Logo anwaltssuche.de
Arbeitsrecht , 19.01.2012

Arbeitsrecht: Wie hoch ist der Schadensersatz für Mobbing?

Rechtsanwalt Alexander Bredereck Als immaterieller Schadensersatz ist der Schadensersatzanspruch wegen Persönlichkeitsverletzung aufgrund Mobbinghandlungen nicht pauschal zu beziffern. Es hängt stets von den Umständen des Einzelfalles, von der Intensität der Mobbinghandlungen und von der konkreten Wirkung der Mobbinghandlungen auf den betroffenen Arbeitnehmer ab.

Urteil: 30-tausend Euro Schadensersatz


Das Arbeitsgericht Cottbus hat beispielsweise in einem Urteil vom 8.7.2009 (Aktenzeichen: 7 Ca 1960/08) einem Arbeitnehmer, der von seinem Arbeitgeber systematisch durch verschiedene Mobbinghandlungen über einen längeren Zeitraum zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gedrängt wurde, einen Schadensersatzanspruch in Höhe von 30.000 Euro zugesprochen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Arbeitgeber eine schwere Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des Arbeitnehmers durch fortgesetzte, aufeinander aufbauende schikanöse, benachteiligende und diskriminierende Maßnahmen gezielt bezweckte.

Die Hintergründe


Entscheidungen des gemobbten Arbeitnehmers wurden hinter seinem Rücken rückgängig gemacht. Dem gemobbten Arbeitnehmer wurde keine Gelegenheit gegeben, zu Anschuldigungen und Anwürfen dritter Stellung zu nehmen. Der gemobbte Arbeitnehmer erhielt unberechtigtes Hausverbot. Der Arbeitgeber verfügte die Suspendierung des hierdurch gemobbten Arbeitnehmers, ohne ihm zuvor die Gelegenheit gegeben zu haben, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Der gemobbte Arbeitnehmer erhielt unbegründete Kündigungen. Der Arbeitnehmer wurde mit unbegründeten Strafanzeigen und gerichtlichen Klagen überzogen. Der Arbeitnehmer wurde mit offensichtlich unbegründeten Rückforderungsansprüchen unter Druck gesetzt.

Tipps für Arbeitnehmer


Wenn Sie im Unternehmen gemobbt werden, sollten Sie frühzeitig aktiv werden, damit es gar nicht erst zu einer Kündigung kommt. Dokumentieren Sie die Mobbinghandlungen so genau wie möglich. Das geschieht am besten mithilfe eines Mobbingtagebuchs. Notiert werden sollte, wer etwas getan oder gesagt hat, wann und wo dies geschehen ist und wer dabei Zeuge war. Mit dem Mobbingprotokoll kann später vor dem Arbeitsgericht ein aussagekräftiger Vortrag gehalten werden.

Tipps für Arbeitgeber


Sollten Sie im Unternehmen bemerken, dass ein Arbeitnehmer einen anderen Arbeitnehmer mobbt, sprechen Sie mit der Person darüber und mahnen Sie diesen gegebenenfalls ab. Bei wiederholten Vergehen könnten Sie diesen Mitarbeiter kündigen, damit der gemobbte Mitarbeiter nicht mehr zu leiden hat und das Betriebsklima wieder hergestellt werden kann. Wenn Sie das Mobbing dulden, kann der betroffene Arbeitnehmer unter Umständen Schmerzensgeld verlangen.

Letzte Aktualisierung am 29.06.2016

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Arbeit & Beruf
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Arbeitsrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

3.3 / 5 (30 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht 12.05.2016
Eine Schmerzensgeldtabelle, anhand derer Sie ablesen können, wie hoch das Schmerzensgeld in Ihrem Fall ist? Das gibt es nicht. Oftmals geht es in Prozessen auch nicht um die Höhe, sondern darum, ob überhaupt ein Anspruch auf Schmerzensgeld besteht.
Kategorie: Anwalt Mietrecht 25.07.2016
Ihre Wohnung ist groß und verhältnismäßig teuer - warum nicht ein Zimmer vermieten? Dann hätten Sie einen Untermieter, mit dem Sie in aller Regel einen Untermietsvertrag vereinbaren. Und dabei gibt es einiges zu beachten.
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht 24.03.2016
Grundlage für ein Arbeitsverhältnis ist der Arbeitsvertrag. Darin sollten alle Rechte und Pflichten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgehalten werden. Von Gesetzes wegen gibt es keinen "Standard-Arbeitsvertrag" - Missverständnisse scheinen vorprogrammiert.
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht    (575 mal gelesen)

Dieser Artikel behandelt die Anrechenbarkeit von Abfindungen auf das Arbeitslosengeld.

3.1 / 5 (15 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht    (211 mal gelesen)

Laut Zeitungsberichten verkauft Vodafone sein vorrangig für Festnetzkunden zuständiges Callcenter (ca. 500 Mitarbeiter) an die Bertelsmann-Tochter Arvato. Mitarbeiter, die einen Übergang zur Arvato ablehnen, sollen Abfindungen in Höhe von deutlich mehr als einem Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr erhalten. Beschäftigungszeiten bei den Firmen Arcor und Otelo sollen hierbei angerechnet werden. Außerdem soll den Mitarbeitern, die auf Arvato übergehen wollen, für mindestens zwei Jahre das bisherige Gehalt garantiert werden. Dazu eine kurze Einschätzung vom Fachanwalt.

3.4 / 5 (7 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht    (118 mal gelesen)

Heftiger Schneefall und Blitzeis führen zu einem Verkehrschaos auf vielen deutschen Straßen und an den Flughäfen, wo viele Flüge witterungsbedingt gestrichen werden müssen. Für viele Arbeitnehmer bedeutet das, dass sie zu spät zur Arbeit kommen. Mit welchen arbeitsrechtlichen Konsequenzen müssen Arbeitnehmern wegen witterungsbedingten Verspätungen rechnen?

3.8 / 5 (4 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht    (124 mal gelesen)

Das Internet ist aus der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Mit seiner Nutzung entstehen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aber auch neue Rechtsprobleme und Frage wie: Darf der Arbeitgeber die privaten Emails seiner Arbeitnehmer lesen? Dürfen Arbeitnehmer privat im Internet surfen?

3.0 / 5 (4 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht Thorsten Ruppel    (271 mal gelesen)

Im Arbeitsrecht gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Dieser verbietet es "mit Kanonen auf Spatzen zu schießen". Bevor der Arbeitgeber zu dem denkbar einschneidensten arbeitsrechtlichen Mittel der Kündigung greift, muss er zuvor den Arbeitnehmer erfolglos abgemahnt haben. Doch nicht selten sind die Abmahnungen nicht begründet und der Arbeitnehmer fragt sich nach Erhalt, was er dagegen machen kann.

3.4 / 5 (10 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht    (112 mal gelesen)

Nicht selten geschieht es, dass sich die Arbeitsvertragsparteien vor der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses über das vom Arbeitgeber zu erteilende Zeugnis unterhalten und einen bestimmten Zeugnistext vereinbaren.

3.7 / 5 (6 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht    (129 mal gelesen)

Bei Arbeitsunfällen tritt nicht selten die Berufsgenossenschaft an den Arbeitgeber heran und verlangt die von ihr geleisteten Aufwendungen vom Arbeitgeber erstattet. Zu Recht?

2.8 / 5 (5 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht Thorsten Ruppel    (303 mal gelesen)

Die Deutschen verreisen zwar gerne und häufig, aber in Sachen Urlaubsregelung und Urlaubsanspruch existieren bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern noch immer viele Fehleinschätzungen. Nachfolgend wird die Rechtslage dargestellt

3.5 / 5 (13 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Versicherungsrecht    (82 mal gelesen)

Wer ein Foto auf seiner Website veröffentlicht, ohne die Zustimmung des Fotografen zu besitzen, muss dem Fotograf als Inhaber des Urheberrechts dafür eine Lizenzgebühr als Schadensersatz bezahlen. Mit der Frage, wie hoch dieser Schadensersatz sein muss, hat sich jüngst das Oberlandesgericht Hamm auseinandergesetzt.

3.5 / 5 (6 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arztrecht    (161 mal gelesen)

Reitpferde sind ein teures Hobby. Kommt das Tier aufgrund eines Behandlungsfehlers des Tierarztes zu Schaden, oder stirbt sogar, ist der Tierarzt mit hohen Schadensersatzforderungen konfrontiert.

3.8 / 5 (6 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht GKS Rechtsanwälte    (5265 mal gelesen)

Abgeschleppt werden wegen Falschparkens ist mehr als ärgerlich: Es ist teuer, kostet Zeit und Nerven. Doch noch viel ärgerlicher wird es, wenn man das Fahrzeug beim Abschleppunternehmen abholt und Schäden findet, die vorher noch nicht bestanden.

3.5 / 5 (340 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Arbeit & Beruf
Suche in Fachbeiträgen