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Kategorie: Anwalt Arztrecht , 20.04.2017 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Arzthaftung: Wie viel Geld bekommen Patienten für Behandlungsfehler?

Arzthaftung: Wie viel Geld bekommen Patienten für Behandlungsfehler? © mko - topopt

Geht eine Operation schief oder führte eine ärztliche Behandlung nicht zum erhofften Erfolg, stellt sich die Frage nach der Verantwortlichkeit und damit letztlich nach der Haftung des behandelnden Arztes. Wir haben Ihnen einige ärztliche Behandlungsfehler und das dazugehörige, dem Patienten zugesprochene Schmerzensgeld, zusammengestellt …

Hausärztlicher Befundfehler: 22.000 Euro Schmerzensgeld


Eine Patientin kann von ihrer Hausärztin 22.000 Euro Schmerzensgeld verlangen, nachdem die Hausärztin von der Patientin geschilderte Schmerzen im unteren Rücken und in der linken Gesäßhälfte unzureichend untersucht hatte und die Patientin 3 Tage später aufgrund einer Gewebeentzündung im Gesäßbereich mit Verdacht auf eine bakterielle Infektionskrankheit der Unterhaut und Faszien notfallmäßig operiert werden musste. Das hat das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 26 U 173/13) entschieden.

Fehlerhafter Befund während einer Schulteroperation: 8.000 Euro Schmerzensgeld


Die operative Versorgung einer Schultereckgelenksprengung ist grob behandlungsfehlerhaft, wenn die Bohrung für die einzubringende Schraube zu nahe am Gelenk liegt und der Operateur diesen Umstand nicht erkennt, weil er die gebotene intraoperative Bildgebung zur Überprüfung der Bohrung unterlässt. Dies entschied das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 26 U 152/13) und sprach dem Patienten ein Schmerzensgeld in Höhe von 8.000 Euro zu.

Pfusch beim Augenarzt: 15.000 Euro Schmerzensgeld


Augenärzte schulden einem Patienten 15.000 Euro Schmerzensgeld, nachdem sie eine Netzhautablösung zu spät erkannt und den Patienten, anstelle ihn frühzeitig an einen Augenchirurgen zu überweisen, zu lange mit Laserkoagulationen behandelt hatten, so dass der Patient auf einem Auge 90 % seiner Sehkraft verloren hat. Das hat das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 26 U 28/13) entschieden.

Patient ohne Hinweis auf nachbesserungsbedürftigen Zahnersatz aus Behandlung entlassen: 1.000 Euro Schmerzensgeld


Ein Zahnarzt handelt grob behandlungsfehlerhaft, wenn er einen Patienten ohne ausdrücklichen Hinweis darauf entlässt, dass eine von ihm eingegliederte Brücke nachbesserungsbedürftig ist. Das hat das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen (26 U 56/13) entschieden. Für die gesundheitliche Beeinträchtigung bekam der Patient 1.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen.

Arzt rät bei Brustkrebsbefund nicht zur Mammographie: 20.000 Schmerzensgeld


Ein Frauenarzt haftet auf Schadensersatz, weil er einer Patientin, bei der im Jahre 2010 Brustkrebs diagnostiziert wurde, nicht bereits bei der im Jahre 2008 durchgeführten Krebsvorsorgeuntersuchung zu einem Mammographiescreening geraten hat. Das geht aus einer weiteren Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm (Aktenzeichen 3 U 57/13) hervor. Die Patienten erhielt einen Schmerzensgeldanspruch in Höhe von 20.000 Euro.




erstmals veröffentlicht am 19.03.2015, letzte Aktualisierung am 20.04.2017

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