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Familienrecht , 12.11.2012

Namensrecht: Eltern sind bei der Auswahl des Vornamens nicht völlig frei!

Ob „Luka“, „Cheyenne“ oder „ Kiran“: Eltern, die ihrem Kind einen kreativen exotischen oder in Deutschland unbekannten Vornamen geben wollen, bekommen oft Ärger mit dem Standesamt. Weigert sich der Standesbeamte den gewünschten Namen einzutragen, bleibt den Eltern nur gegen diese Entscheidung beim Amtsgericht zu klagen. Wir haben Ihnen Gerichtsentscheidungen zu ungewöhnlichen Vornamen zusammengestellt:

Ob „Luka“, „Cheyenne“ oder „ Kiran“: Eltern, die ihrem Kind einen kreativen exotischen oder in Deutschland unbekannten Vornamen geben wollen, bekommen oft Ärger mit dem Standesamt. Weigert sich der Standesbeamte den gewünschten Namen einzutragen, bleibt den Eltern nur gegen diese Entscheidung beim Amtsgericht zu klagen. Wir haben Ihnen Gerichtsentscheidungen zu ungewöhnlichen Vornamen zusammengestellt:

Vorab sei festgestellt, dass das Recht der Eltern ihrem Kind einen Vornamen zu geben, der ihnen gefällt, nur eingeschränkt werden darf, wenn seine Ausübung das Kindeswohl beeinträchtigt. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn man aufgrund des Vornamens das Geschlecht des Kindes nicht erkennen kann. Auch darf der Vorname in Deutschland kein Ortsname sein. Grundsätzlich ist die Anzahl der Vornamen gesetzlich nicht geregelt, nach Gerichtsentscheidungen sind mehr als fünf Vornamen aber nicht erlaubt.
Der Name darf auch kein Titel wie zum Beispiel „Graf“ oder eine Marke wie beispielsweise „Persil“ sein.

Es werden immer wieder auch die Gerichte mit der Entscheidung über die Zulässigkeit eines Namens befasst. Hier einige Urteile, die zeigen, wie Kinder in Deutschland heißen dürfen, oder auch nicht.:

„Emelie-Extra“ ist ein zulässiger Vorname für ein Mädchen, entschied das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein (Aktenzeichen 2 W 110/03).

Soll ein Mädchen mit zweitem Vornamen „Christiansdottir“ heißen, liegt hierin keine Beeinträchtigung des Kindeswohls, da der erste Vorname eindeutig weiblich sei. Dies urteilte das Kammergericht Berlin (Aktenzeichen 1 W 71/05).

Auch der Name „Kiran“ ist für ein Mädchen von deutsch-indischen Eltern erlaubt, stellte in letzter Instanz das Bundesverfassungsgericht (Aktenzeichen BvR 576/07) in Karlsruhe fest.

„Schmitz“ hingegen ist kein zulässiger Vorname für ein Mädchen, entschied das Oberlandesgericht Köln (Aktenzeichen 16 Wx 239/01). Der Name sei im Rheinland als Familienname weitverbreitet und eigne sich daher nicht als weiblicher Vorname.

Ein Junge mit dem Vornamen „Sabsudin“ darf diesen Namen ändern, weil er in der Schule aufgrund seines Vornamens stark gehänselt wird. Das entschied das Verwaltungsgericht Koblenz (Aktenzeichen 5 K 957/08.KO), wies aber ausdrücklich daraufhin, dass ein Vorname grundsätzlich für ein gesamtes Leben gelte und nur in wirklichen Ausnahmefällen nochmal abgeändert werden darf.

Der Name "Djehad" ist für einen Jungen unbedenklich, befand das Kammergericht Berlin (Aktenzeichen 1 W 93/07).

Eltern, die ihrem Sohn den Namen „Luka“ geben wollen, können dies tun, auch ohne einen Zweitnamen hinzuzufügen, der das Geschlecht des Kindes eindeutig bestimmt. So urteilte das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 15 W 343/04).

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