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Mietrecht , 20.03.2013

Wann darf die Miete wegen Schimmel gemindert werden?

Der Winter geht, der Schimmel in Häusern und Wohnung kommt. Mieter stehen dem Problem machtlos gegenüber, wenn trotz Lüften die Schimmelbildung nicht verschwindet. Wir sagen Ihnen, wie Sie in diesem Fall gegenüber ihrem Vermieter richtig vorgehen und wann Sie die Miete mindern dürfen.

Der Winter geht, der Schimmel in Häusern und Wohnung kommt. Mieter stehen dem Problem machtlos gegenüber, wenn trotz Lüften die Schimmelbildung nicht verschwindet. Wir sagen Ihnen, wie Sie in diesem Fall gegenüber ihrem Vermieter richtig vorgehen und wann Sie die Miete mindern dürfen.

• Vermieter umgehend vom Schimmel informieren!
Sobald Mieter Schimmelbildung in ihrer Wohnung feststellen, müssen sie ihren Vermieter informieren. Der Vermieter muss die Möglichkeit haben, den Mietmangel Schimmel schnellst möglich zu beseitigen. Der Bundesgerichtshof ( Aktenzeichen VIII ZR 182/06) hielt den überstürzten Auszug aus der Wohnung und die fristlose Kündigung eines Mieters wegen Schimmelbildung in seiner Wohnung für unwirksam, da er dem Vermieter nicht die Möglichkeit eingeräumt hatte, den Mietmangel Schimmel zu beseitigen.
Unterlassen Mieter die Anzeige des Mietmangels Schimmel an den Vermieter und erkranken aufgrund der Schimmelbildung in der Mietwohnung, haben sie keinen Anspruch gegenüber dem Vermieter auf Schmerzensgeld. Dies entschied das Kammergericht Berlin ( Aktenzeichen 22 W 33/05 ).

• Miete mindern!
Mieter können die Miete mindern, wenn der Vermieter trotz Mängelanzeige nichts bezüglich der Schimmelbeseitigung unternimmt, oder wenn er die Schimmelbildung nicht in den Griff bekommt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Schimmelbildung auf die Bausubstanz und nicht nur auf falsches Lüften zurückzuführen ist (LG Frankfurt/Oder Aktenzeichen 19 S 22/09).

Die Höhe der Mietminderung hängt in der Regel davon ab, wieviel Wohnfläche betroffen ist. Eine Mietminderung von 100 Prozent sah das Amtsgericht München (Aktenzeichen 412 C 11503/09) in dem Fall gerechtfertigt, in dem die Schimmelbildung in einer Wohnung nur durch ständiges Lüften vermieden werden kann. Dies entspricht nicht mehr den Anforderungen an eine normale Wohnungsnutzung. Nach Ansicht des Gerichts, dürfe das für eine Wohnnutzung erforderliche Lüftungsverhalten nicht so weit gehen, dass dadurch die Nutzung der Wohnung und das Lebensverhalten der Mieterin eingeschränkt werden. Insbesondere müsse es der Mieterin auch möglich sein, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, bei der sie tagsüber nicht in der Wohnung sei und folglich nicht lüften könne.

Das Landgericht Frankfurt (Aktenzeichen 2-17 S 89/11) hat entschieden, dass einem Mieter bei Schimmelbefall der Wohnung eine drei- bis viermalige Lüftung der Wohnung am Tag zugemutet werden kann. „Anders als das Amtsgericht hält die Einzelrichterin das Stoßlüften 3 bis 4 mal täglich auch für einen berufstätigen Mieter nicht für unzumutbar. So kann morgens vor Verlassen des Hauses 1 bis 2 mal gelüftet werden, dann am Nachmittag nach Rückkehr von der Arbeit und am Abend“, so das Gericht in seiner Urteilsbegründung.

• Mietverhältnisses kündigen!
Drohen dem Mieter Gesundheitsgefahren und/oder kann der Schimmel nicht nachhaltig aus den Wohnräumen entfernt werden, hat er zudem die Möglichkeit das Mietverhältnis sofort fristlos zu kündigen.


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