Finanzagenten- Im Auftrag der Betrüger
(Meldung vom 15.09.2010)
Die harten Zeiten auf dem Arbeitsmarkt machen sich Kriminelle zu Nutzen - sie ködern Opfer mit dubiosen Jobangeboten. Scheinbar seriös wird in Zeitungen und im Internet nach so genannten Finanzagenten gesucht. Wer sich darauf einlässt, wird unwissentlich zum Geldwäscher im Auftrag von Betrügern.Die Zahl der Opfer, die sich als Finanzagenten für Betrüger betätigt haben, ist im Jahr 2009 stark gestiegen: Es wurden 2.394 Verdachtsanzeigen wegen Geldwäsche registriert, 2008 waren es noch 971. Auf ihrer Internetseite www.polizei-beratung.de informiert die Polizei daher ausführlich darüber, wie die Betrüger bei ihrer "Anwerbung" vorgehen und wie sich jeder Einzelne schützen kann.
Getarnt als Finanzmanagementunternehmen suchen Kriminelle nach Finanzagenten. Gefordert werden vom neuen Arbeitnehmer nur ein eigenes Girokonto und die Bereitschaft, dort eingehende Geldbeträge beispielsweise per Bargeldtransfer weiter zu überweisen. Als "Lohn" winkt eine Provision zwischen fünf und 20 Prozent, die vom Überweisungsbetrag einbehalten werden darf. Die Gelder jedoch stammen von Personen, die selbst Opfer beispielsweise von Phishing geworden sind. Dabei erschleichen sich Betrüger Kontozugangsdaten und tätigen Überweisungen - der Kontoinhaber erkennt den Schaden erst auf dem Kontoauszug. Wenn aber das Phishing-Opfer seine ungewollte Überweisung rückgängig macht, hat der Finanzagent den finanziellen Schaden - denn das Geld, das er seinerseits transferiert hat, ist in undurchsichtigen Kanälen, in der Regel im Ausland, verschwunden.
PM Polizei Beratung 10/10
