Online Banking - Vorsicht bei dubiosen Job-Angeboten

(Meldung vom 29.10.2007)

Geld verdienen ohne Mühen - wer möchte das nicht? In letzter Zeit sprechen Kriminelle gezielt per E-Mail oder direkt auf Internetseiten Bankkunden an, um sie für eine Tätigkeit als so genannte Finanzagenten zu gewinnen: Der Bankkunde soll Zahlungen auf sein Konto entgegennehmen und das Geld dann per Bargeldversand an eine Person ins Ausland überweisen. Dafür winkt eine Pro-vision, die vom Überweisungsbetrag abgezogen wird.

Doch Vorsicht: Die auf das Konto des „Finanzagenten“ eingehenden Gelder stammen meistens von Opfern betrügerischer Handlungen. So überweisen die Kriminellen von einem Online-Konto eines ahnungslosen Dritten, über das sie durch betrügerische Mittel Zugriff erlangt haben. Wer als „Finanzagent“ mit-wirkt und die Gelder an Mittäter ins Ausland überweist, stellt sich in den Dienst der Kriminellen. Er setzt sich der Gefahr aus, wegen Beihilfe zum Betrug oder zur Geldwäsche belangt zu werden und auf dem entstandenen Schaden sitzen zu bleiben. Denn die Hintermänner des Betrugs sind oftmals nicht zu ermitteln.

Um vor derartigen kriminellen Tricks zu warnen, hat der Bankenverband Infor-mationen und Tipps in einem neuen Faltblatt „Tätigkeit als Finanzagent? Finger weg von dubiosen Angeboten!“ zusammengestellt. Bankkunden sollten insbe-sondere folgende Hinweise beachten:

Angebote sollten kritisch geprüft werden, bei denen das eigene Konto zur Abwicklung von Zahlungen für Firmen oder Personen - insbesondere im Ausland - zur Verfügung gestellt werden soll.

Erfolgen unerwartete Gutschriften auf das eigene Konto, die der Konto-inhaber kurze Zeit später zurück überweisen soll, empfiehlt es sich in Zweifelsfällen mit seinem Kreditinstitut oder der örtlichen Polizei Kontakt aufzunehmen.

Etwaige Rückbuchungen sollten grundsätzlich nicht direkt auf ein anderes Konto, vor allem nicht ins Ausland, sondern nur auf das jeweilige Ursprungs-konto der Buchung überwiesen werden.

Geschädigte Kontoinhaber sollten Strafanzeige erstatten. Dies betrifft nicht nur alle Opfer betrügerischer Zugriffe auf das eigene Bankkonto, sondern auch diejenigen, die unwissentlich als „Finanzagenten“ missbraucht worden sind.

PM Bankenverband vom 04.07.2007