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Jäger erschießt Hund statt Wildschein- Bei welchen Jagdunfällen ist der Jagdschein weg?

Vom Jagdfieber gepackt, sieht der in der Dämmerung auf einem Hochsitz lauernde Jäger endlich ein Tier! Er hält es für ein Wildschwein und ballert drauf los. Tatsächlich war das vermeintliche Wildschwein ein Hund oder ein Pferd. Diese Verwechslung kann den Jäger schnell seinen Jagd- und Waffenschein kosten. Wir haben aktuelle Urteile zusammengestellt, wann der Jagdschein eingezogen wird, und wann nicht.

Vom Jagdfieber gepackt, sieht der in der Dämmerung auf einem Hochsitz lauernde Jäger endlich ein Tier! Er hält es für ein Wildschwein und ballert drauf los. Tatsächlich war das vermeintliche Wildschwein ein Hund oder ein Pferd. Diese Verwechslung kann den Jäger schnell seinen Jagd- und Waffenschein kosten. Wir haben aktuelle Urteile zusammengestellt, wann der Jagdschein eingezogen wird, und wann nicht.

Nach einem aktuellen Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz (Aktenzeichen 6 L 828/12.KO) wurde der Jagdschein eines Jägers, der ein Pferd mit einem Wildschein verwechselt hatte, vorläufig zu Recht eingezogen. Der Jäger, der damals erst kurze Zeit Jagdscheininhaber war, hatte im Sommer 2011 während einer nächtlichen Jagd ein auf einer Koppel grasende Pferd – seinen Angaben zufolge in der Annahme, auf ein flüchtendes Wildschwein zu schießen – durch einen Schuss in den Hals getötet. Die Kreisverwaltung hatte daraufhin den Jagdschein für ungültig erklärt und eingezogen sowie die Waffenbesitzkarte des Antragstellers widerrufen und heraus verlangt.

Diese Entscheidung bestätigte das Verwaltungsgericht Koblenz: Nach dem Bundesjagdgesetz sei der Jagdschein für ungültig zu erklären und einzuziehen, wenn der Inhaber nicht die erforderliche Zuverlässigkeit besitze. Davon sei unter anderem auszugehen, wenn Grund zu der Annahme bestehe, dass der Betroffene Waffen und Munition missbräuchlich oder leichtfertig verwenden werde. Das sei hier der Fall. Der Jäger habe in grob fahrlässiger Weise auf das Pferd geschossen. Er habe selbst eingeräumt, das beschossene Ziel objektiv betrachtet nicht genau identifiziert zu haben. Soweit er sich darauf berufe, subjektiv infolge einer bloßen Verwechslung zu der festen Überzeugung gelangt zu sein, auf ein Stück Schwarzwild zu schießen, sei ihm jedenfalls der Vorwurf zu machen, grob fahrlässig zu dieser Einschätzung gelangt zu sein. Nach Aussage des Jagdpächters sei es in der fraglichen Nacht hell genug gewesen, ein Stück Wild zu erkennen. Zudem habe der Jäger unter Verwendung einer an seinem Gewehr angebrachten Taschenlampe gezielt und geschossen. Hinzu komme, dass sich die hellbraun-weiß gescheckte Farbe des Pferdes erheblich von der dunklen Farbe eines Wildschweines unterschieden habe. Insgesamt spreche alles dafür, dass der Jäger in der konkrete Lage, in der sein Sichtfeld durch die Verwendung des stark vergrößernden Zielfernrohrs stark eingeschränkt und die Örtlichkeit unübersichtlich gewesen sei, den Überblick verloren, jedoch gleichwohl – übereilt – geschossen habe. Der hierin zu sehende hohe Grad an Sorgfaltspflichtverletzung lasse auf eine leichtfertige Verwendung von Waffen schließen. Dies gelte umso mehr, weil der Jäger sein Verhalten nicht an seiner noch geringen jagdlichen Erfahrung ausgerichtet habe, was den Schluss auf einen gewissen Grad an Selbstüberschätzung zulasse. Ferner fehle es aus den genannten Gründen auch an der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit des Antragstellers, weshalb die Voraussetzungen für den Widerruf der Waffenbesitzkarte gleichfalls gegeben seien.
Anders hingegen eine aktuelle Entscheidung des Verwaltungsgerichts Neustadt (Aktenzeichen 5 K 504/12.NW), wonach ein Jäger, der versehentlich einen Hund statt ein Wildschwein erschoß, seinen Jagdschein behalten durfte. Der Jäger gab an, er sei sich an dem Novemberabend 2009 gegen 21 Uhr sicher gewesen, auf ein Wildschwein zu schießen. Dies könne ein zweiter Jäger bestätigen, der an diesem Abend zusammen mit ihm im Wald gewesen sei. Der Hund sei entgegen der Darstellung des Hundebesitzers nicht angeleint gewesen. Nach Ansicht des Gerichts lässt sich aus dem einmaligen fahrlässigen Fehlverhalten des Jägers nicht darauf schließen, der Jäger werde in Zukunft Waffen oder Munition missbräuchlich oder leichtfertig verwenden und sei deshalb waffenrechtlich unzuverlässig. Dieser unglückliche Vorfall werde dem Kläger vielmehr zur Lehre dienen, künftig bei der Jagd besonders vorsichtig zu sein.


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