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Was zahlt die Krankenkasse? Teil 2

Welche Therapiekosten müssen gesetzliche Krankenkassen ihren Versicherungsnehmern über die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen hinaus erstatten?

Keine Kostenübernahme für Laserepilationsbehandlung bei übermäßigem Haarwuchs

Eine Patientin, die im Gesicht unter übermäßigen Haarwuchs leidet, hat keinen Anspruch auf eine Laserepilationsbehandlung zur dauerhaften Haarentfernung. Das entschied das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (Aktenzeichen L 1 KR 443/11). Im zugrundeliegenden Fall hatte die Frau vor Gericht dargelegt, dass die bisher durchgeführten Krankenbehandlungen nicht zu dem gewünschten Ergebnis einer dauerhaften Reduzierung des Haarwuchses geführt hätten. Lediglich die Laserbehandlung wirke dauerhaft. Die Nadelepilation sei wegen der Schmerzhaftigkeit der Behandlung nicht zumutbar. Die Laserbehandlung sei die einzig sinnvolle Behandlungsmethode.

Das Landessozialgericht lehnte eine Kostenübernahmepflicht für die Krankenkasse ab. Es führt in seiner Entscheidung aus: Die Laserbehandlung sei eine „neue Methode“ im Sinne des Krankenversicherungsrechtes. Der Gemeinsame Bundesausschuss habe noch keine positive Empfehlung über den diagnostischen und therapeutischen Nutzen der Methode abgegeben. Damit stehe noch nicht fest, ob die begehrte Behandlung dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entspreche. Die Erkrankung der Frau könne auch mit einer Nadelepilation behandelt werden. Diese Behandlungsmethode werde auch nicht grundsätzlich dadurch ausgeschlossen, dass es sich um ein langwieriges Verfahren mit hohem Zeitaufwand handele und möglicherweise auch mit zeitweiligen Schmerzen verbunden sein könne. Den Schmerzen könne durch eine lokale Betäubung vorgebeugt werden. Im Übrigen sei auch die Behandlung mittels Laserepilation nicht völlig schmerzfrei, so die Sozialrichter.

Krankenkasse muss Kosten für Therapiedreirad übernehmen

Das Sozialgericht Fulda (Aktenzeichen S 11 KR 7/09) hat entschieden, dass die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für ein Therapiedreirad für einen behinderten achtjährigen Jungen übernehmen muss. Das Sozialgericht begründet sein Urteil wie folgt: Behinderte sind beim Gebrauch eines Hilfsmittels nicht mit Gesunden vergleichbar. Ein Therapiedreirad ist bei behinderten Minderjährigen im Grundschulalter ein geeignetes Hilfsmittel, wenn hierdurch die soziale Integration in die Gruppe Gleichaltriger ermöglicht wird. Die Integration wird nicht dadurch ausgeschlossen, dass das Dreirad nur bei Anwesenheit von Erwachsenen genutzt werden kann.
Das Gericht stellte nachdem dem jungen Patienten das Therapiedreirad zunächst für drei Monate von der Krankenkasse zur Verfügung gestellt wurde, anhand von Videoaufnahmen fest, dass das Kind gelernt hatte, das Therapiedreirad zu bedienen. Erforderlich, aber auch ausreichend war es für das Gericht, dass es dem Patienten gelang das Therapierad nach vorne zu bringen. Gezielte Lenkbewegungen oder deutliche Richtungswechsel seien hingegen nicht Voraussetzung für die Bewilligung.

Letzte Aktualisierung am 2016-12-22 13:38:54.0

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