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Strafrecht: Rechtliches zum Adhäsionsverfahren

Letzte Aktualisierung am 2016-09-22 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Adhäsionsverfahren: Zivilverfahren im Strafverfahren

Wer eine Straftat wie etwa eine Körperverletzung, einen Betrug, einen Diebstahl, einen Delikt mit Drogen /Betäubungsmittel, einen Totschlag oder einen Mord begeht, gegen den wird ermittelt. Kommt es zum Hauptverfahren (Strafverfahren), werden Opfer oder Verletzte einer Straftat als Zeugen gegen den Täter / die Täter im Strafverfahren gehört. Sie haben hier allein Zeugenfunktion - ihre Aussage ist ein "Beweismittel". Ausnahme: Verletzte können als Nebenkläger auftreten. In diesem Fall haben sie mehr Rechte und können auch aktiv in das Prozessgeschehen eingreifen. Im Strafverfahren wird darüber entschieden, ob der Angeklagte verurteilt oder freigesprochen wird, welche Strafe er erhält und wie hoch diese ausfällt.

Zivilrechtliche Ansprüche direkter geltend machen

Verletzte können durch die Tat neben dauernden körperlichen Beeinträchtigungen auch gravierende psychische Probleme erleiden, die ihr Leben völlig umkrempeln. Ansprüche aus diesen Tatfolgen, etwa auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld, müssten sie allerdings in einem separaten zivilrechtlichen Verfahren geltend machen und durchsetzen. Zivilrechtliche Ansprüche haben im Normalfall nichts im Strafprozess verloren. Ausnahme: das Adhäsionsverfahren, ein besonderes zivilrechtliches "Anhängsel", das an das Strafverfahren gekoppelt wird (Die Wortbedeutung von Adhäsion ist anhaften, ankleben).

Die Vorteile des Adhäsionsverfahrens

Straftaten bedeuten in vielen Fällen vermögensrechtliche Schäden für die Opfer. Um diese nicht in einem getrennten Zivilverfahren geltend machen zu müssen, gibt es die Möglichkeit, sie mit dem Adhäsionsverfahren direkt an das Strafverfahren anzuhängen. Vorteil: Ein zusätzliches separates Zivilverfahren würde nicht nur sehr viel länger dauern sondern auch wesentlich höhere Kosten verursachen (die bisweilen auch zu Lasten des klagenden Opfers gehen). In einem Strafverfahren mit angehängtem Adhäsionsverfahren entscheidet also ein Strafgericht nicht nur über Schuld und Unschuld des Beklagten sondern auch über eventuelle zivilrechtliche Ansprüche des Opfers.

Das Adhäsionsverfahren muss beantragt werden

Adhäsionsverfahren kommen nur auf Antrag zustande. Den Antrag muss der Verletzte bzw. sein Anwalt stellen. Er muss begründet werden und vorhandene Beweismittel enthalten. Auch die Erben des Opfers können einen entsprechenden Antrag stellen. Wie auch im Falle einer Nebenklage hat der Adhäsionskläger besondere Rechte im Verfahren. Er darf beispielsweise während der gesamten Prozessdauer anwesend sein, was ihm in einem reinen Strafverfahren nicht gestattet ist.

Wenn keine Entscheidung im Adhäsionsverfahren getroffen wird

Das Gericht wird nun zum Ende des Strafverfahrens den Angeklagten verurteilen oder freisprechen und gleichzeitig auch über den Adhäsionsantrag entscheiden. Sollte das Gericht zu der Auffassung kommen, dass ein Anspruch auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld nicht gegeben ist, oder wird der Angeklagte freigesprochen, wird es von einer Entscheidung im Adhäsionsverfahren absehen. Das bedeutet jedoch nicht, dass damit eventuelle zivilrechtliche Ansprüche des Klägers hinfällig sind. Entscheidet das Gericht nicht über den Adhäsionsantrag, steht dem Kläger der (separate) zivilrechtliche Weg weiterhin offen. Wichtig: Der Antrag auf ein Adhäsionsverfahren kann nur gestellt werden, wenn bis zu diesem Zeitpunkt noch keine zivilrechtliche Klage auf den Weg gebracht worden ist.

Kein Anwaltszwang - aber ein Anwalt ist anzuraten

Ein Anwaltszwang für das Adhäsionsverfahren besteht nicht. Ein Anwalt ist allerdings sehr zu empfehlen, denn nur ein Anwalt kann die komplexen Sachverhalte, die mit einem solchen Verfahren verbunden sind, mit entsprechender Expertise beurteilen und die Fallstricke für seinen Mandanten aus dem Weg räumen. Vertrauen Sie einem erfahrenen Anwalt für Strafrecht, wenn Sie Hilfe in einem Strafverfahren oder Adhäsionsverfahren benötigen, gleich hier bei anwaltssuche.de.

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