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Arztrecht , 26.09.2016

Hausarzt haftet nicht für missglückte Besenreiser-Behandlung!

Besenreiser sind kleine erweiterte Venen, die auf der Haut sichtbar sind. Dabei stellen sie in der Regel für den Betroffenen kein medizinisches Problem dar, sondern ein ästhetisches. Ihre Behandlung ist mit Komplikationen verbunden, für die ein Hausarzt allerdings nicht haftet, wenn er den Patienten vor dem Eingriff umfassend aufgeklärt hat.

Eine Frau ließ bei ihrem Hausarzt eine Sklerosierungsbehandlung zur Beseitigung ihrer sog. Besenreiser durchführen. Über das Behandlungsverfahren und die Komplikationen, die auftreten können, wurde die Patientin von ihrem Arzt aufgeklärt.

Zu Beginn der Behandlung spritzte der Arzt Injektionsmittel über ihren Innenknöchel ihres rechten Fußes. Der Fuß der Patientin begann zu brennen, so dass der Arzt die Behandlung abbrach und der Frau einen Kompressionsverband anbrachte. Als die Schmerzen nicht nachließen, suchte die Frau ein Krankenhaus auf. Dort stellte man eine akute Thrombose fest. Die Patientin verlangte vom behandelnden Hausarzt rund 30.000 Euro Schmerzensgeld.

Zu Unrecht, entschied das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 26 U 187/15). Der Arzt habe die Patientin ausreichen über den ästhetischen Eingriff mit all seinen Risiken informiert. Auch das Risiko, dass eine Infektion eintreten kann oder Blutgefäß verletzt werden, sei mit der Frau vor dem Eingriff besprochen worden. Der Arzt habe die Patientin auch nicht fehlerhaft behandelt. Die Menge des Sklerosierungsmittels sei angemessen gewesen. Die durch die Behandlung hervorgerufene akute Thrombose sei kein Behandlungsfehler, sondern ein Risiko der Behandlung, dass sich verwirktlicht habe.

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