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Wirtschaftsrecht , 03.12.2007

Bei „kostenlosen“ Girokonten auf das Kleingedruckte achten!

Schenkt man den Werbebotschaften der Banken Glauben, so gehören Kontoführungsgebühren inzwischen der Vergangenheit an: kaum eine Bank, die nicht ein kostenloses Girokonto für Privatkunden im Angebot hat. Doch in den seltensten Fällen bedeutet kostenlos hier tatsächlich gebührenfrei.

Schenkt man den Werbebotschaften der Banken Glauben, so gehören Kontoführungsgebühren inzwischen der Vergangenheit an: kaum eine Bank, die nicht ein kostenloses Girokonto für Privatkunden im Angebot hat. Doch in den seltensten Fällen bedeutet kostenlos hier tatsächlich gebührenfrei.

So erhebt beispielsweise die Postbank für ihr „Giro plus“-Konto eine monatliche Gebühr von 5,90 Euro, wenn nicht mindestens 1.250 Euro im Kalendermonat auf das Konto eingehen. Das „0-Euro-Girokonto“ der Commerzbank kostet stolze 7,90 Euro im Monat, wenn kein Geldeingang von mindestens 1.200 Euro vorliegt. Bescheidener gibt sich die Dresdner Bank: sie verlangt für das „PrivatKonto Basis“ einen Mindestgeldeingang von 650 Euro, ohne den das „Konto für unglaubliche 0 Euro“ mit 2,75 Euro pro Monat zu Buche schlägt. Die HypoVereinsbank bietet gleich zwei kostenlose Girokonten an. Das „HVB WillkommensKonto“ ist an einen Sparplan geknüpft, der mit monatlich 25 Euro bespart werden muss. Kommt nicht regelmäßig Geld auf das Girokonto oder sinkt die Sparrate unter 25 Euro, fallen monatlich 7 Euro Gebühr an. Das „HVB GirokontoPlus“ hingegen ist erst ab einem Mindestguthaben von 1.500 Euro im Quartal kostenlos, ansonsten zahlt der Kontoinhaber monatlich 5 Euro.

Ein kontinuierliches Durchschnittsguthaben von 2.500 Euro setzt die Citibank für ihr „CitiBest“-Konto voraus. Liegt das Guthaben – wobei hier auch Sparguthaben, Depots und Kreditkarten mitgezählt werden – drei Monate hintereinander unter dieser Summe, wird der Kunde in ein anderes Kontomodell zurückgestuft, bei dem mindestens 6,60 Euro monatliche Gebühren anfallen. Eine positive Ausnahme unter den privaten Filialbanken ist auf den ersten Blick die Norisbank. Die Deutsche Bank-Tochter knüpft zwar keinerlei Bedingungen an die kostenlose Führung ihres Girokontos, jedoch lässt sie sich Dienstleistungen, die der Kunde nicht in Selbstbedienung oder via Onlinebanking erledigen kann, mit teils drastische Gebühren bezahlen.

Die Sparkassen folgen meist dem Modell der Privatbanken und ermöglichen eine kostenlose Kontoführung erst bei Geldeingängen von über 1.000 Euro, während die Volks- und Raiffeisenbanken Kontogebühren überwiegend an ein bestimmtes Mindestguthaben knüpfen. Auch die genossenschaftlichen Sparda-Banken stellen meist Bedingungen für ein gebührenfreies Konto. Die Sparda-Bank Berlin beispielsweise setzt einen monatlichen Lohn-, Gehalts- oder Renteneingang in beliebiger Höhe sowie den Erwerb eines Genossenschaftsanteils voraus. Selbst Direktbanken verzichten nicht immer auf Gebühren. So wirbt die comdirect bank zwar damit, ihren Kunden monatlich einen Euro auf ihrem Girokonto gutzuschreiben, doch die monatliche Pauschale von 4,90 Euro entfällt erst ab einem Geldeingang von 1.250 Euro. Tatsächlich kostenlose Girokonten hingegen bieten die Direktbanken ING-Diba, DKB und 1822direkt.

Die Verbraucherzentrale Thüringen rät: Nicht allein die monatlichen Fixkosten sollten bei der Wahl des Girokontos ausschlaggebend sein. Auch andere Aspekte wie die Dichte des Filial- und Geldautomatennetzes, die Kosten für Überweisungen, Daueraufträge und Kreditkarten oder – wenn gewünscht – die Qualität der persönlichen Beratung sollten in die Entscheidung einbezogen werden.

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