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Arbeitsgericht: Geklagt wird oft - wenn auch nur zum Schein

Arbeitsgericht als besondere Gerichtsbarkeit

Das Arbeitsgericht ist zuständig für alle Klagen, bei denen es im Kern um ein Arbeitsverhältnis beziehungsweise um einen Arbeitsvertrag geht. Das heißt, möchten Sie wegen einer aus Ihrer Sicht ungerechtfertigten Abmahnung, Kündigung oder einer Ihrer Meinung nach unrechtmäßig geforderten Abfindung vor einem Gericht klagen, können Sie dies nur vor einem ausgewiesenen Arbeitsgericht tun. Juristisch sind Arbeitsgerichte so genannte besondere Gerichtsbarkeiten (gegenüber Strafprozessen oder zivilrechtlichen Streitigkeiten).

Gerichtsstand ist Arbeitsort!

Manchmal kann der Klageort von entscheidender Bedeutung sein. Grundsätzlich besteht seit 2008 die Möglichkeit, dass Arbeitnehmer bei einem Arbeitsgericht in dem Ort klagen können, in dem sie ihre Arbeit regelmäßig verrichten, nicht etwa in dem Ort, in dem das Unternehmen seinen Hauptsitz hat oder eine Filiale betreibt.

Gleich zum Bundesarbeitsgericht?

Eine Klage im Arbeitsrecht kann, muss aber nicht vor dem Bundesarbeitsgericht landen. Wie bei zivilrechtlichen Streitigkeiten, ist der Gang "durch die Instanzen" auch bei arbeitsrechtlichen Prozessen möglich, wenn auch ähnlich steinig. Wer beim Arbeitsrecht keinen Erfolg hatte, kann - unter bestimmten Umständen - weiter beim Landesarbeitsgericht und dann beim Bundearbeitsgericht klagen. Neben einer gewissen Erfolgsaussicht, sind dabei vor allem ein langer Atem, gute Nerven und ein gut gefüllter Geldbeutel von Nöten. Übliche Streitigkeiten vor dem Arbeitsgericht haben aber oftmals einen ganz anderen Hintergrund.

Übliche Klagen

Theoretisch werden vor dem Arbeitsgericht alle Klagen verhandelt, bei denen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht einigen können, das können Klagen auf ein besseres Arbeitszeugnis sein, oder auf nicht gezahlte Monatsgehälter oder Provisionen. Häufig werden Klagen auf Wiedereinstellung in Form einer Kündigungsschutzklage geführt. Gerade im Punkt Kündigungsschutzklage gibt es in der Praxis jedoch oftmals so genannte Scheinklagen. Das bedeutet: Ein Arbeitnehmer klagt auf Wiedereinstellung, vorgegebener Grund: eine Kündigung sei nicht rechtens, er möchte sich aber eigentlich mit dem Arbeitgeber auf eine Abfindung einigen. Für den Arbeitnehmer ist dies oftmals die einzige Möglichkeit, überhaupt eine Abfindung zu erhalten, da eine Abfindung ja generell eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers ist. Der Arbeitgeber wiederum lässt sich häufig auf ein solches Scheingefecht ein, um einen langen Prozess mit meist unsicherem Ausgang zu vermeiden.

Rechtsanwalt fragen

Sie sehen: Gerade bei vor Gericht geführten Streitigkeiten gibt es zwischen Theorie und Praxis einen großen Unterschied - und die eigentlichen Spielregeln müssen beherrscht werden. Beziehen Sie frühzeitig einen erfahrenen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht ein.

Letzte Aktualisierung am 2016-03-23

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