Logo anwaltssuche.de
Erbrecht , 13.05.2014

Erbschaftssteuerrecht: Erhalten Verwandte den Pflegefreibetrag für Pflegeleistungen?

Grundsätzlich gilt, dass jeder, der aus einer Erbschaft etwas erwirbt, der Erbschaftsteuer unterliegt. Allerdings kann neben persönlichen Freibeträgen zusätzlich ein Pflegefreibetrag gewährt werden. Dabei stellt sich die Frage, ob auch Verwandte in gerader Linie, also vor allem Kinder des Erblassers, die ihre Eltern gepflegt haben, den Freibetrag beanspruchen dürfen.

Zu dieser Frage hat sich das Bayerische Landesamt mit Verfügung vom 12.03.2014 (S 3812.1.1 - 1/12 St 34) geäußert.

Bis zu 20.000 Euro können abgezogen werden!
Hat ein Erbe den Erblasser vor dessen Tod unentgeltlich oder gegen unzureichendes Entgelt gepflegt, darf er einen Pflegefreibetrag von bis zu 20.000 Euro von seinem erbschaftsteuerpflichtigen Erwerb abziehen. Erben steht kein Pflegefreibetrag zu, wenn sie gegenüber dem Erblasser gesetzlich zur Pflege oder zum Unterhalt verpflichtet waren. Eine Pflegeverpflichtung und/oder Unterhaltsverpflichtung besteht gegenüber Ehegatten, Lebenspartnern und Verwandten in gerader Linie, zu denen u.a. Eltern gehören. Danach kann der Freibetrag Kindern, die ihre Eltern gepflegt haben, nicht gewährt werden. Denn für sie besteht eine gesetzliche Unterhaltspflicht.

Pflege des Erblassers muss freiwillig erfolgt sein
Voraussetzung für die Entstehung der Unterhaltspflicht ist allerdings die Bedürftigkeit der zu pflegenden Person. Diese ist gegeben, wenn der Pflegebedürftige vermögenslos ist. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Ist der Erblasser nicht bedürftig, besteht keine gesetzliche Unterhaltsverpflichtung.

Pflegefreibetrag bei Verwandten möglich, wenn sie nicht unterhaltspflichtig sind
Der Abzug des Pflegefreibetrags ist bei Verwandten in gerader Linie somit nicht von vornherein ausgeschlossen. Sofern der Gepflegte mit seinem eigenen Vermögen in der Lage gewesen wäre, die Kosten für einen Pflegedienst zu tragen, war die Verwandtschaft nicht zur Pflege verpflichtet. Übernimmt sie die Pflege trotzdem, kann der Pflegefreibetrag beansprucht werden. Denn die Pflege stellt in einem solchen Fall ein freiwilliges Opfer des Erben dar, das im Wege der Steuerbefreiung honoriert werden soll.

Wie hoch der Betrag ausfällt, richtet sich nach dem Wert der zuvor erbrachten Pflegeleistung. Ein Anwalt kann über die verschiedenen Freibeträge aufklären. So kann bares Geld gespart werden!



Rechtsanwalt GKS Rechtsanwälte
Rechtsanwaltkanzlei mit Vertretung in allen klassischen Rechtsgebieten für private und gewerbliche Mandanten
Morianstr. 3, 42103 Wuppertal
Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Erben & Vererben
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Erbrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.0 / 5 (38 Bewertungen)

Bitte Ort anklicken oder erweitertes Suchformular verwenden

A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T U V W Z Ü
Erbrecht Bad Bergzabern Erbrecht Bad Homburg vor der Höhe Erbrecht Bad Kissingen Erbrecht Bad Segeberg Erbrecht Bad Wörishofen Erbrecht Baden Baden Erbrecht Baienfurt Erbrecht Baiersbronn Erbrecht Baiersdorf Erbrecht Balingen Erbrecht Ballenstedt Erbrecht Bammental Erbrecht Bautzen Erbrecht Bayreuth Erbrecht Benediktbeuern Erbrecht Bergfelde Erbrecht Bergheim Erbrecht Bergkirchen Erbrecht Berlin Erbrecht Berlin Charlottenburg Erbrecht Berlin Friedrichshain Erbrecht Berlin Hellersdorf Erbrecht Berlin Hohenschönhausen Erbrecht Berlin Köpenick Erbrecht Berlin Kreuzberg Erbrecht Berlin Lichtenberg Erbrecht Berlin Marzahn Erbrecht Berlin Mitte Erbrecht Berlin Neukölln Erbrecht Berlin Pankow Erbrecht Berlin Prenzlauer Berg Erbrecht Berlin Reinickendorf Erbrecht Berlin Schöneberg Erbrecht Berlin Spandau Erbrecht Berlin Steglitz Erbrecht Berlin Tempelhof Erbrecht Berlin Tiergarten Erbrecht Berlin Treptow Erbrecht Berlin Wedding Erbrecht Berlin Weißensee Erbrecht Berlin Wilmersdorf Erbrecht Berlin Zehlendorf Erbrecht Bernau bei Berlin Erbrecht Bielefeld Erbrecht Bielefeld Brackwede Erbrecht Bielefeld Mitte Erbrecht Birkenfeld Erbrecht Bischofswerda Erbrecht Blankenburg Erbrecht Blankenfelde Erbrecht Böblingen Erbrecht Bocholt Erbrecht Bochum Erbrecht Bochum Mitte Erbrecht Bochum Süd Erbrecht Bochum Südwest Erbrecht Bochum Wattenscheid Erbrecht Bonn Erbrecht Bonn Bad Godesberg Erbrecht Bonn Stadtbezirk Erbrecht Borken Erbrecht Borsdorf Erbrecht Bottighofen Erbrecht Braunschweig Erbrecht Brauweiler Erbrecht Bremen Erbrecht Bremen Mitte Erbrecht Bremen Nord Erbrecht Bremen Ost Erbrecht Bremen Süd Erbrecht Bremen West Erbrecht Bremerhaven Erbrecht Bretten Erbrecht Bruchsal Erbrecht Brühl Erbrecht Bubenreuth Erbrecht Buchholz Erbrecht Bünde Erbrecht Burghausen Erbrecht Burgwedel
weitere Orte >>>
Erbrecht Quedlinburg
weitere Orte >>>
Erbrecht Ulm
weitere Orte >>>
Erbrecht Überlingen
weitere Orte >>>

Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Pflegeversicherungsrecht 26.04.2017
Das Pflegegeld aus der Pflegeversicherung steht Hilfebedürftigen zu, die damit ihre eigene häusliche Pflege organisieren sollen. Es ist als eine Art Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Pfleger und Angehörige gedacht.
26.11.2015
Die Pflegeversicherung gehört zu den gesetzlichen Sozialversicherungen. Sie ist eines der sozialen Sicherungssysteme, das Härten abfedern helfen und Kosten übernehmen soll, die manche Menschen nicht alleine aufbringen können.
Kategorie: Anwalt Betreuungsrecht 02.02.2017
Wenn die häusliche Situation für ein Kind problematisch ist oder die Eltern mit ihren Erziehungsaufgaben nicht zurecht kommen, bietet eine Pflegschaft wichtige Unterstützung. Die kann als kurzfristige oder dauerhafte Hilfeleistung angelegt sein.
Kategorie: Anwalt Erbrecht 16.06.2016
Wenn Sie zu Lebzeiten entscheiden möchten, wer Ihr Erbe erhalten soll, können Sie das auf verschiedene Weise tun. Eine Möglichkeit ist es, ein Testament aufzusetzen. Bei der Erstellung oder Prüfung eines bestehenden Testaments bietet ein Anwalt entscheidende Hilfe.
Kategorie: Anwalt Erbrecht GKS Rechtsanwälte 2014-01-29 (648 mal gelesen)

Der Pflegefreibetrag im Erbschaftsteuergesetz ist nicht abhängig von der Pflegebedürftigkeit des gepflegten Erblassers. Er kann demnach auch ohne Zuordnung zu einer Pflegestufe gewährt werden, wenn die Pflegeleistungen regelmäßig und über eine längere Dauer erbracht worden sind. Dies geht aus dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 11.09.2013 (Az.: II R 37/12) hervor.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.4 / 5 (20 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Erbrecht Angelika Ehlers 2017-02-06 (454 mal gelesen)

In vielen Familien werden pflegebedürftige Menschen durch ihre Angehörigen gepflegt, um ihnen einen Heimaufenthalt zu ersparen. Erfolgt diese Pflege durch einen Abkömmling, unentgeltlich und in besonderem Maße, so steht unter Umständen diesem pflegenden Kind, sofern die gesetzliche Erbfolge eintritt, für die erbrachten Leistungen ein Ausgleichsanspruch gegen die übrigen Abkömmlinge zu.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.806451612903226 / 5 (31 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Versicherungsrecht 2008-11-05 (275 mal gelesen)

Wer einen nahen Angehörigen, beispielsweise einen Elternteil, seinen Ehegatten oder ein Kind zuhause pflegt, kann sich seit 1.7. 2008 in einer Akutsituation bis zu 10 Tage unentgeltlich von der Arbeit freistellen lassen.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.625 / 5 (16 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Sozialrecht 2012-01-23 (463 mal gelesen)

Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter. Und mit dem Alter nimmt auch die Pflegebedürftigkeit zu. Laut Statistischem Bundesamt leben in Deutschland rund 2,4 Millionen Pflegebedürftige. Der geringere Anteil davon wird in Pflegeheimen betreut. Mehr als zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden täglich durch Familienangehörige gepflegt.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.148148148148148 / 5 (27 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Erbrecht Renate Winter 2009-10-23 (330 mal gelesen)

Neuregelung im Erbrecht

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.1 / 5 (10 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Erbrecht 2013-04-25 (1602 mal gelesen)

Bei der gesetzlichen Erbfolge wird davon ausgegangen, dass der Erblasser sein Vermögen den Menschen vererben möchte, die ihm familiär am nächsten stehen: der Ehegatte, die Kinder und die übrigen Verwandten.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.8852459016393444 / 5 (122 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Erbrecht 2012-08-29 (915 mal gelesen)

Hat ein Verstorbener weder ein Testament noch ein Erbvertrag hinterlassen, dann kommt die gesetzliche Erbfolge zum Zuge. Das Gesetz geht in diesem Fall davon aus, dass der Erblasser sein Vermögen den Menschen vererben möchte, die ihm familiär am nächsten stehen: der Ehegatte, die Kinder und die übrigen Verwandten. Hat der Erblasser per letztwilliger Verfügung nur über einen Teil seines Nachlasses bestimmt, dann gilt für den übrigen Teil auch die gesetzliche Erbfolge.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.824561403508772 / 5 (57 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Familienrecht 2011-08-23 (516 mal gelesen)

In einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Postbank kommt es bei jeder sechsten Erbschaft (17 %) in Deutschland zu Streit. Dabei wurde in annähernd ¾ aller Fälle (73 %) als Grund für den Erbschaftsstreit genannt, dass sich einzelne Erben benachteiligt fühlten. Dies muss nicht die ?böse Absicht? des Erblassers gewesen sein. Denn hinterlässt dieser kein Testament, gilt die gesetzliche Erbfolge.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.8333333333333335 / 5 (30 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Erbrecht 2009-04-23 (94 mal gelesen)

Am 01.01.2009 ist die Reform der Erbschaftsteuer in Kraft getreten. Während engste Familiengehörige wie Kinder und Enkel von der Reform begünstigt wurden, müssen insbesondere entferntere Verwandte, Familienfremde und Immobilienerben seitdem sehr viel tiefer in die Tasche greifen.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.3333333333333335 / 5 (3 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Erbrecht 2009-05-07 (508 mal gelesen)

Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 22.08.2008 ist eine Verfügung von Todes wegen nicht schon deshalb sittenwidrig, weil zwischen dem Erblasser und der Bedachten ein außereheliches Liebesverhältnis bestanden hat, gleichgültig, ob einer der beiden oder beide verheiratet waren.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.7037037037037037 / 5 (27 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Erben & Vererben

Suche in Fachbeiträgen