Logo anwaltssuche.de
Mietrecht , 24.11.2015

Mieterhöhung: Tatsächliche Wohnfläche ist maßgeblich!

Eine Mieterhöhung muss auf der Grundlage der tatsächlichen Wohnfläche erfolgen - egal, ob und wie hoch die im Mietvertrag angegebene Wohnfläche abweicht. Dies hat der Bundesgerichtshof entschieden und damit seine bisherige Rechtsprechung zum Teil aufgegeben.

Wohnflächenabweichung von über 33 Prozent!


Im zugrundeliegenden Fall hatte ein Mieter eine 5-Zimmer-Wohnung in Berlin angemietet. Laut Mietvertrag sollte die Wohnung 156,95 qm groß sein, tatsächlich umfasste sie eine Wohnfläche von 210,43 qm. Der im Mietvertrag vereinbarte Mietzins betrug 811,81 DM. Der Vermieter verlangte jetzt eine Zustimmung zu einer Mieterhöhung von 629,75 € auf 937,52 €. Er begründete sein Mieterhöhungsverlangen mit einer Anpassung zur ortsüblichen Vergleichsmiete um 15 Prozent sowie einer weiteren Erhöhung aufgrund der Überschreitung der im Mietvertrag vereinbarten Wohnfläche um 33,95 Prozent. Der Mieter stimmte dem Mieterhöhungsverlangen nur mit einem Betrag von rund 94 Euro zu, die restliche Erhöhung lehnte er ab.

Neu: Vermieter ist nicht an Wohnflächenangaben im Mietvertrag gebunden


Zu Recht, entschied nun letztinstanzlich der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen VIII ZR 266/14). Er begründet seine Entscheidung wie folgt: Beim Mieterhöhungsverlangen kommt es nur auf die tatsächliche Größe der Wohnung an. Die gesetzlich festgelegte Möglichkeit die Miete im laufenden Mietverhältnis zu erhöhen, soll für Vermieter die Option schaffen, mit seinem Mietobjekt eine ortsübliche angemessene Miete zu erzielen. Aus diesem Grund spielt bei einer Mieterhöhung nur der objektive Wohnwert eine Rolle. Es ist dabei unerheblich, welche Vereinbarungen Vermieter und Mieter hinsichtlich der Wohnungsgröße im Mietvertrag vereinbart habe. Wären diese von Bedeutung, würden bei einer Mieterhöhung nicht die tatsächlichen Gegebenheiten bewertet, sondern fiktive Vereinbarungen.

Der Bundesgerichtshof hat bisher in diesen Fällen entschieden, dass der Vermieter an die im Mietvertrag vereinbarte Wohnfläche gebunden ist. Diese Rechtsprechung führt der Bundesgerichtshof nun nicht mehr fort. Dies gilt auch für den Fall, dass die Wohnfläche im Mietvertrag größer angegeben wurde als sie tatsächlich ist. Auch hier darf der Vermieter die Miete nur auf Basis der tatsächlichen – also kleineren – Wohnfläche erhöhen.
Vermieter können daher die Miete nur unter Beachtung der gesetzlichen Mieterhöhungsvorschriften und unter Berücksichtigung der tatsächlichen Wohnungsgröße erhöhen. Wichtig zu wissen: Der Vermieter kann eine Mieterhöhung nicht einfach einseitig anordnen, er benötigt in jedem Fall die Zustimmung des Mieters. Zudem muss beim Mieterhöhungsverlangen die Jahressperrfrist sowie die Kappungsgrenze beachtet werden.

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Mieten & Vermieten
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Mietrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.7058823529411766 / 5 (34 Bewertungen)

Bitte Ort anklicken oder erweitertes Suchformular verwenden

A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T U V W Z Ü
Mietrecht Bad Homburg vor der Höhe Mietrecht Bad Kissingen Mietrecht Bad Kreuznach Mietrecht Bad Neustadt Mietrecht Bad Oeynhausen Mietrecht Bad Soden Mietrecht Bad Wörishofen Mietrecht Baden Baden Mietrecht Ballenstedt Mietrecht Bamberg Mietrecht Bammental Mietrecht Bannewitz Mietrecht Bensheim Mietrecht Bergrheinfeld Mietrecht Berlin Mietrecht Berlin Charlottenburg Mietrecht Berlin Friedrichshain Mietrecht Berlin Hellersdorf Mietrecht Berlin Köpenick Mietrecht Berlin Kreuzberg Mietrecht Berlin Lichtenberg Mietrecht Berlin Marzahn Mietrecht Berlin Mitte Mietrecht Berlin Neukölln Mietrecht Berlin Pankow Mietrecht Berlin Prenzlauer Berg Mietrecht Berlin Reinickendorf Mietrecht Berlin Schöneberg Mietrecht Berlin Spandau Mietrecht Berlin Steglitz Mietrecht Berlin Tempelhof Mietrecht Berlin Tiergarten Mietrecht Berlin Treptow Mietrecht Berlin Wedding Mietrecht Berlin Weißensee Mietrecht Berlin Wilmersdorf Mietrecht Berlin Zehlendorf Mietrecht Bielefeld Mietrecht Bielefeld Brackwede Mietrecht Bingen Mietrecht Bischberg Mietrecht Bitburg Mietrecht Blankenfelde Mietrecht Bobingen Mietrecht Bocholt Mietrecht Bochum Mietrecht Bochum Mitte Mietrecht Bochum Süd Mietrecht Bochum Südwest Mietrecht Bonn Mietrecht Bonn Bad Godesberg Mietrecht Bonn Beuel Mietrecht Bornheim Mietrecht Braunschweig Mietrecht Bremen Mietrecht Bremen Mitte Mietrecht Bremen Ost Mietrecht Bremen Süd Mietrecht Brühl Mietrecht Buchenberg Mietrecht Bünde Mietrecht Burg Stargard Mietrecht Butzbach
weitere Orte >>>
Mietrecht Ulm
weitere Orte >>>
Mietrecht Überlingen
weitere Orte >>>

Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Mietrecht 20.07.2016
Wie gut ein Mietvertrag wirklich ist, zeigt sich erst, wenn ein Mieter auszieht. Dann werden (vermeintliche) Lücken in den Vertragsklauseln gesucht, um Geld zu sparen oder die Kaution einbehalten zu können. Wie sollte ein Mietvertrag also formuliert sein?
Kategorie: Anwalt Mietrecht 13.09.2016
Eine Mietwohnung kann ein Traum sein, wenn die Umstände stimmen. Dazu gehören nicht nur Ausstattung und Lage, auch das rechtliche Drumherum muss passen. Mieter und Vermieter haben Rechte und Pflichten, die durch das Mietrecht und den Mietvertrag festgelegt werden, den die beiden abgeschlossen haben.
Kategorie: Anwalt Mietrecht 11.07.2016
Alle Bewohner müssen sich grundsätzlich an die Hausordnung halten. Trotzdem gilt es zu prüfen, ob diese überhaupt rechtsverbindlich ist. Dem Vermieter kann ein formaler Fehler unterlaufen oder einzelne Regelungen können unzulässig sein.
Kategorie: Anwalt Mietrecht 24.05.2017
Bei der Kündigung eines Mietvertrags kommt es darauf an, welche Vertragsart zwischen den Parteien geschlossen wurde. Entscheidend ist etwa die vereinbarte bzw. vertraglich festgelegte Mietdauer oder ob es sich um Wohnräume oder Gewerberäume handelt.
Kategorie: Anwalt Mietrecht GKS Rechtsanwälte 2010-07-29 (317 mal gelesen)

In ständiger Rechtssprechung vertritt der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe die Auffassung, dass ein Rückzahlungsanspruch eines Mieters für „überzahlte“ Miete jedenfalls dann besteht, wenn die Wohnfläche der Mietwohnung mehr als zehn Prozent von der im Vertrag vereinbarten Wohnfläche abweicht.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.6153846153846154 / 5 (13 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Mietrecht GKS Rechtsanwälte 2014-04-07 (522 mal gelesen)

Mietverhältnisse bergen großes Konfliktpotenzial. Zwischen Mietern und Vermietern entbrennt immer wieder der Streit um Schönheitsreparaturen, Betriebskosten, Mieterhöhungen oder um die Wohnungsgröße. Mit der Frage, unter welchen Voraussetzungen der Mieter wegen der Wohnflächendifferenz die Miete mindern darf, hat sich das Amtsgericht München (AG) in seiner aktuellen Entscheidung befasst (424 C 10773/13).

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.125 / 5 (16 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Mietrecht 2014-04-16 (647 mal gelesen)

Wer einen Mietvertrag abschließt sollte auch hinsichtlich der Wohnungsgröße ganz genau hinschauen. Ist die Wohnung tatsächlich kleiner als Mietvertrag angegeben, erhält der Mieter die zu viel gezahlte Miete möglicherweise nicht mehr vom Vermieter zurück!

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.0 / 5 (52 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Mietrecht 2007-09-19 (2086 mal gelesen)

Baulärm, Heizungsprobleme oder ein defekter Badewannenabfluss: Mängel in und an der Wohnung, die eine Nutzung erheblich beeinträchtigen, berechtigen den Mieter zur Senkung der Miete. Doch hier ist Vorsicht geboten: Bevor der Mieter die Miete senken darf, muss der Mieter zunächst den Mangel melden, damit der Vermieter die Möglichkeit hat, diesen in einem angemessenen Zeitraum zu beheben.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.9424460431654675 / 5 (139 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Mietrecht 2008-05-29 (2354 mal gelesen)

57 Prozent der Deutschen wohnen zur Miete. Täglich werden bundesweit tausende Mietverträge neu abgeschlossen - viele von ihnen enthalten unwirksame Klauseln oder sind sogar insgesamt unwirksam. Gerade private Vermieter sind oft unsicher, welche Pflichten wie im Mietvertrag geregelt werden sollten und welche Klauseln grundsätzlich unwirksam sind.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.8940397350993377 / 5 (151 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Sozialrecht 2016-04-12 (886 mal gelesen)

Ein Mietvertrag, der von einem Hartz –IV- Bezieher beim Jobcenter eingereicht wird, muss vom Jobcenter später nicht wieder aus der Akte entfernt werden. Es handelt sich hier nicht um eine unzulässige Speicherung von Sozialdaten, entschied das Sozialgericht Leipzig.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.6226415094339623 / 5 (53 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Mietrecht GKS Rechtsanwälte 2009-10-30 (807 mal gelesen)

Mietverträge checken und Geld sparen; aktuelles BGH-Urteil stärkt erneut Mieterrechte

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.978723404255319 / 5 (47 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Immobilienrecht 2009-07-23 (734 mal gelesen)

Rechte bei Flächenabweichungen im gewerblichen Mietrecht

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.8 / 5 (30 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Mietrecht 2012-02-08 (1826 mal gelesen)

Immer wieder gibt es Unklarheiten im Zusammenhang mit der Pflicht des Mieters, eine Kaution zu leisten. Nachfolgend deshalb die wichtigsten Informationen in diesem Zusammenhang im Überblick.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.913793103448276 / 5 (116 Bewertungen)
Miete: Fristlose Kündigung bei Beleidigung des Vermieters? © Stefan Körber - Fotolia
Kategorie: Anwalt Mietrecht 2015-05-28 (1596 mal gelesen)

Mieter sollten bei Auseinandersetzungen mit Ihrem Vermieter nicht die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. Beleidigung wie „Sie sind ein Schwein“ oder „promovierter Arsch“ können schnell zur fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses führen.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.962962962962963 / 5 (108 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Mieten & Vermieten

Suche in Expertentipps