Der Macht und Kontrolle entfliehen und die Gewaltspirale durchbrechen
(Meldung vom 25.11.2009)
Lange Zeit tabuisiert oder verharmlost, rückt die häusliche Gewalt seit Beginn der 1990er Jahre immer mehr in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und wurde so zu einem breit diskutierten Thema. Häusliche Gewalt geht weit über verbale Beziehungsstreitigkeiten hinaus und umfasst neben Drohungen, Demütigungen und Erniedrigungen Schläge, Tritte, Vergewaltigungen bis hin zu Mord und Totschlag. Opfer sind vorrangig Frauen. Oft ist ein unbedeutender Anlass Auslöser der Gewalt. Der Partner will sich damit beispielsweise wieder stabil und überlegen fühlen und die Kontrolle und Macht über seine Partnerin und die Situation gewinnen. Diese ursächlichen Mechanismen werden in der Regel weder vom Täter noch vom Opfer erkannt und bearbeitet. So wiederholen sich die Vorfälle und die Spirale der Gewalt setzt sich fort.Opfern häuslicher Gewalt rät die Polizei:
- Beziehen Sie als Hilfe und Unterstützung Freunde und Verwandte ein.
- Setzen Sie sich mit Opferhilfeeinrichtungen in Verbindung.
- Erstatten Sie Anzeige. Die Polizei wird alle Maßnahmen für Ihren Schutz in die Wege leiten. Außerdem informiert die Polizei über Beratungsstellen oder andere Opferhilfeeinrichtungen. Diese können auch ohne Einschaltung der Polizei aufgesucht werden.
- Notieren Sie Einzelheiten der Vorfälle.
- Suchen Sie einen Arzt auf, nennen Sie ihm den Verursacher der Verletzungen und lassen Sie diese fotografieren.
Um Opfern häuslicher Gewalt zu helfen, sind auch Zeugen gefragt, um die Fortsetzung der Gewaltspirale zu unterbrechen. Auch für sie hat die Polizei Tipps parat:
- Informieren Sie bei Hilferufen aus einer Wohnung die Polizei.
- Schauen Sie nicht weg, werden Sie aktiv. Ein Gespräch und das Angebot, das Opfer zu einer Beratungsstelle zu begleiten, sind bereits eine große Unterstützung.
PM Polizeiliche Kriminalprävention vom 24.11.09
