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Strafrecht , 24.09.2015

Sex-Video über Facebook verbreitet – Bewährungsstrafe!

Sex-Video über Facebook verbreitet – Bewährungsstrafe! © CC0 - Daniel Nanescu- splitshire.com

Wer im Internet über soziale Plattformen wie Facebook und Co. unerlaubte Sex-Videos verbreitet, hat mit empfindlichen strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Das zeigt ein Urteil des Amtsgerichts München.

Verbreitung pornographischer Aufnahmen verletzt Persönlichkeitsrechte


Im zugrundeliegenden Fall hatte ein 21 jähriger Mann über das soziale Internetnetzwerk Facebook eine junge Frau kennengelernt. Die beiden trafen sich daraufhin in einem Hotel und es kam zum Sex. Der Mann machte ohne Wissen seiner Sexualpartnerin während des Geschlechtsverkehrs Fotos und Videoaufnahmen mit seinem Handy. Später verschickte er das Sexvideo an andere Personen und veröffentlichte es im Internet. Nach ungefähr einem Monat kontaktierte der Mann die junge Frau erneut und wollte sich mit ihr treffen. Der Mann drohte der jungen Frau das Sexvideo an deren Vater zu senden, wenn diese nicht noch mal Sex mit ihm habe. Er stellte ihr in Aussicht, dass er das Sexvideo löschen werde, wenn sie noch mal mit ihm Sex haben werde. Die beiden trafen sich, es kam aber nicht zu Geschlechtsverkehr.

Täter muss zudem 2.000 Euro Entschädigung an Opfer zahlen


Das Amtsgericht München verurteilte den jungen Mann zu einer Jugendstrafe von 1 Jahr und 2 Monaten auf Bewährung. Er hatte mit dem heimlichen Sexvideo den höchstpersönlichen Lebensbereich der jungen Frau verletzt. Zu seinen Lasten fiel insbesondere aus, dass der jungen Frau durch die Verbreitung des Sexvideos über das Internet ganz erhebliche Schwierigkeiten in ihrem Lebensumfeld widerfuhren. Zudem dass der junge Mann das Sexvideo als Druckmittel gegen die Frau einsetzte. Der Mann musste 2.000 Euro Geldentschädigung an die junge Frau zahlen und einen Kurs über richtiges Verhalten im Internet belegen.

Ihre Rechte bei Drohungen über soziale Netzwerke


Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm (Aktenzeichen 2 UF 254/12) können Menschen, die in sozialen Netzwerken, wie beispielsweise Facebook oder whatsapp, von anderen bedroht werden, ein Näherungs- und Kontaktverbot nach dem Gewaltschutzrecht erwirken. Im zugrundeliegenden Fall hatte eine Frau über Facebook Beleidigungen und Drohungen gegenüber einer Mutter und ihrem kleinen Sohn ausgesprochen. Sie droht ihnen unter anderem an ihnen aufzulauern und zu töten. Daraufhin wurde ihr von Seiten des Gerichts ein befristetes Näherungs- und Kontaktverbot nach § 1 GewSchG auferlegt. Sie durfte sich Mutter und Kind räumlich nicht näher als 30 Meter nähern und sie auch nicht via Email oder soziale Netzwerke im Internet kontaktieren.
Opfer von sogenannten Cyber-Mobbing sollten sich die Unterstützung bei einem Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht suchen, damit ihre höchstpersönlichen Rechte wirkungsvoll gewahrt werden.
Letzte Aktualisierung am 2017-05-03 13:08:33.0

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