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Skiunfall- Muss die gesetzliche Unfallversicherung zahlen?

Skiunfall- Muss die gesetzliche Unfallversicherung zahlen? © Vladislav Gajic - Fotolia

Kann ein Skiunfall ein Arbeitsunfall sein, für dessen Folgen die gesetzliche Unfallversicherung aufkommen muss? Mit dieser Frage beschäftigten sich schon mehrere Gerichte.

Unfallschutz beim Skikurs für Studenten



Jüngst entschied das Bundessozialgericht (Aktenzeichen B 2 U 13/13 R), dass Studentinnen und Studenten an Hochschulen grundsätzlich auch dann unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen, wenn sie an einem von der Universität als Hochschulsport angebotenen Skikurs im Ausland teilnehmen. Auch während der Teilnahme mit der Universitätsmannschaft an einer Hochschulmeisterschaft besteht Unfallversicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung. Die gesetzlichen Aufgaben der Hochschulen erstrecken sich neben der Bildung und Berufsvorbereitung auch auf die Förderung der sportlichen Betätigung der Studierenden. Deshalb besteht Versicherungsschutz während der Teilnahme immatrikulierter Studierender am Hochschulsport, wenn dieser im organisatorischen Verantwortungsbereich der Hochschule stattfindet, so das Bundessozialgericht.

Ein von der Hochschule den Studierenden angebotener und von Skilehrern des Hochschulsports dieser Hochschule durchgeführter Skikurs steht zwar auch dann unter dem Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn er im Ausland stattfindet. Voraussetzung ist jedoch, dass die Teilnahme im Wesentlichen nur Studierenden offen steht. Eine Teilnahme an einer Sportveranstaltung, die die Hochschule nicht nur Universitätsangehörigen anbietet, sondern an der unbeschränkt auch sonstige Personen teilnehmen können, ist keine versicherte Tätigkeit. Denn Zweck der Studierendenversicherung nach § 2 Abs 1 Nr 8 Buchstabe c SGB VII ist es, die gemeinsame sportliche Betätigung der Studierenden an der Hochschule als Teil der Aus- und Fortbildung in den Schutzbereich der gesetzlichen Unfallversicherung einzubeziehen. Da das Landessozialgericht zum Teilnehmerkreis des Skikurses keine ausreichenden Feststellungen getroffen hatte, wird es diese nunmehr nachzuholen haben.

Skifahrt muss Bezug zum Unternehmen haben



Eine Geschäftsbank hatte ausgewählte Kunden zu einem mehrtägigen Ski-Event mit Informationen zu aktuellen Finanzthemen eingeladen. Ein Teilnehmer stürzte bei einer Ski-Abfahrt und zog sich einen Kreuzbandriss zu. Er war der Auffassung, dass es sich bei dem Skiunfall um einen Arbeitsunfall handelte. Das sah die Berufsgenossenschaft und auch das Bayerische Landessozialgericht (Aktenzeichen L 17 U 484/10) anders: Der Sturz auf der Piste ist nicht gesetzlich unfallversichert. Der Ski-Event hatte nicht nur betriebliche Bezüge aufgewiesen. Der Teilnehmer wäre nur gesetzlich unfallversichert, falls er im Unfallmoment für Unternehmenszwecke tätig wäre. Auf der Skipiste bei der Abfahrt aber sind geschäftliche Besprechungen aus Kommunikationsgründen auszuschließen. Der Sturz auf der Piste war damit kein Arbeitsunfall, so die bayerischen Richter.


Letzte Aktualisierung am 2016-12-22 12:51:19.0

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