Logo anwaltssuche.de
Familienrecht ,

Erhöhte Unterhaltsansprüche nach Scheidung

Stellt ein Ehepartner nach der Hochzeit beispielsweise auf Grund der Geburt eines Kindes seine Karriere hinten an, so kann er oder sie im Falle einer Scheidung grundsätzlich unbefristet Unterhaltsansprüche vom Ex-Partner wegen so genannter "ehebedingter Nachteile" fordern.

Erhöhte Unterhaltsansprüche nach der Scheidung wegen "ehebedingter Nachteile"
Stellt ein Ehepartner nach der Hochzeit beispielsweise auf Grund der Geburt eines Kindes seine Karriere hinten an, so kann er oder sie im Falle einer Scheidung grundsätzlich unbefristet Unterhaltsansprüche vom Ex-Partner wegen so genannter "ehebedingter Nachteile" fordern.
Zahlt der Ex-Partner nicht, oder meint er, nur zu befristeter Zahlung verpflichtet zu sein, so kann er gerichtlich zur (unbefristeten) Leistung verurteilt werden - wie ein neueres Urteil des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe nun bestätigte (Az.: XII ZR 108/09).

Änderung der Rollenverteilung in der Ehe: Nachteile werden mit Unterhalt ausgeglichen
Geklagt hatte im aktuellen Fall eine Frau, die nach der Hochzeit im Jahre 1987 und nach der Geburt eines ehelichen Kindes im Jahre 1988 ihre Festanstellung in einem Großkonzern aufgegeben hatte, um sich daraufhin neben teilweiser selbstständiger Tätigkeit und teilweiser Tätigkeit im Angestelltenverhältnis um die Erziehung des Kindes kümmern zu können.
Im Verfahren um nachehelichen Unterhalt forderte die Klägerin vor dem zunächst zuständigen Amtsgericht von ihrem Ex-Mann eine angemessene Unterhaltszahlung und bekam monatlich 600,00EUR zugesprochen.
Diese Abweichung vom Grundsatz, dass nach einer Scheidung jeder Partner für seinen eigenen Unterhalt zuständig ist, erachtete das Gericht für angemessen, da das aktuelle Einkommen der Klägerin unter dem liege, welches sie wahrscheinlich heutzutage erhalten würde, wenn sie sich nicht der Kindererziehung gewidmet hätte.


Ex-Mann zog erfolglos durch die Instanzen
Der Ex-Ehemann, der sich mit diesem Urteil nicht zufrieden geben wollte, legte gegen das Urteil Berufung zum nächsthöheren Oberlandesgericht ein, welches jedoch abermals der Ex-Ehefrau Recht gab. Auch die Revision des Bundesgerichtshofes blieb für den unterhaltsverpflichteten Ex-Ehemann erfolglos: Durch die in der Ehe praktizierte Rollenverteilung im konkreten Falle seien der Ehefrau finanzielle Nachteile entstanden, die nun nach der Scheidung durch den Ex-Mann ausgeglichen werden müssten.
Wichtig ist dabei vor allem, dass die Unterhaltsverpflichtung aufgrund ehebedingter Nachteile zeitlich unbefristet besteht.

Es kommt nicht auf das Einverständnis des Ehegatten an
Zudem stellte der BGH grundsätzlich klar, dass eine Änderung der praktizierten Rollenverteilung innerhalb einer Ehe, aus der später Unterhaltsansprüche wegen ehebedingter Nachteile entstehen könnten, nicht vom Einverständnis des jeweils anderen Ehegatten abhänge.
Wer sich innerhalb der Ehe dazu entschließe, einen Job für die Kindererziehung aufzugeben, muss sich demnach nicht die Einwilligung des Ehepartners einholen. Dies bedeutet auch, dass Unterhaltsverpflichtungen mit dem Einwand, dass eine Einwilligung zur Aufgabe des Jobs nicht gegeben worden sei, nicht abgewehrt werden können.

Bestehen Unterhaltsansprüche? Gang zum Rechtsanwalt schafft Klarheit
Wer eine Scheidung beantragen will, braucht dafür rechtlich zwingend die Unterstützung eines Rechtsanwaltes. Im Gespräch mit seinem Mandanten werden dabei auch sämtliche Anhaltspunkte "abgeklopft", die zu einer Unterhaltsverpflichtung des Ehegatten führen könnten. Hier empfiehlt sich der Gang zum Fachanwalt für Familienrecht: Aufgrund nachgewiesen vertiefter Kenntnisse im Scheidungs- und Unterhaltsrecht kann dieser im Falle einer Scheidung alle unterhaltsbegründenden Aspekte unter Beachtung der aktuellsten Rechtsprechung vortragen und somit das im Einzelfall bestmögliche Ergebnis vor Gericht erreichen.


Rechtsanwalt GKS Rechtsanwälte
Morianstr. 3, 42103 Wuppertal
gelistet in: Wuppertal
Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Ehe & Familie
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Familienrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

4.7 / 5 (3 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Familienrecht 25.04.2016
Viele Menschen möchten sich zwar scheiden lassen, vermuten aber immense Scheidungskosten. Dies kann, muss aber nicht der Fall sein. Mit einem guten Experten an der Seite lassen sich meist auch belastende Folgeschäden im Zaum halten.
Kategorie: Anwalt Familienrecht 21.04.2016
Scheidung - per mouseclick - einfach gemacht. Unkompliziert, schnell, günstiger geht nicht. So stellen es Rechtsanwälte und Kanzleien zigfach im Internet dar. Wie funktioniert eine Online-Scheidung und wann stellt sie eine gute Alternative dar?
Kategorie: Anwalt Familienrecht 26.04.2016
Wer sich zur Ehescheidung entschließt, blickt häufig auf eine emotional sehr angespannte Zeit zurück. Viele Menschen haben jetzt nur noch einen Wunsch: Schnell den ganzen Papierkram abwickeln. Doch: Wie geht "sich scheiden lassen" und mit welchen Folgen muss man rechnen?
Kategorie: Anwalt Familienrecht    (180 mal gelesen)

Jede dritte Ehe wird in Deutschland geschieden. Große Verunsicherung herrscht bei den scheidungswilligen Ehepaaren oft hinsichtlich des Ablaufs eines Scheidungsverfahrens. Wir haben Ihnen nachfolgend den rechtlichen Gang einer Scheidung dargestellt.

3.1 / 5 (13 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Familienrecht    (99 mal gelesen)

Jede dritte Ehe wird laut statistischem Bundesamt derzeit in Deutschland geschieden. Eine Ehe kann rechtlich grundsätzlich nur durch eine Scheidung beendet werden. Wir haben Ihnen die Voraussetzungen für eine Ehescheidung zusammengestellt:

3.2 / 5 (4 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Familienrecht    (79 mal gelesen)

In Deutschland werden laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden knapp 40 % der Ehen wieder geschieden. Die Standesbeamten fordern nun, künftig nicht mehr nur die Ehen zu trauen, sondern auch einvernehmliche Scheidungen vornehmen zu dürfen. Das sei nicht nur schneller, sondern auch billiger.

5.0 / 5 (2 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Familienrecht    (168 mal gelesen)

Scheidungsvereinbarung - der Weg zur nervenschonendsten und kostengünstigsten Scheidung

4.2 / 5 (6 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Familienrecht    (50 mal gelesen)

Ein Anspruch auf Unterhalt kann auch noch nach der Scheidung wegen sog. ehebedingter Nachteile bestehen, z.B. wenn ein Ehegatte seinen Arbeitsplatz während der Ehe aufgegeben hat. Grundsätzlich ist hierfür nicht von Bedeutung, ob der unterhaltspflichtige Ehegatte damit einverstanden war oder nicht.

4.2 / 5 (4 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Familienrecht Kerstin Herms    (183 mal gelesen)

Seit einer ab 2008 geltenden Gesetzesänderung bekommt nach einer Scheidung der finanziell schwächere oder nicht erwerbstätige Teil grundsätzlich nicht mehr lebenslang nachehelichen Unterhalt.

4.0 / 5 (8 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Familienrecht    (48 mal gelesen)

Ob und unter welchen Voraussetzungen ein Unterhaltsanspruch des Unterhaltsberechtigten nach einer Scheidung zu befristen ist, führt unter den Geschiedenen häufig zu heftigem Streit.

3.0 / 5 (1 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Steuerrecht GKS Rechtsanwälte    (361 mal gelesen)

Die Neuregelungen zur Privatinsolvenz treten bald in Kraft. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, sollte überprüfen lassen, ob eine Privatinsolvenz nach "neuem Recht" oder eine Privatinsolvenz nach "altem Recht" besser für ihn ist. Beide Varianten haben entscheidende Vor- und Nachteile!

3.5 / 5 (2 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Familienrecht    (137 mal gelesen)

Der Deutsche Bundestag hat die Reform des Unterhaltsrechts verabschiedet. Das neue Unterhaltsrecht soll zum 1. Januar 2008 in Kraft treten. Zu den Regelungen im Einzelnen ...

4.6 / 5 (7 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Familienrecht    (118 mal gelesen)

Unterhaltsanspruch der nicht verheirateten Kindesmutter beurteilt sich allein nach deren Lebensstellung (§ 1615 l Abs. 2 BGB).

4.5 / 5 (2 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Ehe & Familie
Suche in Fachbeiträgen