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Vertrag kündigen: Kündigungsfristen, fristlos kündigen, Formalien

Welche Kündigungsfristen müssen beim Vertrag kündigen beachtet werden?

Um einen Vertrag wirksam zu kündigen, muss die vereinbarte Kündigungsfrist eingehalten werden. Bei Arbeitsverhältnissen gilt für den Arbeitnehmer in der Regel eine Kündigungsfrist von vier Wochen zum Ende des Monats oder zum 15. des Monats. Während der Probezeit kann die Kündigung des Arbeitsvertrags meist mit einer Kündigungsfrist von zwei Wochen ausgesprochen werden. Der Arbeitgeber muss die gesetzliche Kündigungsfrist je nach Länge der Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers einhalten. Soll ein Mietvertrag einer Immobilie gekündigt werden, gilt für den Mieter eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Für den Vermieter gilt eine Kündigungsfrist je nach Länge des Mietverhältnisses: Grundsätzlich drei Monate, nach fünf Jahren Mietverhältnis sechs Monate, nach acht Jahren Mietverhältnis neun Monate. Beim Handy- oder DSL-Vertrag gibt es individuell unterschiedliche Kündigungsfristen. In den meisten Fällen gilt jedoch bei einer Mindestvertragslaufzeit von einem Monat eine Kündigungsfrist von einem Monat zum Ende des Monats. Oder bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten beträgt die Kündigungsfrist drei Monate zum Ende der Laufzeit. Erfolgt bis zur Mindestvertragslaufzeit keine Kündigung wird der Vertrag in der Regel verlängert. So sieht es auch bei Zeitungsabos und Fitnessstudio-Verträgen gewöhnlich aus: Sie werden mit einer Mindestvertragslaufzeit abgeschlossen und verlängern sich automatisch um eine weitere Zeitspanne, wenn der Vertrag nicht gekündigt wird.

Wann kann man eine Vertrag fristlos kündigen?

Verträge können auch fristlos gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Dieser ist immer dann gegeben, wenn für eine Vertragspartei das Weiterführen des Vertrages nicht zumutbar ist. Dafür kommen je nach Vertragtyp ganz unterschiedliche Gründe in Betracht. Ein Arbeitsvertrag kann vom Arbeitgeber fristlos gekündigt werden, wenn der Arbeitnehmer etwa einen Diebstahl im Unternehmen begangen hat, wenn er Dienstgeheimnisse verraten hat, den Chef grob beleidigt oder bei Arbeitszeiten betrogen hat. In vielen Fällen wird aber vor der fristlosen Kündigung des Arbeitsvertrages eine Abmahnung notwendig sein. Arbeitnehmer können ihr Arbeitsverhältnis fristlos kündigen, wenn zum Beispiel Gehaltszahlungen von mindestens zwei Monatsgehältern ausstehen, Arbeitsschutz verletzt wurde oder sexuelle Belästigungen oder Mobbing am Arbeitsplatz vorgefallen sind. Auch ein Mietvertrag kann vom Vermieter und vom Mieter fristlos gekündigt werden, etwa wenn der Mieter mit Mietzahlungen im Verzug ist, Sorgfaltspflichten verletzt wurden oder der Mieter die Mietsache nicht nutzen kann. Auch hier steht in vielen Fällen vor der Vertragskündigung die Notwendigkeit einer Abmahnung. Der Vertrag mit dem Fitnessstudio kann in der Regel bei Krankheit fristlos gekündigt werden. Notwendig ist in diesem Fall ein ärztliches Attest, das die Krankheit und die daraus entstandene Unfähigkeit, das sportliche Angebot eines Fitnessstudios in Anspruch zu nehmen, bestätigt. Der Handy-Vertrag kann fristlos gekündigt werden, wenn etwa der Mobilfunkanbieter die Leistungen nicht erbringt. Aber auch hier muss dem Anbieter vor der Kündigung die Möglichkeit der Nachbesserung gegeben werden. Versicherungsverträge können fristlos gekündigt werden, wenn sich die Beiträge der Versicherung erhöhen, die versicherte Sache veräußert wird, oder auch immer dann, wenn ein Versicherungsfall eintritt.

Unser Tipp: Experten zu Rate ziehen!

Je nach Vertragstyp gibt es beim Vertrag kündigen ganz unterschiedliche Kündigungsgründe, Formalien und Kündigungsfristen zu beachten. Mit der Unterstützung durch einen Rechtsanwalt wird der Vertrag sicher und rechtswirksam gekündigt.

Letzte Aktualisierung am 2017-06-20

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