Logo anwaltssuche.de
Immobilienrecht , 18.08.2014

Hauskauf: Wann gibt’s Geld zurück vom Makler?

Hauskauf: Wann gibt’s Geld zurück vom Makler? © JSB31 - Fotolia

Wer Immobilien kaufen oder mieten möchten, kommt an Immobilienmaklern und deren Provisionen kaum vorbei. In manchen Fällen muss der Makler seine Provision allerdings wieder zurückzahlen …

Wie viel Provision darf ein Immobilienmakler überhaupt verlangen?



Für die Vermittlung einer Mietwohnung darf der Immobilienmakler laut Gesetz maximal zwei Monatsmieten, zuzüglich Mehrwertsteuer verlangen. Beim Immobilienerwerb liegt die Provision im Schnitt bei drei bis sechs Prozent des Verkaufserlöses.

Wann muss ein Makler die Provision zurückerstatten?



Ein Makler, der seine wesentlichen Vertragspflichten vorsätzlich oder zumindest grob leichtfertig verletzt und den Interessen seines Auftraggebers damit zu wider handelt, muss seine Maklerprovision zurückzahlen.

Das Oberlandesgericht Oldenburg (Aktenzeichen 4 U 24/14) hat einen Makler zur Rückzahlung von knapp 20.000 Euro verurteilt, weil er beim Immobilienerwerb verschwiegen hatte, dass die Immobilie von der Denkmalschutzbehörde begutachtet werden soll, ob sie unter Denkmalschutz gestellt wird.
Im zugrundeliegenden Fall hatte ein Immobilieninteressent beim Makler nachgefragt, ob dieses Haus unter Denkmalschutz stehe. Dies verneinte der Makler zutreffend. Er verschwieg dabei aber, dass die Stadt als Denkmalschutzbehörde bereits angekündigt hatte, das Gebäude zur Prüfung der Denkmalschutzsituation zu besichtigen. Nachdem der Immobilieninteressent das Objekt erworben hatte, wurde es tatsächlich unter Denkmalschutz gestellt.
Der Makler hat daher wegen der unvollständigen Auskunft seinen Provisionsanspruch verwirkt. Er hätte den Immobilieninteressenten darüber aufklären müssen, dass die Stadt mit der Frage des Denkmalschutzes des Objektes befasst war. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs habe ein Makler seinen Provisionsanspruch dann verwirkt, wenn er durch eine vorsätzliche oder zumindest grob leichtfertige Verletzung wesentlicher Vertragspflichten den Interessen seines Auftraggebers in schwerwiegender Weise zuwiderhandelt und sich damit seines Lohnes als unwürdig erweist. Dazu gehöre auch, so die Richter weiter, wenn der Makler in einem für den Auftraggeber wichtigen Punkt vorsätzlich oder grob leichtfertig falsche oder unvollständige Angaben mache. Dabei gelte die Aufklärungspflicht unabhängig davon, ob bereits ein formelles Denkmalschutzverfahren eingeleitet gewesen sei. Sie umfasse vielmehr auch die Information, die Stadt Nordhorn wolle im Rahmen eines Besichtigungstermins überprüfen, ob ein formelles Denkmalschutzverfahren eingeleitet wird. Diese Information hätte nicht verschwiegen werden dürfen, zumal dem Makler durch die Nachfrage der Klägers bewusst gewesen sei, dass es diesem auf die Denkmalschutzeigenschaft des Gebäudes ankam, so das Oberlandesgericht Oldenburg.

Letzte Aktualisierung am 2016-12-22 13:20:30.0

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Wohnen & Bauen
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Immobilienrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.896551724137931 / 5 (58 Bewertungen)

Bitte Ort anklicken oder erweitertes Suchformular verwenden

B D E F G H I K L M N O P Q R S V W Ü
Immobilienrecht Erfurt
weitere Orte >>>

Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Mietrecht 14.07.2016
Das Bestellerprinzip besagt, dass bei der Wohnungsvermietung derjenige die Arbeit des Maklers bezahlen muss, der den Makler mit der Vermittlung beauftragt hat. Das ist in den meisten Fällen der Vermieter. Oftmals wird versucht, die Gebühr indirekt dem Mieter aufzubrummen.
24.11.2015
Im Maklerrecht geht es meist darum, ob ein Makler seinen Auftrag zu Genüge erfüllt hat und die Provision tatsächlich zu zahlen ist. Diesbezügliche Streitigkeiten sollte man möglichst im Keim ersticken – etwa mit einem wasserfesten Maklervertrag.
Kategorie: Anwalt Maklerrecht 16.03.2016
Gute Makler kennen den Immobilienmarkt wie ihre Westentasche. Sie können bei der Vermietung oder beim Verkauf von Immobilien wertvoll unterstützen. Trotzdem gibt es viele Auseinandersetzungen über die Höhe der Maklerprovision.
16.11.2015
Rechtsfragen rund um Eigentum und Nutzung von Wohnung, Haus und Grundstück sind in einem umfassenden und weit reichenden Rechtsgebiet zusammengefasst, dem Immobilienrecht. Die Immobilien als "unbewegliche Sachen" werden anders behandelt wie "bewegliche Sachen", vor allem bei Thema Kauf & Verkauf.
Kategorie: Anwalt Handelsrecht 13.06.2016
Provision wird für die Anbahnung oder die Vermittlung eines Geschäftes oder einer Dienstleistung gezahlt. Sie fließt in der Regel nur dann, wenn ein Geschäft auch zustande kommt; sie sind also erfolgsabhängige Vergütungen.
Kategorie: Anwalt Immobilienrecht 2010-05-20 (424 mal gelesen)

In Zeiten niedriger Zinsen denken viele Interessenten über den Kauf einer Immobilie nach. Ob als Investitionsobjekt oder zur Eigennutzung, der Kauf einer Immobilie geht mit hohen finanziellen Transaktionen einher.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.903225806451613 / 5 (31 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Immobilienrecht 2012-03-12 (392 mal gelesen)

Grundsätzlich gilt: Ein Makler kann eine Provision fordern, wenn der Käufer den Makler zur Vermittlung beauftragt und wenn der Makler den Kauf kausal vermittelt hat. Der Honoraranspruch entsteht grundsätzlich bei Abschluss des notariell beglaubigten Grundstückskaufvertrages.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.909090909090909 / 5 (22 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Immobilienrecht 2012-03-15 (1572 mal gelesen)

Muss ein Immobilienmakler die Objektangaben die er vom Verkäufer erhält auf ihre Richtigkeit hin überprüfen, bevor er das Objekt gegenüber dem Käufer mit diesen Angaben bewirbt? Haftet der Makler für falsche Angaben im Exposé?

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.025 / 5 (80 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Mietrecht 2016-06-16 (368 mal gelesen)

Ein Makler darf für die Besichtigung einer Wohnung kein Geld verlangen. Zu diesem Schluss kam das Stuttgarter Landgericht in einem gerade gesprochenen Urteil.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.782608695652174 / 5 (23 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Wirtschaftsrecht Siegfried Reulein 2013-10-29 (628 mal gelesen)

Der Bundesgerichtshof hat mit einer am 24.09.2013 verkündeten Entscheidung (Az.: XI ZR 204/12) festgestellt, dass eine Bank zur Offenlegung von Provisionen verpflichtet ist, welche sie von der Emittentin eines Wertpapiers erhält, das sie dem Kunden im Wege einer Anlageberatung im Falle der Vereinbarung eines Kommissionsgeschäfts vermittelt, wenn der Kunde gleichzeitig an die Bank eine Provision leisten muss.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.7 / 5 (30 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Wirtschaftsrecht Siegfried Reulein 2014-07-24 (1353 mal gelesen)

Eine bemerkenswerte Entscheidung hat der Bundesgerichtshof am 03.06.2014 – XI ZR 147/12 – getroffen. Wieder einmal hatte der BGH sich mit der Frage zu beschäftigen, inwieweit Banken zur Aufklärung über vereinnahmte Provisionen verpflichtet sind.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.8405797101449277 / 5 (69 Bewertungen)
Preisvergleichsportale müssen auf Provisionen hinweisen! © mko - topopt
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht 2017-05-24 (50 mal gelesen)

Versicherungen, Laptops, Reisen: Es gibt kaum ein Produkt, für das es kein Preisvergleichsportal im Internet gibt. Auch Bestattungen lassen sich vergleichen. Muss aus Sicht des Verbrauchers erkennbar sein, dass nur Anbieter gelistet werden, die dem Portal eine Provision zahlen?

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.5 / 5 (2 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Immobilienrecht 2011-10-06 (577 mal gelesen)

Makler, die einen Verkaufsprozess begleiten, stehen oft vor einer schwierigen Frage: Müssen sie wirklich alle Kaufangebote an den Kunden weiterleiten?

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.9705882352941178 / 5 (34 Bewertungen)
Schwarzarbeit: Kein Anspruch auf Geld zurück bei schlechter Leistung! © mko - topopt
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht 2017-03-30 (434 mal gelesen)

Wer Handwerker oder Dienstleister "ohne Rechnung" beschäftigt hat im Hinblick auf Gewährleistungsansprüche wenn die geleistete Arbeit Mängel zeigt, das Nachsehen.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.190476190476191 / 5 (21 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht 2012-02-20 (1548 mal gelesen)

Viele Gründer und Jungunternehmen beginnen nicht mit festen Angestellten, sondern mit freien Mitarbeitern. Was müssen die Unternehmer dabei rechtlich beachten? Was müssen die freien Mitarbeiter beachten?

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.676470588235294 / 5 (68 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Wohnen & Bauen

Suche in Expertentipps