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Strafrecht , 06.01.2017

Tipps bei Cybermobbing in der Schule

Tipps bei Cybermobbing in der Schule © Oksana Kuzmina - Fotolia Cybermobbing ist ein ernstes Problem im Schüleralltag. Laut einer aktuellen Studie musste jeder dritte Schüler schon einmal unter digitalen Bloßstellungen und Beleidigungen leiden. Opfer, Eltern und Lehrer stehen dem virtuellen Mobbing oft hilflos gegenüber. Oft ist den jugendlichen Tätern nicht bewusst, welche strafrechtlichen Konsequenzen mit Cybermobbing verbunden sind.

Wie sollten sich Schüler und Eltern bei Cybermobbing verhalten?


Vertraut das eigene Kind den Eltern an, Opfer einer Cybermobbing- Attacke geworden zu sein, sollte dem Kind zunächst keine Vorwürfe gemacht werden. Es gilt den Sachverhalt herauszuarbeiten, den Täter zu identifizieren und mögliche Verhaltensschritte zu bestimmen. Beleidigungen, unerlaubt veröffentlichte Fotos, etc. sollten zu Beweiszwecken dokumentiert werden. Die Schule sollte vom Vorfall informiert werden. Sollte es im Rahmen des Cybermobbings zu schweren Beleidigungen, Drohungen, Erpressungen oder Nötigungen gekommen sein, ist eine Anzeige bei der Polizei geboten.

Wie sollte die Schule auf Cybermobbing reagieren?


Wird der Schule ein Fall von Cybermobbing unter ihren Schülern bekannt, sollte sie zunächst versuchen, wenn möglich, ein Gespräch zwischen Opfer und Täter zu initiieren, um den Konflikt zu lösen. In jedem Fall sollten die Eltern der Beteiligten über den Vorfall informiert werden.

Für Lehrer wichtig zu wissen: Lehrer dürfen sich nur mit Einwilligung der Eltern Einblick in das Handy eines Schülers verschaffen. Sie dürfen das Handy aber einziehen und die Polizei verständigen. Liegt ein Verdacht auf eine Straftat vor, darf nur die Staatsanwaltschaft oder Polizei sich gegen den Willen der Eltern Zugang zum Schüler-Handy verschaffen.

Strafrechtliche Konsequenzen von Cybermobbing


Was vielen Cybermobbern nicht bewusst ist: Virtuelle Beleidigung, Nötigung, Erpressung oder Drohung per Handy sowie die unerlaubte Veröffentlichung von Bild- und Tonmaterial im Internet werden mit realen Strafen geahndet! Neben Schadensersatz oder Schmerzensgeld in gravierenden Fällen hat der Cybermobber auch mit Haftstrafen zu rechnen – sofern er entsprechend strafmündig ist.

Wer mit seinem Handy filmt, wie ein anderer Schüler verprügelt wird und diese Aufnahmen im Internet verbreitet, macht sich wegen Gewaltdarstellung strafbar. Wer gefälschte Nutzerprofile auf sozialen Netzwerken oder Bilder und Videos mit Beleidigungen einstellt oder schwere Beleidigungen gegenüber anderen Schülern postet, macht sich wegen übler Nachrede, Beleidigung oder Verleumdung strafbar. Heimliche Video- oder Bildaufnahmen während des Schulunterrichts, die ins Internet gestellt werden, führen zu einem Verstoß gegen das Kunsturheberrecht.

Redaktion anwaltssuche.de


Letzte Aktualisierung am 2017-01-16 08:53:53.0

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