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Nebenjob - Versteckspiel kann riskant sein!

Wer sein Einkommen aufbessern oder einfach einem Hobby nachgehen möchte, kann zusätzlich zu seiner Haupttätigkeit einen weiteren Job annehmen, einen Nebenjob. Immer mehr Deutsche tun das: Ob man nach Feierabend als Barmixer arbeitet, Nachhilfestunden gibt oder einen bezahlten Übungsleiterjob im Sportverein ausübt - Nebenjobs sind beliebt (es gibt sogar "ehrenamtliche" unbezahlte Nebenjobs). Aber sie ändern auch bestehende Verhältnisse. Zum Beispiel muss man mit Sicherheit darauf achten, was das Finanzamt zum zusätzlichen Verdienst sagt. Und natürlich kann der Hauptarbeitgeber mitbekommen, dass sich da etwas tut. Verbergen kann man einen Nebenjob schlecht; ein Versteckspiel ist auch nicht anzuraten. Denn eine Nebentätigkeit ist nicht ganz problemlos. Der Hauptarbeitgeber kann nämlich etwas dagegen haben.

Die meisten Arbeitgeber wollen über einen Nebenjob informiert sein

Prinzipiell gilt: Wer will, der darf. Unternehmen dürfen ihren Mitarbeitern die Aufnahme einer Nebentätigkeit / eines Nebenjobs nicht generell verbieten. Entsprechende Verbots-Formulierungen im Arbeitsvertrag sind nicht gültig, weil sie mit einem anderen Recht kollidieren: dem Recht auf freie Berufswahl. Trotzdem finden sich in vielen Arbeitsverträgen Klauseln, die den Arbeitnehmer zur Rücksprache mit dem Arbeitgeber verpflichten, bevor er einen Nebenjob eingeht. Derartige Klauseln sind statthaft. Sie reichen von einer Informationspflicht des Arbeitnehmers gegenüber seinem Chef bis hin zur Zustimmungspflicht für den Fall der Aufnahme einer Nebentätigkeit. Der Hauptarbeitgeber verlangt diese Zustimmung aus gutem Grund.

Geht gar nicht - wann und warum eine Nebentätigkeit nicht in Frage kommt

Es gibt gesetzliche und vertragliche Gründe, die eine Nebentätigkeit verbieten bzw. problematisch machen und zu Reibungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer führen können.
  • Vertragliche Gründe. Der Arbeitnehmer schuldet dem Arbeitgeber (gegen Arbeitslohn) eine durch den Arbeitsvertrag genauer definierte Leistung, auf die der Arbeitgeber einen Anspruch hat. Dass der Hauptjob-Arbeitgeber etwas dagegen hat, wenn der Nebenjob-Barmixer seine anstrengende Nachttätigkeit durch regelmäßigen Büroschlaf kompensiert, ist verständlich. Immerhin entsteht dem Arbeitgeber dadurch ein Schaden. Die Vernachlässigung der Arbeitspflicht kann ein Grund für eine Abmahnung oder gar eine Kündigung sein.
  • Gesetzliche Gründe
    Arbeitszeit: Bei der Arbeit muss der Gesundheitsschutz des Arbeitnehmers berücksichtigt werden. In Deutschland gelten daher Grenzen für die Höchstarbeitszeit, die durch einen zusätzlichen Nebenjob nicht verletzt werden dürfen (maximal zulässige Höchstarbeitszeit sind 10 Std./ Tag an 6 Tagen die Woche, allerdings nur vorübergehend, denn eine maximale Jahresarbeitszeit von 2.304 Std. darf nicht überschritten werden ). Der Hauptarbeitgeber ist auch für die Einhaltung dieser Vorschriften verantwortlich. Er kann daher einem allzu anstrengenden Nebenjob den Riegel vorschieben, sprich, ihn verbieten, wenn die Arbeitszeitgrenzen verletzt werden. Urlaub: Urlaub dient dazu, Arbeitskraft zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Immerhin zahlt der Arbeitgeber während dieser Zeit den Arbeitslohn weiter. Es darf den Chef also schon interessieren, wenn sein Arbeitnehmer während seiner Urlaubszeit eine anstrengende, an die Substanz gehende Tätigkeit ausübt.
    Krankheit: Wer krank ist, wird vom Arzt arbeitsunfähig geschrieben. Arbeitsunfähigkeit besteht immer für und im Hinblick auf die ausgeübte Tätigkeit. Eine Nebentätigkeit, die den Heilungsprozess nicht beeinträchtigt, sollte kein Problem sein (ein wegen eines gebrochenen Fußes krankgeschriebener Baggerfahrer könnte z.B. durchaus Nachhilfeunterricht geben). Tut sie es doch, drohen Sanktionen.
    Wettbewerbsverbot: Mit Sicherheit nicht im Interesse des Arbeitgebers und daher höchst problematisch sind Nebentätigkeiten, die dem Arbeitgeber Konkurrenz machen und daher zu einer Interessen- oder Pflichtenkollision führen könnten. In manchen Beschäftigungsbereichen sind Konkurrenztätigkeiten sogar gesetzlich verboten. Das Arbeitsrecht lässt Wettbewerbsverbote ausdrücklich zu (sogar noch nach dem Ausscheiden aus einem Job).

Informieren Sie sich, bevor Sie einen Nebenjob annehmen

Es wäre leichtsinnig, einen Nebenjob einfach so anzunehmen. Wer als Arbeitnehmer durch einen Nebenjob seine Vertragspflichten im Hauptjob verletzt, muss mit Sanktionen rechnen (Abmahnung oder Kündigung). Bei Konkurrenztätigkeiten kann die Kündigung sogar fristlos sein. Wer einen Nebenjob ausüben möchte, sollte also zunächst einen Blick in seinen Arbeitsvertrag werfen und sich die dort enthaltenen Klauseln ansehen. Wichtig: Bisweilen sind Vereinbarungen zu Nebentätigkeiten auch in einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung enthalten. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, fragt bei der Bewertung der arbeitsvertraglichen Details einen Anwalt. Bei uns finden Sie einen versierten Anwalt für Arbeitsrecht in Ihrer unmittelbaren Nähe!

Letzte Aktualisierung am 2017-01-18

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