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Arbeitsrecht , 04.09.2012

Form und Inhalt eines Arbeitszeugnisses: Was ist gehört rein und was ist nicht erlaubt?

Am Ende eines Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer ein Recht darauf vom Arbeitgeber ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zu erhalten. Nicht immer ist der Arbeitnehmer begeistert von dem was er darin liest. Wir haben Urteile zusammengestellt, aus denen hervorgeht, was im Arbeitszeugnis stehen muss und welche Formulierungen der Arbeitnehmer nicht hinnehmen braucht.

Am Ende eines Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer ein Recht darauf vom Arbeitgeber ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zu erhalten. Nicht immer ist der Arbeitnehmer begeistert von dem was er darin liest. Wir haben Urteile zusammengestellt, aus denen hervorgeht, was im Arbeitszeugnis stehen muss und welche Formulierungen der Arbeitnehmer nicht hinnehmen braucht.

Zunächst ist zur äußeren Form des Arbeitszeugnisses festzustellen, dass der Arbeitgeber hierfür Geschäftspapier verwenden muss. Dies hat das Bundesarbeitsgericht ( AZ 5 AZR 182/92) schon im Jahr 1992 festgestellt. Der Arbeitnehmer muss ein Arbeitszeugnis, dass vom Arbeitgeber zweimal gefaltet wurde hinnehmen. Er hat keinen Anspruch darauf, dass ihm das Zeugnis ungefaltet im DIN A4 Umschlag zu geht ( BAG AZ 9 AZR 893/98).

Inhaltlich muss zunächst klar gestellt werden, dass es dem Arbeitgeber obliegt die Leistungen des Arbeitnehmers zu beurteilen und zu entscheiden welche Leistungen er besonders im Arbeitszeugnis erwähnt, oder eben nicht. Selbstverständlich muss die Beurteilung der Arbeitsleistungen wahrheitsgemäß erfolgen. Die Formulierungen im Arbeitszeugnis müssen klar sein, dass bedeutet das mit der gewählten Formulierung keine andere als aus der äußeren Form oder dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer getroffen werden darf.

Die Formulierung „kennen gelernt“ ist allerdings nach einer aktuellen Entscheidung des Bundesarbeitsgericht ( AZ 9 AZR 386/10) keine verschlüsselte abwertende Aussage über einen Arbeitnehmer. Im zu entscheidenden Fall sah ein Arbeitnehmer in der Formulierung „Wir haben den Kläger als sehr interessierten und hochmotivierten Mitarbeiter kennen gelernt, der stets eine sehr hohe Einsatzbereitschaft zeigte“ eine negative Aussage. Seiner Meinung nach erwecke der Begriff „ kennen gelernt“ negative Eindrücke in der Arbeitswelt. Diese Auffassung wurde vom Bundesarbeitsgericht nicht bestätigt.

Ein Arbeitnehmer hat keinen Anspruch auf eine bestimmte Schlussformulierung im Arbeitszeugnis. Dies stellte das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg ( AZ 21 Sa 74/10) im Fall eines Arbeitnehmers fest, nach dessen Auffassung der Satz "Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute" zu kurz sei und in "Wir bedanken uns für die langjährige Zusammenarbeit und wünschen ihm für seine private und berufliche Zukunft alles Gute" abgeändert werden sollte .

Ein Arbeitgeber ist an sein einmal erteiltes Arbeitszeugnis gebunden. Nachträgliche Änderungen sind nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts ( AZ 9 AZR 352/04) nicht erlaubt.

Hinweis: Geht das Zeugnis auf dem Postweg verloren, hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein neues Arbeitszeugnis. Dies entschied das Hessische Landesarbeitsgericht ( AZ 16 Sa 1195/10 ).


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