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Badeunfall am Baggersee – Wer haftet?

Badeunfall am Baggersee – Wer haftet? © splitshire.com

Baden am Baggersee ist im Sommer für viele Menschen ein großer Freizeitspaß. Doch das Baden in einem Baggersee birgt auch Gefahren, die immer wieder zu Badeunfällen mit erheblichen gesundheitlichen und damit auch finanziellen Folgen führen. Lesen Sie mehr …

Kopfsprung in einen Baggersee – Wer haftet für Verletzungen?


Ein junger Mann fuhr im Sommer mit seinen Freunden zu einem Baggersee, an dessen Ufer fünf Warnschilder darauf hinweisen, dass das Baden im See verboten ist. Der junge Mann rannte vom Ufer aus los und machte einen Kopfsprung ins Wasser. Da der Baggersee an dieser Stelle nicht tief genug war, verletzte sich der Mann und trug eine Querschnittslähmung davon. Er verklagte daraufhin die Kommune auf Schmerzensgeld in Höhe von 70.000 Euro.
Zu Unrecht, entschied letztinstanzlich der Bundesgerichtshof ( Aktenzeichen III ZR 331/14), indem er eine Nichtzulassungsbeschwerde des Mannes zurückwiesen. In den vorherigen Instanzen war die Klage abgelehnt worden. Die Kommune treffe keine Verletzung einer Verkehrssicherungspflicht. Sie habe ausreichend Warnschilder aufgestellt, weitere Sicherungsmaßnahmen habe es nicht bedurft. Menschen, die trotz der Warnungen im Baggersee baden, würden dies auf eigene Gefahr machen. Der junge Mann hat entgegen des Badeverbotes und ohne vorher das Gewässer zu prüfen seinen Kopfsprung ins Wasser gemacht, ermusste von der Gefährlichkeit dieses Tuns ausgehen.

Fußsohle an Metallrampe verbrannt – Muss Gemeinde haften?



Eine Metallrampe am Zugang zum Badesee hatte sich so durch die Sonneneinstrahlungen erhitzt, dass sich ein dreijähriges Mädchen die Fußsohlen verbrannte. Seine Eltern verklagten die Gemeinde auf Schadensersatz. Zu Recht, entschied das Landgericht Coburg (Aktenzeichen 23 O 457/16). Die Gemeinde habe bei dem von ihr betriebenen Badesee ihre Verkehrsicherungspflichten verletzt. Kinder können die Gefahr von erhitzten Metallplatten nicht erkennen- dies hätte die Gemeinde bedenken müssen. Sie könne ihre Haftung auch nicht aufgrund einer Satzung auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränken. Das Landgericht Coburg verurteilte die Gemeinde zur Zahlung von Schmerzensgeld und Schadensersatz.

Unerlaubtes Baden am Baggersee – Wer haftet für Schäden?


Ein Grundstückeigentümer eines privaten Seegrundstücks muss nicht für Schäden haften, die ein Junge erlitt, weil er verbotenerweise auf dem Seegrundstück von einem baufälligen Badesteg in den Baggersee fiel und sich dabei massive Verletzungen an der Wirbelsäule zu zog. Dies entschied das Oberlandesgericht Bamberg (Aktenzeichen6 U 23/09 ) im Fall eines dreizehnjährigen Kindes, dass sich ohne Erlaubnis Zutritt zu einem Seegrundstück verschafft hatte. Dort kletterte es auch einen maroden Badesteg und fiel ins relativ flache Wasser des Baggersees. Aufgrund der gesundheitlichen Schäden, die das Kind davon trug, verlangte es vom Eigentümer des Seegrundstücks 20.000 Euor Schmerzensgeld. Zu Unrecht, entschied das Oberlandesgericht Bamberg und führt in seiner Entscheidung aus, dass der Eigentümer des Seegrundstücks nicht für den Unfall des Kindes verantwortlich sei. Zunächst scheide eine Verantwortlichkeit für den maroden Badesteg deshalb aus, weil der Eigentümer diesen nicht selbst gebaut habe. Außerdem sei die Gefahr, die von dem baufälligen Steg ausgegangen sei, für jeden Menschen- auch für ein Kind- erkennbar gewesen. Es bedürfe kein Verbotsschild, dass man fremde Grundstücke nicht betreten darf. Das hätte das Kind auch so wissen müssen, so die Bamberger Richter.



Letzte Aktualisierung am 2017-06-05 15:48:43.0

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