Weihnachten - das Fest der Diebe?

(Meldung vom 12.12.2007)

Die Buden hell erleuchtet, die Luft getränkt vom Duft nach Zimt und Glühwein - und das Portemonnaie ist verschwunden: Die Weihnachtszeit ist Hochsaison für Taschendiebe, und Weihnachtsmärkte sind ein beliebter "Arbeitsplatz" für die Ganoven. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Jahre 2006 in Deutschland insgesamt 100.984 Taschendiebstähle angezeigt - umgerechnet rund 280 pro Tag. Damit ist Taschendiebstahl in den Großstädten das vierthäufigste Delikt in der Großstadt-Öffentlichkeit - gleich nach Autoaufbruch, Fahrraddiebstahl und Sachbeschädigungen an Autos.

Nur ein Teil dieser Diebstähle ereignet sich auf Weihnachtsmärkten. Die Konstellation in den adventlichen Budenstädten ist jedoch charakteristisch für die Problematik: Wo es eng zugeht und gedrängelt wird, wo die Lichtverhältnisse schlecht und die Situation insgesamt unübersichtlich ist, haben Diebe zu oft ein leichtes Spiel. Messeveranstaltungen und Rummelplätze, Open-Air-Konzerte und Flohmärkte sind Schwerpunkte dieser Deliktart. Das Bild vom "einsamen Wolf", der mit flinken Fingern seine Opfer von ihren Wertsachen erleichtert, trügt jedoch. In den meisten Fällen "arbeitet" ein Taschendieb nicht allein, er hat Komplizen, die das Opfer während der Tat ablenken. Während ein Täter durch Anrempeln, Beschmutzen der Kleidung oder Verwickeln in ein Gespräch die Aufmerksamkeit auf sich lenkt, "zieht" ein zweiter die Geldbörse oder Brieftasche, die direkt an einen Dritten weiter gereicht wird, der dann im Gedränge untertaucht.

Für die Polizei gestalten sich die Ermittlungen in der Regel schwierig. Werden die Diebe nicht auf frischer Tat ertappt und festgehalten, sind sie oft kaum ausfindig zu machen - zumal die Opfer erst später den Verlust bemerken und keine Beschreibung der Täter geben können. Umso wichtiger ist es, den Kriminellen ihr Handwerk zu erschweren. Aufmerksamkeit und Achtsamkeit sind die Grundregeln. Kreditkarten, Bargeld und wichtige Papiere sollten in verschlossenen Innentaschen der Kleidung aufbewahrt werden. Geeignet sind auch unter der Oberbekleidung getragene Gürteltaschen oder Brustbeutel. Handtaschen sollten fest unter den Arm geklemmt getragen werden. Aus Gesäßtaschen herausragende Geldbeutel sind für Taschendiebe eine offene Einladung. Grundsätzlich sollte man nur soviel Bargeld oder Schecks mit sich führen, wie man voraussichtlich benötigt.

Eine andere Situation ist vorhanden, wenn Diebe statt List Gewalt anwenden. Straßenraubdelikte unterscheiden sich von Trickdiebstahl vor allem darin, dass sie nicht innerhalb von Menschenmassen ausgeführt werden, sondern eher wenn Personen alleine unterwegs sind. Typisch für einen Handtaschenraub ist das Überraschungsmoment: Eine Handtasche oder ein ähnliches Behältnis wird dem Opfer ohne weitergehende Auseinandersetzung weggenommen oder entrissen. Dabei ist entweder pure Körperkraft im Spiel - oder der Täter setzt "auf den schnellen Zugriff" beim Vorbeilaufen, vom Fahrrad oder Motorrad aus. Die Polizei empfiehlt, im Falle eines Raubs Ruhe zu bewahren, sich den Täter einzuprägen. Der Einsatz eigener Abwehrgeräte oder Waffen sollte vermieden werden, da sie die Aggressivität des Täters noch steigern könnten.

Ratschläge zum Schutz vor Trickdieben und Straßenräubern gibt die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes auf ihrer Internetseite.

Fakten und Tipps zum Schutz vor Taschendieben: http://www.polizei-beratung.de/vorbeugung/diebstahl_einbruch/taschendiebstahl/
Fakten und Tipps zum Schutz vor Straßenraub: http://www.polizei-beratung.de/vorbeugung/raub/strassenraub/
Fakten und Tipps zum Schutz vor Handtaschenraub: http://www.polizei-beratung.de/vorbeugung/raub/handtaschenraub/

PM Polizeiliche Kriminalprävention vom 15.11.2007