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Strafrecht , 28.01.2008

Sicherheitstipps der Polizei zur Zivilcourage

Hinsehen statt Wegschauen, Engagement statt Ignoranz: Diese Aufforderung ist in diesen Tagen aktueller denn je. Oft genug geschieht es am helllichten Tag und unter aller Augen. Ein Mensch wird bedrängt, bedroht oder gar tätlich angegriffen – ob mitten in der Fußgängerzone, beim Einkaufen oder in der Straßenbahn.

Hinsehen statt Wegschauen, Engagement statt Ignoranz: Diese Aufforderung ist in diesen Tagen aktueller denn je. Oft genug geschieht es am helllichten Tag und unter aller Augen. Ein Mensch wird bedrängt, bedroht oder gar tätlich angegriffen – ob mitten in der Fußgängerzone, beim Einkaufen oder in der Straßenbahn. Es wäre aber verfehlt, aus den vergangenen Gewaltvorfällen gegen couragierte Bürger die falschen Konsequenzen zu ziehen und wegzuschauen. Zivilcourage ist gefordert – von allen Bürgerinnen und Bürgern.

Entscheidend bleibt allerdings, dass der Couragierte selbst nicht zu Schaden kommt. Mit Bedacht richtig vorzugehen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen ist die oberste Regel. Oftmals genügen Kleinigkeiten, um eine große Wirkung zu erzielen. So kann die rechtzeitige Verständigung der Polizei über ein Handy oder die Aktivierung von weiteren Umstehenden zur Mithilfe, Schlimmes verhüten.

Es darf niemandem gleichgültig sein, wenn Personen belästigt oder gar geschlagen, wenn Telefonzellen, Parkbänke oder Kinderspielplätze beschädigt, wenn Gebäude oder Verkehrsmittel besprüht und verunstaltet oder Friedhöfe geschändet werden. Denn Gleichgültigkeit begünstigt Kriminalität, Gewalt und Verwahrlosung. „Den Anfängen wehren“ als Prinzip einer effektiven Sicherheitspolitik funktioniert aber nur, wenn jeder mitmacht und sich im Sinne einer sozialen Verantwortung engagiert: Viele Straftaten können nur mit Hilfe des Bürgers verhindert oder aufgeklärt werden.

Damit der Helfer nicht selbst zu Schaden kommt, gilt es, die Situation richtig einzuschätzen und immer auch die eigene Sicherheit im Blick zu haben. Allerdings ist das kein Freibrief fürs Wegschauen und Ignorieren von Übergriffen. So reicht es manchmal schon aus, das Handy zu benutzen, Hilfe herbeizuholen und sich Täter-Merkmale genau einzuprägen. Wenn Polizei und Bevölkerung an einem Strang ziehen, kann dies die Sicherheit besonders auf öffentlichen Straßen und Plätzen positiv beeinflussen.
Etwa ein Viertel aller in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Fälle im Jahr 2006 und damit rund 1,6 Millionen Straftaten sind der Straßenkriminalität zuzurechnen. Darunter fallen beispielsweise 405.844 Fälle der Sachbeschädigung im öffentlichen Raum, im Vergleich zum Vorjahr sind dies 15.371 Fälle mehr (2005: 390.473 Fälle).

Um dieser Situation entgegenzutreten und mehr Bürgerengagement im öffentlichen Raum zu fördern, hat die Polizeiliche Kriminalprävention die „Aktion-tu-was” bereits im Jahr 2001 entwickelt. Damit klärt sie die Bevölkerung auf, dass oftmals Kleinigkeiten genügen, um eine große Wirkung zu erzielen. Ein Patentrezept gibt es allerdings dafür nicht. Das konkrete Verhalten muss sich immer nach den örtlichen Verhältnissen und den Gesamtumständen richten. Die wesentlichen Tipps der Kampagne sind als Info-Kärtchen erhältlich. In einem begleitenden Faltblatt wird ausführlich erklärt, wie der Einzelne in Gefahrensituationen oder bei Straftaten praktische Hilfe leisten kann, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

Sechs Tipps der Polizei für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum:
• Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen.
• Ich fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf.
• Ich beobachte genau, präge mir Täter-Merkmale ein.
• Ich organisiere Hilfe unter Notruf 110.
• Ich kümmere mich um Opfer.
• Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.

Darüber hinaus ist es wichtig, eine Kultur der Anerkennung von Zivilcourage zu schaffen. Denn schon heute greifen Bürgerinnen und Bürger immer wieder couragiert und gleichzeitig besonnen in brenzlige Situationen ein. Sowohl auf örtlicher Ebene als auch durch den bundesweiten XY-Preis "Gemeinsam gegen das Verbrechen" wird das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern ausgezeichnet. Die Polizei setzt beispielsweise zusammen mit der Redaktion der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ ein klares Zeichen gegen das Wegschauen. Bereits zum sechsten Mal wurden 2007 Menschen mit dem XY-Preis ausgezeichnet. Wie in den vergangenen Jahren sind auch 2008 wieder alle Fernsehzuschauer aufgerufen, Kandidaten vorzuschlagen, die aus ihrer Sicht etwas Besonderes im Kampf gegen Kriminalität für ihre Mitmenschen geleistet haben.



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