnehmer und sprach außerdem eine fristlose und hilfsweise fristgerechte Kündigung aus. Dagegen klagte der Arbeitnehmer. Er bestreitet die Vorwürfe und behauptet, er habe die Zigaretten nicht in den Eimer gelegt, sondern in ein Ablagerungsfach unter dem Ladentisch. Die Kamera habe er bei Austausch der Neonröhre nur zufällig berührt. Auch nach seinem Ausscheiden sei es zu weiteren Unregelmäßigkeiten im Zigarettenbestand gekommen.
Das Gericht hat Beweis erhoben und die Aufzeichnungen der Videokamera in Augenschein genommen. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme stand, insbesondere aufgrund zahlreicher "Ungereimtheiten" im Verhalten des Klägers zur Überzeugung des Gerichts fest, dass die gegen den Kläger gerichteten Vorwürfe zutreffen und die fristlose Kündigung wirksam ist.

Essen unbezahlt verzehrt- fristlose Kündigung!

Eine Bäckereiverkäuferin kann wegen unbezahlten Verzehrs zweier Omeletts und der Mitnahme eines belegten Brötchens fristlos gekündigt werden, entschied das Arbeitsgericht Neunkirchen (Aktenzeichen 2 Ca 856/11). Das Gericht sah es nach der Vernehmung von Zeugen als erwiesen an, dass die Klägerin zumindest ein Omelett selbst zubereitet und verzehrt sowie ein belegtes Brötchen nach der Arbeit mitgenommen hat, ohne diese Lebensmittel zu bezahlen. Die Kammer sah darin einen wichtigen Grund, der die Arbeitgeberin zur sofortigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses berechtigte.


Letzte Aktualisierung am 2016-12-22 13:30:08.0

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