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Infos zum Erbe

Verstirbt eine Person, so hinterlässt sie in der Regel ein Erbe in Form von Vermögen, Immobilien, Wertgegenständen, Bargeld oder einfach nur liebgewonnene Gegenstände aus der Familie, die innerhalb der Familie weitergegeben werden sollen. All diese Dinge werden normalerweise in einem Testament (letztwillige Verfügung) aufgeführt. Das heißt, der Verstorbene benennt zu Lebzeiten in seinem Testament die Personen, die im Erbfall als Erben (Nachlassnehmer) bedacht werden sollen. Das Nachlassgericht bestätigt im Rahmen der Testamentseröffnung die letztwillige Verfügung und erteilt einen Erbschein, mit dem sich der Erbe als rechtmäßiger neuer Eigentümer gegenüber Banken, Behörden und anderen Institutionen oder Unternehmen im Falle einer Veräußerung einer Immobilie legitimieren kann.

Im Erbfall steht die gesetzliche Erbfolge an erster Stelle

Hat der oder die Verstorbene kein Testament hinterlassen, gilt zunächst die gesetzliche Erbfolge. An erster Stelle stehen Ehegatten und Lebenspartner, gefolgt von den ehelichen und nichtehelichen leiblichen oder adoptierten Kindern, Enkel und Urenkeln. Ausgenommen sind Stief- und Ziehkinder. Sind keine dieser Personen vorhanden, folgen die Eltern und ihre direkten Nachkommen wie Bruder, Schwester und deren Kinder, Enkel und Urenkel. Ihnen folgen Großelter, Urgroßelter und deren Nachkommen in der Erbfolge.

Erbe ausschlagen

Natürlich hat jeder Erbe von Seiten des Gesetzes das Recht, den Nachlass abzulehnen wenn er beispielsweise befürchtet, dass der Nachlass überschuldet ist oder moralische Bedenken bestehen. Allerdings muss die Ablehnung innerhalb der gesetzlichen Frist von sechs Wochen nach Kenntnis des Erbfalls erfolgen. Wird diese Frist versäumt, gilt das Erbe als angenommen. Sofern der Erblasser im Ausland lebte oder sich im Todesfall im Ausland aufhielt, verlängert sich die Frist auf sechs Monate. Die Ablehnung des Erbes muss öffentlich oder durch einen Notar beglaubigt werden. Ist das Erbe einmal angenommen, kann es nicht nachträglich abgelehnt werden.

Das Recht auf einen Pflichtteil schränkt das Recht des Erblassers auf freie Entscheidung ein

Es kommt immer wieder vor, dass ein Erblasser einen Angehörigen von der Erbschaft ausschließen möchte. In diesem Fall tritt die gesetzliche Pflichtteilsregelung in Kraft. Das heißt, dass Kinder, Eltern, Ehegatten und Lebenspartner ein Pflichtteil in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils zusteht. In der Fachsprache wird dies auch Pflichtteilsanspruch genannt. Dieser kann nur in Form von Bargeld ausbezahlt werden. Die Erben können diesen Anspruch nicht durch Sachwerte abgelten noch kann der Pflichtteilsberechtigte Sach- oder sonstige Werte einfordern.

Findet sich kein Erbe, wird ein Nachlasspfleger eingesetzt

Verstirbt eine Person ohne Ehegatten, Lebenspartner oder sonstige Verwandte und ohne Testament, wird von Amtswegen ein Nachlasspfleger eingesetzt. Seine Aufgabe ist es, mögliche Erben ausfindig zu machen. Gelingt dies nicht, wird in den meisten Fällen eine Spezialfirma mit der Auflösung des Haushaltes beauftragt. Nach Abzug der Gebühren fällt der verbleibende Rest ebenso wie mögliches Barvermögen an den Staat. Dabei hat der Staat kein Recht auf Ausschlagung des Erbes oder Erbverzicht. Er haftet in jedem Fall den Gläubigern gegenüber bis zur Höhe des gesamten Nachlasses.

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Letzte Aktualisierung am 2016-06-02

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