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Arztrecht , 06.11.2012

Missglückte Schönheitsoperationen- Wann haftet der Arzt?

Ob es die Brustvergrößerung, die Faltenreduzierung oder das Fettabsaugen ist- Schönheitsoperationen versprechen ein besseres Aussehen und sind deshalb en vogue. Nicht selten misslingen aber diese Eingriffe und der Patient ist nachher mit seinem neuen Äußeren alles andere als zufrieden. Wir haben Ihnen Urteile zusammengestellt, die zeigen, welche Reche Patienten nach einer missglückten Schönheitsoperation haben.

Ob es die Brustvergrößerung, die Faltenreduzierung oder das Fettabsaugen ist- Schönheitsoperationen versprechen ein besseres Aussehen und sind deshalb en vogue. Nicht selten misslingen aber diese Eingriffe und der Patient ist nachher mit seinem neuen Äußeren alles andere als zufrieden. Wir haben Ihnen Urteile zusammengestellt, die zeigen, welche Reche Patienten nach einer missglückten Schönheitsoperation haben.

Ob dem Patient nach einer fehlgeschlagenen Schönheitsoperation Rechte auf Schmerzensgeld oder Schadensersatz zu stehen, hängt nicht zu letzt davon ab, ob der Patient über die Risiken der Operation umfangreich und vollständig aufgeklärt wurde.

Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (Aktenzeichen B 9 VG 1/09 R ) kann eine Patientin, deren Gesundheit durch eine misslungene Schönheitsoperation beeinträchtigt worden ist, genauso wie jemand, der infolge eines vorsätzlichen, rechtswidrigen tätlichen Angriffs eine gesundheitliche Schädigung erlitten hat, Versorgungsleistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) beanspruchen. Dieser Entscheidung zugrunde lag der Fall einer Patientin, die an erheblichem Übergewicht, Herzschwäche, Bluthochdruck, Lungen-schwäche, insulinpflichtiger Zuckerkrankheit und einer Darmerkrankung litt, als sie von einem Gynäkologen eine Fettabsaugung durchführen ließ, ohne von diesem zuvor über die damit verbundenen Risiken und andere wichtige Umstände aufgeklärt worden zu sein. Danach kam es bei der Frau zu gesundheitlichen Schwierigkeiten. Einige Monate später versuchte der Arzt, eine bestehende Fettschürze zu korrigieren, und saugte weiteres Fett ab. Dies führte zu erheblichen Gesundheitsstörungen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Das Bundessozialgericht war der Auffassung, dass die Klägerin Opfer einer Gewalttat geworden ist. Bei ihr sind deshalb die durch die misslungenen ärztlichen Eingriffe verur¬sachten Gesundheitsstörungen als Schädigungsfolgen im Sinne des Opferentschädigungsgesetzes anzuerkennen, auch wenn deren Grad nicht für eine Rentengewährung ausreicht. Ein Patient wird dann zum Gewaltopfer, wenn ein als vorsätzliche Körperverletzung strafbarer ärztlicher Eingriff aus der Sicht eines verständigen Dritten in keiner Weise dem Wohle des Patienten dient. So war es hier, weil sich der Arzt bei seiner Vorgehensweise im Wesentlichen von eigenen finanziellen Interessen hat leiten lassen und die gesundheitlichen Belange der Klägerin hintangestellt hat.
Auch nach einem Urteil des Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (Aktenzeichen L 10 VG 6/07) stellt eine Schönheitsoperation eine vorsätzliche, rechtswidrige gefährliche Körperverletzung durch den Arzt dar, wenn die Zustimmung durch bewusst falsche Aufklärung erschlichen wurde. In dem der Entscheidung zugrunde liegenden Fall war es bei einer Patientin im Anschluss an zwei kosmetische Operationen zu erheblichen Komplikationen gekommen. Die Patientin hatte den Arzt im Vorfeld auf bei ihr vorhandene Vorerkrankungen aufmerksam gemacht. Der Arzt verschwieg der Frau aber, dass wegen dieser Vorerkrankungen die Operationen ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellten. Er tat dies aus finanziellen Motiven, weil er befürchtete, die Patientin werde sich sonst nicht von ihm operieren lassen. In einem solchen Fall kommt ein Anspruch des Patienten auf Entschädigung nach dem Gesetz über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten (OEG) in Betracht.

Für eine missglückte Bruststraffung kann eine junge Frau von dem behandelnden plastischen Chirurgen jedoch keinen Schadensersatz verlangen, wenn sich die Risiken der Operation verwirklichen, über die sie zuvor aufgeklärt worden ist. Dies hat das Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht (Aktenzeichen 4 U 103/10) aktuell entschieden. Bei der jungen Frau war nach der Operation eine Infektion aufgetreten. Die Infektion während einer Operation oder eines Klinikaufenthaltes bzw. einer ärztlichen Behandlung fällt nach Auffassung des Gerichts nicht in den voll beherrschbaren Risikobereich auf Behandlerseite. Daher lehnten die Richter die Haftung des Arztes ab.

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