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Kategorie: Anwalt Zivilrecht , 21.12.2016

Jahresende: Verjährung von Forderungen - Was Sie jetzt noch tun können!

Jahresende: Verjährung von Forderungen - Was Sie jetzt noch tun können! © Halfpoint - Fotolia

Verbraucher sollten an jedem Jahresende die Verjährungsfristen bestehender Forderungen genau prüfen. Denn mit Ablauf des 31. Dezembers 2016 verjähren etwa Zahlungsansprüche aus Kaufverträgen, die 2013 geschlossen wurden. Hier erfahren Sie, was Sie jetzt noch gegen eine drohende Verjährung unternehmen können.

Verträge und ihre Verjährungsfristen


Soweit keine speziellen Verjährungsfristen gelten, gilt die gesetzliche Regelverjährung von drei Jahren. Diese Regelverjährung beginnt grundsätzlich mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger vom Anspruch Kenntnis erlangt. Für Ansprüche etwa aus Kaufverträgen, Mietverträgen oder Werkverträgen gelten spezielle Verjährungsfristen. Die kürzeste Verjährungsfrist liegt bei zwei Jahren, die längste bei 30 Jahren. Für alle gilt: Ist die Frist verstrichen, kann die Forderung pfutsch sein!

Verjährungsfrist 2 Jahre


Ansprüche auf Gewährleistung aus einem Kaufvertrag verjähren bereits nach zwei Jahren – gerechnet vom Zeitpunkt der Übergabe der Sache an den Erwerber. Auch die Ansprüche aus einem Reisevertrag verjähren nach zwei Jahren – gerechnet ab geplanten Reisetermin.

Verjährungsfrist 3 Jahre


Forderungen auf Zahlung verjähren bei Kaufverträgen und Werkverträgen nach drei Jahren- gerechnet nach Ablauf des Entstehungsjahrs.

Verjährungsfrist 5 Jahre


Bei Baumängel haben Verbraucher fünf Jahre Zeit diese geltend zu machen – gerechnet nach Abnahme des Bauwerks.

Verjährungsfrist 10 Jahre


Zehn Jahre Verjährungsfrist gilt etwa für Ansprüche auf Übertragung des Eigentums.

Verjährungsfrist 30 Jahre


Nach dreißig Jahren verjähren etwa Herausgabeansprüche bei Eigentum und Forderungen, die durch ein Urteil oder einen Vollstreckungsbescheid rechtskräftig wurden.

Verjährung droht- was tun?


Verbraucher die kurz vor Jahresschluss merken, dass eine Ihnen zustehende Forderung droht zu verjähren, haben mehrere Optionen zu handeln. Vorab gesagt: Lediglich ein Mahnschreiben verhindert eine Verjährung nicht!

Die schnellste Möglichkeit eine Verjährung am Ende des Jahres zu verhindern ist sicher, einen Mahnbescheid zu beantragen. Hierfür muss der Mahnbescheid im zentralen Mahnverfahren nur beantragt werden, begründet werden muss er nicht.

Nächste Option: Klage einreichen! Mit dem Einreichen einer Klage bei Gericht wird die Verjährung gehemmt. Ab einer Forderung von 5.000 Euro wird ein Rechtsanwalt zur Klageerhebung benötigt.
Eine weitere Möglichkeit die Verjährung zu verhindern ist, ernsthafte Verhandlungen mit dem Forderungsgegner zu führen. Auch hier reicht ein einfaches Schreiben nicht, es muss sich ernsthaft um Lösungen des Konflikts bemüht werden.

erstmals veröffentlicht am 03.12.2015, letzte Aktualisierung am 21.12.2016

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