Logo anwaltssuche.de
Wirtschaftsrecht , 14.10.2011

Premium Vermögensaufbau AG & Co. KG: Anleger in die Irre geführt?

"GarantieHebelPlan 08 Premium Vermögensaufbau AG & Co. KG"
- Anleger fühlen sich geschädigt und in die Irre geführt

Mit Anzeigen über einen lukrativen Nebenjob von mehreren Tausend Euro monatlich wurden die Anleger „geworben“. Doch anstatt eines Jobangebotes wurde den Teilnehmern der Werbeveranstaltung empfohlen, deren Sachversicherungen zu kündigen. Gleichzeitig war Voraussetzung für die Teilnahme an dieser „lukrativen Nebentätigkeit“ der Abschluss eines Sparvertrages.

Was hier als Sparvertrag empfohlen wurde, war tatsächlich nichts anderes als eine hochriskante Kapitalanlage, welche den „Nebenjobsuchenden“ bzw. Anlegern als risikoloser Sparvertrag mit einer zweistelligen Rendite bzw. Rendite von 10% anempfohlen wurde.



Vermittelt wurden bzw. werden diese Anteile von einer Firma CarpeDiem Vertriebsgesellschaft mbH (Seligenstadt) und deren Vertriebsleuten. Geeignet sind derartige Produkte nur für Anleger, die bereit sind, hohe Risiken zu tragen. Gerade derartige Anlagen bzw. Zinsdifferenzmodelle sind in der Vergangenheit oft nicht aufgegangen. Insgesamt überwiegen die Risiken die Chancen bei Wei-tem.

Am 19.07.2011 meldete die Stiftung Warentest, dass bei der Abstimmung über die Änderung des Gesellschaftszwecks der „GarantieHebelPlan 08 Premium Vermögensaufbau AG & Co. KG“ bereits ein zweites Mal nicht die erforderliche Quote erreicht worden sei.

Zuvor hatte bereits die Vertriebsorganisation CarpeDiem die Anleger in einem Schreiben aufgefordert, der Fortführung ihrer Anlagegesellschaft zuzustimmen, da diese ansonsten aufgelöst werden müsse.

Wegen dubioser Vertriebsmethoden hat FINANZtest die CarpeDiem GmbH auf deren Warnliste gesetzt.

Zahlreiche von Unterzeichnerin vertretene Anleger fühlen sich durch die Art der Werbung getäuscht. Auf der Suche nach einem lukrativen Nebenjob wurde ihnen eine riskante Anlage, ohne jegliche Aufklärung über Risiken, „aufgedrängt“.

Unterzeichnerin rät daher getäuschten Anlegern zu Folgendem:
  • Rechtliche Überprüfung der Anfechtung von Willenserklärungen im Zusammenhang mit der Zeichnung der Anlage wegen Täuschung, Irrtum u. a.

  • Prüfung einer fristlosen Kündigung des Fondsbeitritts und damit zusammenhängender Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen gegen Vertrieb, Berater und Initiatoren.

  • Prüfung des Ausstiegs aus den Beteiligungsverträgen GarantieHebelPlan 07, 08, 09 und weiteren Fondsmodellen der CIS Deutschland AG.

  • Widerspruch gegen diesen neuen Gesellschaftszweck und Prüfung der damit zusammenhängenden rechtlichen Möglichkeiten der Anleger.

Rechtliche Beratung in diesem Zusammenhang ist unbedingt zu empfehlen, da zwar die Möglichkeit einer vorzeitigen Kündigung der Gesellschaftsbeteiligung gegeben ist, allerdings sind mögliche Folgen einer solchen Kündigung durch den Anleger, für ein sogenanntes negatives Auseinandersetzungsguthaben nochmals zur Kasse gebeten zu werden.

Eine Kündigung der Beteiligung sollte daher nicht ohne anwaltlichen Rat erfolgen.

Gerne können Sie sich an mich wenden.



Rechtsanwältin Renate Winter
Rechtsanwältin
Ostendstrasse 100, 90482 Nürnberg
Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Wirtschaft & Wertpapiere
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Wirtschaftsrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

3.0 / 5 (2 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Obwohl Presse wie Verbraucherverbände seit Jahren vor windigen Investitionsmodellen warnen, fallen private und sogar institutionelle Anleger (die es eigentlich wissen müssten) nach wie vor auf organisierten Investitionsbetrug herein. Wehren zwecklos?
Dass einem Anleger das Risiko einer Anlage klar gemacht wird, ist Aufgabe und Pflicht des Beraters. Klärt er den Anleger darüber nicht oder nur unzureichend auf, kann er haftbar gemacht und ggf. zu Schadenersatz verdonnert werden.
Die Deregulierung der Finanzmärkte brachte findige Unternehmer auf die Idee: Sie kreiierten Anlageprodukte, die keiner verstand, aber große Gewinne versprachen. Tausendfache Anklagen wegen Falschberatung, auf die Sie sich nach wie vor berufen können. Wir sagen Ihnen wie.
Hier geht es um Geld - und um all das, was man damit anstellen kann, positiv wie negativ. Im Bankrecht- und Kapitalmarktrecht ist der gesamte Rechtsbereich vom einfachen Eröffnen eines Bankkontos bis hin zur komplexen Verwaltung von Immobilienfonds geregelt - und das, was man in diesem Zusammenhang tun darf, oder was verboten und damit strafbar ist.
Kategorie: Anwalt Wirtschaftsrecht Jürgen Wöhrle    (208 mal gelesen)

Geschädigte Anleger der offenen Immobilienfonds CS Euroreal und des SEB Immoinvest (Anlagesumme ca. 12 Mrd. EURO) schöpfen nunmehr Hoffnung, dass sie nicht auf ihrem Schaden sitzen bleiben müssen.

3.7 / 5 (3 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Wirtschaftsrecht Jürgen Wöhrle    (192 mal gelesen)

Das Management des offenen Immobilienfonds CS Euroreal hat am 09.05.2012 verlautbaren lassen, dass die Anleger, wie schon beim offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest, über die Zukunft ihres Fonds entscheiden sollen und der Fonds unter dem Vorbehalt ausreichender Liquidität wieder eröffnet wird. Der SEB Immoinvest ist am Anfang der Woche mit dem gleichen Experiment gescheitert und wird jetzt aufgelöst.

3.3 / 5 (3 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Wirtschaftsrecht Siegfried Reulein    (170 mal gelesen)

Zinssatz– und Währungsswaps - Existenzbedrohende Form der Geldanlage für Privatanleger

2.0 / 5 (2 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Wirtschaftsrecht    (153 mal gelesen)

Mehr Schutz für Anleger durch Gesetzesinitiative der Bundesregierung?

2.7 / 5 (3 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht Thorsten Ruppel    (211 mal gelesen)

Kündigungen sind immer Ereignisse, bei denen es um existenzielle Fragen geht. Deshalb ist es umso wichtiger, zu wissen, welche Rechte man hat und welche Fristen eingehalten werden müssen.

3.8 / 5 (9 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht Martin P. Heinzelmann, LL.M.    (702 mal gelesen)

Während die ordentliche Kündigung unter Einhaltung der gesetzlichen Fristen des § 622 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) bzw. weitergehender tarifvertraglicher Kündigungsfristen ausgesprochen wird, findet die außerordentliche Kündigung fristlos statt. Gemäß § 623 BGB i.V.m. § 126 BGB muss eine Kündigung schriftlich durch den Berechtigten oder einen Bevollmächtigten erfolgen. Kündigt ein Bevollmächtigter, sollte er der Kündigungserklärung die Vollmachtsurkunde beifügen, da ansonsten der Gekündigte die Kündigung unverzüglich zurückweisen kann.

3.6 / 5 (15 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht GKS Rechtsanwälte    (152 mal gelesen)

Unternehmer aufgepasst – langfristig ausgesprochene Kündigungen können unwirksam sein

3.8 / 5 (4 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht GKS Rechtsanwälte    (139 mal gelesen)

Auch eine mündliche Kündigung des Arbeitsvertrages kann wirksam sein. Dies bestätigte das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz (LAG) in seinem Urteil vom 08.02.2012 (Az. 8 Sa 318/11).

3.8 / 5 (5 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht    (84 mal gelesen)

Kommt es zu einem Unfall im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz muss die gesetzliche Unfallversicherung für die Kosten der Behandlung aufkommen und in bestimmten Fällen sogar eine Rente an das Unfallopfer zahlen. Unfallversicherungen und Unfallopfer streiten sich immer wieder vor Gericht, ob im konkreten Fall die Voraussetzungen für einen Arbeitsunfall gegeben sind. Wir haben Ihnen neue Urteile dazu zusammengestellt.

4.0 / 5 (4 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Wirtschaftsrecht Siegfried Reulein    (330 mal gelesen)

Mit seiner Entscheidung vom 19.02.2015 - III ZR 90/14 - hat der BGH eine wichtige Klarstellung vorgenommen, indem er festgestellt hat, dass Anleger im Falle einer fahrlässigen oder gar vorsätzlichen Falschberatung grundsätzlich kein Mitverschulden angelastet werden kann. Sie müssen sich also regelmäßig einen bestehenden Schadensersatzanspruch wegen fehlerhafter Anlageberatung nicht kürzen lassen.

3.8 / 5 (4 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Wirtschaft & Wertpapiere
Suche in Fachbeiträgen