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Familienrecht , 02.06.2017

Mutterschutz wird reformiert!

Mutterschutz wird reformiert! © LanaK - Fotolia

In Deutschland werden Schwangere und Mütter durch das Mutterschutzgesetz vor Gesundheitsgefährdungen, Arbeitsplatzverlust, zu hohen Anforderungen oder finanziellen Einbußen am Arbeitsplatz geschützt. Nach 65 Jahren wurde das Mutterschutzgesetz jetzt reformiert. Der Mutterschutz wird flexibler und gilt in Zukunft auch für Schülerinnen, Studentinnen und Praktikantinnen.

Mutterschutz regelt Beschäftigungsverbote


Am Arbeitsplatz gelten für Schwangere und stillende Mütter besondere Schutzvorschriften. So darf eine Schwangere sechs Wochen vor der Geburt nicht mehr arbeiten – Ausnahme: Es ist ihr ausdrücklicher Wille. Nach der Geburt des Kindes herrscht ein absolutes Beschäftigungsverbot von acht Wochen. Bei Frühgeburten werden die Tage vor der Geburt, die nicht beansprucht worden hinzugerechnet.

Darüber hinaus gibt es noch individuelle Beschäftigungsverbote, wenn etwa ein ärztlicher Attest die Arbeit der Mutter aufgrund von Gesundheitsgefährdungen untersagt.

Mutterschutz heißt Kündigungsschutz


Während einer Schwangerschaft und vier Monate nach der Geburt eines Kindes darf einer Mutter nicht gekündigt werden, wenn der Arbeitgeber von der Schwangerschaft oder Geburt wusste. Eine werdende Mutter hat aber im Falle einer Kündigung noch die Möglichkeit ihrem Chef ihre Schwangerschaft auch noch zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung mitzuteilen.
Liegen ausnahmsweise besondere Gründe vor die eine Kündigung während des Kündigungsschutzes notwendig machen, muss der Arbeitgeber die Zustimmung der Aufsichtsbehörde beantragen.

Mutterschutz ermöglicht Freistellungen für Arztbesuche und Stillzeiten


Sind Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen einer Schwangerschaft nur während der Arbeitszeiten möglich, muss der Arbeitgeber die Schwangere in dieser Zeit von ihrer Arbeit ohne Gehaltseinbußen oder Nacharbeiten freistellen. Das Gleiche gilt für Stillzeiten.

Was bringt die Reform des Mutterschutzes?


Mit der Reform gilt der Mutterschutz nun auch für Schülerinnen, Studentinnen und Praktikantinnen. Der Mutterschutz wurde flexibler gemacht. Es gibt für werdende Mütter nun die Möglichkeit freiwillig an Sonntagen zu arbeiten. Bei Arbeitszeiten zwischen 20 und 22 Uhr muss in Zukunft eine Genehmigung der Behörde vorliegen.
Mit der Reform des Mutterschutzes gibt es keine Arbeitsverbote mehr gegen den Willen einer Frau. Der Arbeitgeber muss den Arbeitsplatz der werdenden oder stillenden Mutter so gestalten, dass keine Gesundheitsgefahren von ihm ausgehen.
Zudem wurden die Schutzfristen bei neugeborenen behinderten Kindern auf 12 Wochen erweitert.

Letzte Aktualisierung am 2017-06-02 08:39:35.0

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