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Befristeter Arbeitsvertrag: Was ist rechtens und wann wird daraus ein unbefristeter Vertrag?

Befristetete Arbeitsverträge kommen immer dann zum Einsatz, wenn noch nicht klar ist, ob eine Arbeitsstelle von Dauer sein soll - so die Sicht des Arbeitgebers. Auch der Arbeitnehmer kann Vorteile haben: Denn wer kann sagen, ob der besagte Arbeitsplatz tatsächlich zu ihm passt?

Zeitverträge oder befristete Arbeitsverträge aus Arbeitgebersicht: Der Sachgrund

Für den Arbeitgeber spielen beim befristeten Arbeitsvertrag, auch Zeitvertrag genannt, mehrere Punkte zusammen: Eine unsichere Wirtschaftslage "verbietet" es oftmals, sich mit Arbeitnehmergehältern langfristig finanziell zu binden. Zudem akzeptieren Arbeitnehmer zu Zeiten eines Arbeitgebermarktes viel häufiger die Befristung ihres Arbeitsverhältnisses; d.h. es kommt immer häufiger überhaupt in Betracht. Nicht zuletzt wird das befristete Arbeitsverhältnis oftmals als "verlängerte Probezeit" gesehen, in welcher man Leistung und Einstellung des Arbeitnehmers genauer unter die Lupe nehmen kann und ein noch besseres Bild von ihm bekommt als durch die klassische (da kürzere) Probezeit.

Befristeter Arbeitsvertrag aus Arbeitnehmersicht: Wie oft darf verlängert werden?

Können es sich Arbeitnehmer bei der derzeitigen Wirtschafts- und Arbeitsplatzlage leisten, ein befristetes Arbeitsverhältnis auszuschlagen? Dies ist sicherlich von Branche zu Branche unterschiedlich, dennoch gilt für die meisten Jobsuchenden: Lieber ein befristetes Arbeitsverhältnis eingehen, als aus dem Hamsterrad der Arbeitswelt herauszufallen. Das hat meistens zur Folge, dass mit jedem Monat die Schwierigkeit steigt überhaupt eine neue Arbeitsstelle angeboten zu bekommen oder dass man ein Angebot annehmen muss, das weit unter den eigenen Qualifikationen liegt. Aber: Der Arbeitnehmer kann die Befristung auch mit anderen Augen sehen: Vielleicht führt die Befristung durch viel Engagement zu der gewünschten unbefristeten Stelle? Oder man erhält eine andere, noch passendere Tätigkeit im Unternehmen angeboten? Oder aber man erkennt, dass sich die vielversprechende Position in der Realität anders darstellt und orientiert sich nochmals neu.

Verschiedene Möglichkeiten der Befristung

Bevor man einem befristeten Arbeitsvertrag zustimmt, muss man sich genau darüber informieren, welche Art der Befristung vereinbart werden soll. Es kann sich um eine Befristung ohne sachlichen Grund oder mit Sachgrund handeln. Eine Befristung ohne Sachgrund ist nur bei Neueinstellungen möglich. Sie gilt nur für zwei Jahre und darf innerhalb dieser Zeit höchstens dreimal verlängert werden. Bei einer Befristung mit Sachgrund muss es, so die Bezeichnung, eine schlüssige Begründung geben, warum kein unbefristetes Arbeitsverhältnis angeboten werden kann. Zum Schutz des Arbeitnehmers können meist nur Befristungen mit sachlichem Grund vereinbart werden; jedoch: Ausnahmen bestätigen die Regel. Ob befristete Arbeitsverträge künftig wirklich zum "Usus" werden, werden die weiteren Entwicklungen in Wirtschaft und am Arbeitsmarkt zeigen müssen bzw. welche rechtliche Antwort die Politik darauf gibt.

Häufige Fehler beim befristeten Arbeitsvertrag: Was tun?

Aus befristeten Arbeitsverträgen werden häufig "automatisch" unbefristete - im Fachjargon nennt sich das Entfristung - wenn zum Beispiel:
  • Arbeitsbedingungen verändert werden, etwa ein anderer Arbeitslohn, eine neue Tätigkeit oder eine Auf- oder Abstockung der Stundenzahl. Das ist keine Verlängerung der bestehenden Befristung, sondern ein neuer Arbeitsvertrag
  • die neue Befristung erst nach Ablauf der vorherigen Befristung vereinbart wird. Dann liegt eine Befristung auf unbestimmte Zeit und somit ein unbefristeter Vertrag vor
  • ein befristeter Arbeitsvertrag mehr als drei Mal innerhalb von zwei Jahren verlängert wird.

Welche Vorteile eine Entfristungsklage hat

Ein Anwalt für Arbeitsrecht hilft bei der Feststellung, ob der Arbeitgeber tatsächlich eine Entfristung vorgenommen hat. Dann kann der Arbeitnehmer auf Entfristung klagen. Diese muss spätestens drei Wochen vor Ende des befristeten Arbeitsverhältnisses beim Arbeitsgericht eingereicht sein. Ziel für den Arbeitnehmer ist die Entfristung. Oftmals einigen die Parteien auf einen Vergleich, der regelmäßig mit einer Abfindung einhergeht. Die Kosten für die Enfristungsklage sind von jeder Partei selbst zu tragen.

Letzte Aktualisierung am 2017-05-11

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