anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Bankrecht/Kapitalmarktrecht , 21.06.2017 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Auswege aus der fehlgeschlagenen Altersvorsorge

In den vergangenen Jahren hat sich die Medienlandschaft v.a. darauf gestürzt, dass Bankkunden in vielen Fällen die Möglichkeit hatten und auch noch haben, durch Widerruf sich von ihrem hochverzinsten Darlehen zu trennen und Geld zu sparen.

Dabei ist etwas untergegangen, dass seit Jahren der BGH und auch die Instanzgerichte über Klagen von Versicherungskunden zu befinden haben, die der Überzeugung sind, dass die ihnen im Zusammenhang mit dem Abschluss eines Lebens- oder Rentenversicherungsvertrages zur Verfügung gestellten Belehrungen über ihr Widerspruchs- oder Rücktrittsrecht fehlerhaft sind.
Im Falle einer unzureichenden Belehrung kann sich der Verbraucher auch nach Jahren durch Widerspruch bzw. Rücktritt von diesen oftmals schlecht sich entwickelnden Versicherungsverträgen trennen. Teilweise können hier mehrere tausend oder zehntausend Euro gegenüber der Versicherung geltend gemacht werden weiß Rechtsanwalt Siegfried Reulein, Nürnberg, der eine Vielzahl von Kunden von Lebens- und Rentenversicherungen bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche vertritt.
Ein solches Vorgehen ist auch bei sog. Nettopolicen möglich. Bei diesen schließt der Versicherungskunde beispielsweise einen Lebensversicherungsvertrag und gleichzeitig eine gesonderte Vermittlungsvereinbarung. Anders als bei einem herkömmlichen Vertrag sind die Provisionen des Versicherungsvermittlers nicht in die monatlichen Versicherungsbeiträge eingepreist, sondern gesondert durch den Kunden zu bezahlen. Nicht selten wird der Kunde unzureichend darauf aufmerksam gemacht, dass er unabhängig von der Laufzeit des Versicherungsvertrages die Provisionen vollumfänglich zahlen muss, er also diese Zahlungen auch leisten muss, wenn er sich schon nach kurzer Zeit von dem ggf. wenig lukrativen Versicherungen trennen möchte. Versicherungskunden bemerken dies oftmals erst, wenn sie von der Vermittlungsgesellschaft unter Hinweis auf die frühzeitige Beendigung des Versicherungsvertrages eine Zahlungsaufforderung über mehrere tausend Euro Provisionen erhalten.
Betroffene Anleger können diesen Zahlungspflichten im Einzelfall durch Widerruf oder aber durch die Geltendmachung von Schadensersatz wegen fehlerhafter Aufklärung entgehen. Gleiches gilt für in den vergangenen Jahren recht beliebte Sparpläne z.B. in Gold, bei welchen Kunden ebenfalls zum Abschluss gesonderter Vermittlungsvereinbarungen / Vergütungsvereinbarungen veranlasst worden sind.
Somit bieten sich für enttäuschte Kunden von Altersvorsorgeprodukten wie Renten- und Lebensversicherungen sowie Sparplänen Möglichkeiten, den eingetretenen Schaden zu beseitigen oder doch zumindest zu mindern. Daher sollten sich betroffene Verbraucher von einem entsprechend spezialisierten Anwalt über ihre Rechte und Ansprüche aufklären lassen.

Rechtsanwalt Siegfried Reulein Nürnberg
Rechtsanwalt Siegfried Reulein
KSR | Kanzlei Siegfried Reulein
Gutenstetter Straße 2, 90449 Nürnberg
(6 Bewertungen)
Zu meinem Profil
Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Bank- & Kapitalmarktrecht
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Bankrecht/Kapitalmarktrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.333333333333333 / 5 (6 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Inkasso 27.09.2017
Wenn Kunden längst fällige Rechnungen nicht bezahlen, ist dies ein Ärgernis, das insbesondere für kleinere Unternehmen und Betriebe schnell zu einer großen finanziellen Belastung werden kann. Doch wie werden offene Forderungen am schnellsten und effektivsten eingezogen? Außergerichtlich mit Mahnung, Anwaltsschreiben oder dem Beauftragen eines Inkassounternehmens? Oder gerichtlich mit einem Mahnverfahren?
Die Deregulierung der Finanzmärkte brachte findige Unternehmer auf die Idee: Sie kreiierten Anlageprodukte, die keiner verstand, aber große Gewinne versprachen. Tausendfache Anklagen wegen Falschberatung, auf die Sie sich nach wie vor berufen können. Wir sagen Ihnen wie.
Mobilfunk: Kein Pfand für SIM-Karte! © bloomua - Fotolia
Expertentipp vom 22.12.2016 (863 mal gelesen)

Mobilfunkdienstleister dürfen ihren Kunden nach Beendigung des Mobilfunkvertrags kein „Pfand“ in Rechnung stellen, wenn der Kunde die deaktivierte und wirtschaftlich wertlose SIM-Karte nicht zurückgibt.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.7954545454545454 / 5 (44 Bewertungen)
Expertentipp vom 31.08.2012 (777 mal gelesen)

Gutes Handwerk hat seinen Preis- keine Frage! Kunden erleben aber nach der guten Arbeit oft eine böse Überraschung, wenn die Rechnung ins Haus flattert. Die Abrechnung ist um einiges höher als man besprochen hatte. Klare Vereinbarung zwischen Kunden und beauftragten Handwerksunternehmen helfen eine rechtliche Auseinandersetzung um die Abrechnung zu vermeiden.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.6875 / 5 (48 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Bank- & Kapitalmarktrecht

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung