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Muss es immer der TÜV sein?

Hauptuntersuchung und Sicherheitsprüfung

Der Gesetzgeber ordnet für alle Kraftfahrzeuge, die am Straßenverkehr teilnehmen, eine Hauptuntersuchung und Sicherheitsprüfung an. Nach der müssen alle Fahrzeuge, die zum Straßenverkehr zugelassen werden (oder sind), in regelmäßigen Abständen (unterschiedlich nach Nutzung / Typ) überprüft werden, ob sie noch für den Verkehr taugen. Bis in die Neunzigerjahre hatte der TÜV das alleinige Prüfmonopol für Kraftfahrzeuge. Heute ist dieses Monopol gefallen; mehrere (staatlich zugelassene) technische Überwachungs- und Prüfgesellschaften bieten ihre Dienste an. Verbraucher können frei entscheiden, an wen sie sich wenden möchten.

Ohne TÜV fährt es sich schlechter

Wer mit seinem Fahrzeug ohne gültige Hauptuntersuchung durch die Gegend fährt, riskiert so einiges. Neben dem landläufigen Bußgeld (bis zu 75 EUR bei mehr als 8 Monaten Frist-Überschreitung) und satten Punkte Flensburg (bis zu 2 Punkten) stellt man auch seinen Versicherungsschutz infrage oder zumindest den Regress der Versicherung im Falle eines Unfalles. "Ich dachte ich hätte noch zwei Monate" ist nicht unbedingt die frischeste Ausrede, wenn der Wachtmeister die fehlende Hauptuntersuchung moniert. Denn wer den TÜV-Stempel (Prüfplakette) auf seinem Nummernschild nicht entziffern kann, findet das Fälligkeitsdatum auch klar eingedruckt in seinem Fahrzeugschein.

Ergänzungsuntersuchung

Außerdem: Wer mehr als zwei Monate überschreitet, bekommt eine Ergänzungsuntersuchung aufgebrummt (eine erzieherische Maßnahme?). Der Prüf-Ingenieur schaut dann bei der fälligen Hauptuntersuchung besonders genau hin. Berechnen darf er für diese erweiterte Dienstleistung auch etwas mehr - nämlich rund 20 Prozent. Es empfiehlt sich also zu wissen, wann der fahrbare Untersatz wieder zur Prüfung ansteht. Und mal ganz im Ernst: Eigentlich profitieren wir alle davon, dass auf unseren Straßen (mit einer der höchsten Verkehrsdichten weltweit) keine unsicheren Fahrzeuge fahren dürfen.

Stichwort Gebrauchtwagen

Gerne werden Gebrauchtwagen mit "TÜV neu" angepriesen. Diese Werbung wurde einem Händler allerdings in einem Fall zum Verhängnis: Der Gebrauchtwagen war in einem so schlechten Zustand - und offensichtlich nicht TÜV-geprüft - dass er nach dem Kauf mehrmals liegen blieb. Die Richter am Bundesgerichtshof entschieden letztinstanzlich, dass die Käuferin keine Nacherfüllung akzeptieren muss. Sie kann sofort vom Kauf des Gebrauchtwagen zurücktreten (Aktenzeichen VIII ZR 80/14).

Drohen Ihnen Bußgelder? Besser gleich zum Anwalt

Bleiben Sie also auf dem Laufenden über Ihren nächsten TÜV- oder Dekra-Termin (wenn es Ihre Werkstatt nicht automatisch tut). Und lassen Sie sich gleich von einem Fachmann beraten, wenn Sie den Termin verschwitzt haben und ein Bußgeld oder andere Strafen wegen Ordnungswidrigkeit drohen. Kontaktieren Sie am besten jetzt gleich unverbindlich einen Anwalt für Verkehrsrecht in Ihrer Nähe!

Letzte Aktualisierung am 2016-05-12

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