Spendensammler: So schützen Sie sich vor schwarzen Schafen
(Meldung vom 11.12.2007)
Weihnachtszeit ist Spendenzeit – nicht wenige Hilfsorganisationen nehmen in diesen Wochen die Hälfte ihrer Jahreseinnahmen ein. Doch um sicher zu gehen, dass Ihr Geld tatsächlich dem Zweck zugute kommt, der Ihnen am Herzen liegt, sollten Sie eine Reihe von Dingen beachten. Haus- und Straßensammlungen sind erlaubnispflichtig, sie können sich also den Sammlerausweis und die Sammelgenehmigung vorzeigen lassen. Die Sammelbüchse sollte verplombt sein und die Bezeichnung der Organisation tragen. Vor allem bei Ihnen unbekannten Organisationen sollten Sie jedoch nicht spontan spenden.Ob auf der Straße, an der Haustür oder am Telefon: nennen Sie niemals ihre Kontonummer, erteilen Sie keine Einzugsermächtigung und leisten Sie keine Unterschrift, egal mit welcher Begründung Sie darum gebeten werden.
Im Gegensatz zu anderen Haustürgeschäften können Spenden und Fördermitgliedschaften nicht innerhalb von zwei Wochen widerrufen werden.
Lassen Sie sich stattdessen Informationsmaterial geben, damit Sie sich zuerst einen Überblick über die Organisation und den Verwendungszweck der Spenden verschaffen und dann in Ruhe entscheiden können, ob Sie spenden möchten.
Nehmen Sie Abstand, wenn Sie das Gefühl haben, Sie sollen zum Spenden überredet oder genötigt werden. Nur Fotos von Folteropfern, hungernden Kindern oder gequälten Tieren - je aggressiver und gefühlsbetonter die Werbung ist, desto mehr Skepsis ist angebracht.
Größere Summen sollten Sie nicht bar spenden, sondern auf ein Spendenkonto überweisen. Bei Spenden bis 100 Euro reicht üblicherweise der Überweisungsbeleg gleichzeitig als Nachweis gegenüber dem Finanzamt, falls Sie Ihre Zuwendung steuermindernd geltend machen möchten.
Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) prüft Hilfsorganisationen hinsichtlich der Verwendung ihrer Mittel, Werbeaktivitäten und Verwaltungskosten und verleiht ein Spendensiegel. Informationen dazu gibt es in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Thüringen. Geprüft werden jedoch nur Vereine, die sich selbst beim DZI melden und die Kosten für die jährliche Prüfung übernehmen. Viele kleinere Vereine verzichten daher auf eine Prüfung, was keinesfalls bedeutet, dass hier unseriös gearbeitet wird. Wer sich über
Bei regionalen Initiativen, etwa dem Tierschutzverein in der Nachbarschaft, können sie sich auch selbst vor Ort ein Bild von der Arbeit machen.
Bedenken Sie: jede Spende verursacht Verwaltungsaufwand, wenn Sie Ihre Zuwendungen also nach dem Gießkannenprinzip an eine Vielzahl von Empfängern verteilen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein großer Teil des Geldes versickert. Sinnvoller ist es, gezielt wenige Organisationen auszusuchen, von deren Arbeit man überzeugt ist und die man auch unabhängig von aktuellen Spendenaufrufen unterstützen möchte.
PM VZ Thüringen vom 06.12.2007
