anwaltssuche

Anwalt Arbeitszeugnis

Hier finden Sie zum Anwalt für Arbeitsrecht in Ihrer Nähe. Suchen Sie nach Plz, Ort oder nutzen Sie die Filter.

Filtern nach Ballungsraum
Filtern nach Ort alphabetisch
Anwalt Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnis: Es gilt den Geheim-Code zu knacken

Arbeitgeber muss Arbeitszeugnis ausstellen

Egal wie das Arbeitsverhältnis letztlich war, der Arbeitgeber ist verpflichtet dem Arbeitnehmer beim Ausscheiden aus der Firma ein Arbeitszeugnis auszustellen. Diese Verpflichtung hat der Arbeitgeber von Gesetzes wegen. Sie muss weder im Arbeitsvertrag, noch im Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung explizit erwähnt sein. Übrigens können Arbeitnehmer in vernünftigen Abständen auch ein Zwischenzeugnis einfordern. Sinn macht es, wenn Sie zum Beispiel die Abteilung wechseln und oder in der Karriereleiter aufsteigen.

Inhalt des Arbeitszeugnisses

In einem Arbeitszeugnis müssen folgende Punkte enthalten sein: Die Aufgabenbereiche des Arbeitnehmers, ob Personal geleitet wurde und wenn ja mit umfassender Beschreibung in welcher Form Menschen geführt wurden sowie eine Bewertung von Leistung und Führung. Nicht in ein Arbeitszeugnis gehören: Aussagen über das persönliche Verhalten, über die Anzahl von Fehltagen (Arbeitsunfähigkeit), über Schwangerschaft, Mutterschutz, die Dauer der Elternzeit, Informationen über Krankheiten oder persönliche Daten im Allgemeinen.

So nutzen Sie den Geheim-Code für sich

Generell gilt: Lügen muss und darf der Chef nicht, aber das Arbeitszeugnis soll "wohlwollend" formuliert sein. Vermutlich haben Sie in diesem Zusammenhang schon einmal etwas von dem Geheim-Code gehört, mit dem vor allem die Leistung eines Arbeitnehmers verschlüsselt benotet werden soll. Denn: Was gut klingt, muss nicht gut gemeint sein. Folgende Note erhalten Sie bei diesen Formulierungen: Eine Note 1 haben Sie mit "stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" erhalten, Note 2 bei "zur vollsten / stets zur vollen Zufriedenheit, Note 3 bei "zur vollen Zufriedenheit" und eine Note 4 bedeutet "zur Zufriedenheit". Achtung: Viele Arbeitgeber beherrschen den Code nicht oder weigern sich aus grammatikalischen Gründen bestimmte Formulierungen zu verwenden ("vollsten").

Update: Aus der Praxis

Ein zukunftsweisendes Urteil in diesem Zusammenhang sprach das Bundesarbeitsrecht 2014: Im zugrundeliegenden Fall (Az.: 9 AZR 584/13) wollte eine ehemalige Angestellte ein besseres Zeugnis durchsetzen. Sie hatte von ihrem Chef unter dem Strich die Note drei (zu unserer vollen Zufriedenheit) erhalten. Das Urteil der Richter: Auch wenn die meisten Zeugnisse die Note eins oder zwei beinhalten, ist ein Arbeitgeber nicht zu einer besseren Note als einer drei (= zufriedenstellend) verpflichtend. Das Urteil ist insofern zukunftsweisend, als dass es erstens der schleichenden Entwertung von Zeugnissen entgegenwirkt. Zweitens wird dem Arbeitgeber mehr Freiraum eingeräumt, nach dem Motto: Er muss nur dann wohlwollend formulieren, wenn es auch wahr ist.

Anwalt für Arbeitsrecht wegen Zeugnisprüfung befragen

Unser Tipp: Gerade wenn Sie ein schwieriges Verhältnis hatten und sich in der einen oder anderen Formulierung unsicher sind, lassen Sie das erhaltene Arbeitszeugnis von einem ausgewiesenen Experten prüfen. Nur so können Sie sicher sein, dass Ihr Zeugnis entsprechend Ihrer Arbeitsleistung formuliert wurde. Denn: Ein schlechtes Arbeitszeugnis ist genauso schlecht als gar keines vorlegen zu können. Und beides wird sich vermutlich sehr nachteilig für Ihr künftiges Arbeitsleben auswirken. Kontaktieren Sie jetzt unverbindlich einen Anwalt für Arbeitsrecht in Ihrer Nähe.

Letzte Aktualisierung am 2016-03-29

Weiterführende Informationen
Das könnte Sie auch interessieren
In Zeiten einer unsicheren Auftragslage greifen viele Arbeitgeber auf die Möglichkeit zurück, befristete Arbeitsverträge zu vereinbaren. Der Vorteil für Arbeitgeber muss für Arbeitnehmer kein Nachteil sein. Einige Eckpunkte sollten Sie dabei beachten. (vom 11.05.2017) mehr...
Sowohl Arbeitnehmer wie auch Arbeitgeber können einen Arbeitsvertrag durch den Ausspruch einer Kündigung beenden. Die Kündigung des Arbeitsvertrages kann unter Einhaltung der Kündigungsfrist (ordentliche Kündigung) oder, wenn ein wichtiger Grund gegeben ist, auch fristlos (außerordentliche Kündigung) erfolgen. (vom 16.03.2017) mehr...
In vielen Fällen geht es bei arbeitsrechtlichen Streitigkeiten nicht nur um die Arbeitsleistung, sondern im Kern (auch) um persönliche Differenzen. Anwälte für Arbeitsrecht zeigen Erfolgsaussichten und Alternativen auf. Denn jeder Fall erfordert seine eigene Herangehensweise. (vom 14.03.2018) mehr...
Jeder Arbeitsvertrag ist anders. Denn der Gesetzgeber stellt an einen Arbeitsvertrag nur minimale Anforderungen. Oftmals korreliert ein Arbeitsvertrag auch mit den Angaben in Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung - was gilt im Zweifelsfall? (vom 24.03.2016) mehr...
Keine Frage: Eine Krankheit bedeutet meist Schmerzen, Schwierigkeiten oder Bangen um die Gesundheit - oder alles zusammen. Und wenn man nicht arbeiten kann, darf man auch zu Hause bleiben - wenn man tatsächlich arbeitsunfähig ist. (vom 24.05.2017) mehr...
Wer Opfer einer Mobbingattacke wird, steht den Attacken meist lange ahnungslos gegenüber. Sind Arbeitgeber nicht daran beteiligt, sind diese meist hilflose Zuschauer. Mobbing ist an sich (noch) nicht strafbar. Was kann man Mobbingangriffen dann entgegensetzen? (vom 15.02.2017) mehr...
Für Arbeitszeugnisse hat sich eine Art Spezialsprache entwickelt, die hinter dem gesetzlich geforderten Klartext eine weitere Bedeutungsebene einzieht. Auf dieser Ebene werden die eigentlich interessanten Qualitäten eines Bewerbers mitgeteilt. (vom 18.08.2016) mehr...
Änderungskündigungen kommen bisweilen, ungeplant, unvermittelt und schnell. Sie können ein gewachsenes Gefüge (z.B. das einer Familie) in seinen Grundfesten erschüttern. Wichtig daher, die Reaktion auf eine Änderungskündigung mit kühlem Kopf und unter Kenntnis der eigenen Möglichkeiten anzugehen. (vom 12.06.2017) mehr...
Grundlage für ein Arbeitsverhältnis ist der Arbeitsvertrag. Darin sollten alle Rechte und Pflichten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgehalten werden. Von Gesetzes wegen gibt es keinen "Standard-Arbeitsvertrag" - Missverständnisse scheinen vorprogrammiert. (vom 24.03.2016) mehr...
Der Bereitschaftsdienst: Viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber stehen ihm eher zwiespältig gegenüber. Bereitschaftsdienst ist körperlich belastend und oftmals schlecht bezahlt. Denn wie kann ein Bereitschaftdienst gegenüber der normalen Arbeitszeit fair vergütet werden? (vom 12.01.2017) mehr...
Expertentipps zu Arbeit & Beruf