Logo anwaltssuche.de

Anwalt Bereitschaftsdienst

Hinweis: Wir haben Ihre Suche nach Bereitschaftsdienst der Kategorie Anwalt Arbeitsrecht zugeordnet.

Bereitschaftsdienst: Wie kann er fair vergütet werden?

Einsatzbereiche

Was wäre, wenn es keine Polizisten, Feuerwehrleute, Ärzte, Webmaster großer Unternehmen, Mitarbeiter bei Energieversorgern, Sicherheitsfirmen, bei psychologischen Beratungsstellen, bei Vergiftungszentralen, Bestattungsunternehmen, bei Wetterdiensten, Zeitdiensten oder bei der Eisenbahn gäbe, die regelmäßig nachts, am Wochenende und an Feiertagen Bereitschaft "schieben" würden? Bereitschaftsdienste sind in sehr viel mehr Bereichen von Nöten, als uns gemeinhin bewusst ist. Bereitschaftsdienste machen unser tägliches Leben stabiler, sicherer und angenehmer oder bieten schnelle Hilfe bei gesundheitlichen oder psychischen Problemen. Dazu bedarf es Menschen, die bereit sind, dann zur Verfügung zu stehen, wenn alle anderen frei haben, feiern oder schlafen. "Bereitschaft" bedeutet in vielen Fällen, sich bereit zu halten, nicht pausenlos zu arbeiten. Und darin liegt auch das Problem: Wie soll ein Bereitschaftsdienst fair vergütet werden?

Inhalt von Bereitschaftsdiensten

Menschen in Bereitschaft müssen meistens nicht an ihrem Arbeitsplatz sitzen, sich jedoch in unmittelbarer Nähe davon aufhalten, um bei Bedarf schnell handeln zu können. Je nach Art des Dienstes sind Ort und Nebentätigkeiten explizit im Arbeitsvertrag dokumentiert. Grundsätzlich ist alles erlaubt, was schnell "abgebrochen" werden kann; man darf also fernsehen, schlafen, kochen, lesen, telefonieren o.ä. Meistens ist es erforderlich, technische Geräte (PC, Telefone, ggf. Bildschirme usw.) in regelmäßigen Abständen auf deren Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Alles andere muss im Einzelfall geregelt sein. Beispielsweise können Rundgänge im Gebäude oder eine Überprüfung sonstiger Gerätschaften (Einsatzfahrzeuge) erforderlich sein.

Der Knackpunkt: Wie kann Bereitschaftsdienst fair vergütet werden?

Das Problem beim Bereitschaftsdienst ist im Wesentlichen, wie die Zeit des Wartens gegenüber der "normalen" Arbeitszeit zu werten (=zu vergüten) ist. Ein leistungsbezogenes Gehalt ist nur schwer möglich. Denn der Bereitschaftsdienst ist vom Ansatz her eine zunächst passive Tätigkeit - bis etwas passiert. Im öffentlich-rechtlichen Bereich gilt es die Frage zu beantworten, wie die Bereitschaftszeit bei der Berechnung von Höchstarbeitszeiten oder Ruhezeiten zu werten ist. Im privatwirtschaftlichen Bereich tauchen meistens Fragen auf, wann ein Arbeitnehmer überhaupt verpflichtet ist, Bereitschaftsdienst zu leisten, wie dieser an sich vergütet wird und wie man diese Zeit auf die wöchentliche Arbeitszeit anrechnen soll.

Update 2016: Mindestlohn gilt auch für Bereitschaftszeiten!

Eine bahnbrechende Entscheidung hat das Bundesarbeitsgericht im Jahr 2016 getroffen: Demnach gilt der Mindestlohn auch für die Zeiten, in der Bereitschaft geleistet wird. Bedingung: Der oder die Mitarbeiter müssen sich dort aufhalten, wo es der Chef bestimmt. Das wird in der Regel das Unternehmen und selten die eigenen vier Wände sein (Aktenzeichen 5 AZR 716/15).

Fehler während der Bereitschaft? Hilfe beim Anwalt

Und was passiert im Übrigen, wenn während des Bereitschaftdienstes so viel los war, dass durch Überforderung oder Übermüdung Fehler passiert sind? Wenn Sie Fragen zum Bereitschaftsdienst haben, kontaktieren Sie am besten gleich unverbindlich einen Anwalt für Arbeitsrecht.

Letzte Aktualisierung am 2017-01-12

Das könnte Sie auch interessieren
Das Mindestlohngesetz sorgt dafür, dass Arbeitnehmer in den am schlechtesten bezahlten Jobs endlich einen halbwegs vernünftigen Lohn für ihre Arbeit bekommen. Es legt eine gesetzliche Untergrenze für Arbeitsentgelte fest, die nicht unterschritten werden darf. (vom 09.08.2017) mehr...
Wer Opfer einer Mobbingattacke wird, steht den Attacken meist lange ahnungslos gegenüber. Sind Arbeitgeber nicht daran beteiligt, sind diese meist hilflose Zuschauer. Mobbing ist an sich (noch) nicht strafbar. Was kann man Mobbingangriffen dann entgegensetzen? (vom 15.02.2017) mehr...
Arbeitnehmer haben die Pflicht, vereinbarte Arbeitsleistungen zu erfüllen. Dazu benötigen sie einen entsprechend ausgestatteten Arbeitsplatz. Die rechtlichen Fragen, die dieser aufwirft, sind viel komplizierter als die korrekte Einstellung der Schreibtisch-Höhe. (vom 23.03.2016) mehr...
Um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, benötigen Arbeitnehmer ein gutes Zeugnis. Dabei müssen sie besonders darauf achten, dass sie die geheime Notenformel richtig entschlüsseln. Das Brisante: Diese Formel ist vielen Arbeitgebern gar nicht bekannt. (vom 29.03.2016) mehr...
Am Arbeitsplatz stellt sich oft die Frage, ob und in welchem Umfang Arbeitnehmer ihr Handy für private Zwecke nutzen dürfen. Ist es okay, wenn es alle Arbeitnehmer machen? Und wann und wie kann der Arbeitgeber dem Wischen und Klicken Einhalt gebieten? (vom 11.05.2016) mehr...
Von Vergewaltigung spricht man dann, wenn eine Person gegen ihren Willen oder durch Ausnutzen einer hilflosen Lage zum Geschlechtsverkehr gezwungen wird. Eine Vergewaltigung ist ein schlimmes Vergehen. Trotzdem kommen Falschbezichtigungen häufiger vor als viele vermuten. (vom 26.10.2016) mehr...
Grundlage für ein Arbeitsverhältnis ist der Arbeitsvertrag. Darin sollten alle Rechte und Pflichten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgehalten werden. Von Gesetzes wegen gibt es keinen "Standard-Arbeitsvertrag" - Missverständnisse scheinen vorprogrammiert. (vom 24.03.2016) mehr...
Das Wettbewerbsrecht stellt verbindliche Regeln auf, wie sich Teilnehmer im Wettbewerb zu verhalten haben. Dass alle in diesem Spiel die gleichen Chancen haben, ist das eine wichtige Ziel des Wettbewerbsrechts. Ein anderes Ziel ist es, Verbraucher vor unlauteren Mitteln der Wettbewerber zu schützen und die Grundlagen für einen insgesamt fairen Wettbewerb zu schaffen. (vom 29.05.2015) mehr...
Teilzeitmodelle sind gefragt; vielen Arbeitnehmern sind andere Aktivitäten neben dem Berufsleben zunehmend wichtig. Zwar besteht in Deutschland ein Rechtsanspruch auf eine Teilzeitstelle, der Arbeitgeber muss dem Teilzeitantrag eines Mitarbeiters aber nicht immer zustimmen. (vom 25.08.2016) mehr...
In vielen Betrieben müssen teure Maschinen und Produktionslinien optimal ausgelastet werden, um ökonomisch zu produzieren. Auch zahlreiche Dienstleister und Behörden kommen ohne Wechselschichten nicht aus. Für den Schichtarbeiter bergen wechselnde Arbeitszeiten hohe gesundheitliche Risiken. (vom 12.06.2017) mehr...
Expertentipps zu Bereitschaftsdienst
Kategorie: Anwalt Verwaltungsrecht 30.11.2016 (457 mal gelesen)

Leistet ein Beamter im Bereitschaftsdienst Mehrarbeit, so muss diese im Verhältnis eins zu eins durch Freizeit ausgeglichen werden. Dies entschied aktuell das Bundesverwaltungsgericht.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.15625 / 5 (32 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht GKS Rechtsanwälte 02.01.2017 (320 mal gelesen)

Seit 2015 müssen die Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern einen Mindestlohn von 8,50 € zahlen. Viele Neuerungen, die damals eingeführt wurden, bleiben auch im Jahr 2017 unverändert. Allerdings ist insbesondere bei Minijobbern Vorsicht geboten:

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.076923076923077 / 5 (26 Bewertungen)
Sportübertragungen: Was ist am Arbeitsplatz erlaubt? © mko - topopt
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht 18.09.2017 (519 mal gelesen)

Ob Fußballspiele, Olympia oder die Tennis-WM: Viele sportbegeisterte Arbeitnehmer sind bei Sportübertragungen im Fernsehen, am Radio oder per Internet-Stream gerne live dabei. Doch ist das am Arbeitsplatz erlaubt? Oder kann der Chef in diesen Fällen sogar den Arbeitnehmer abmahnen und kündigen?

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.057142857142857 / 5 (35 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht 11.07.2016 (243 mal gelesen)

Das Bundesarbeitsgericht hat in einer aktuellen Entscheidung klar gestellt, dass der gesetzliche Mindestlohn nicht nur für geleistete Arbeitsstunden, sondern auch für Bereitschaftszeiten vom Arbeitgeber gezahlt werden muss.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.0 / 5 (17 Bewertungen)
Rechtstipps zum Thema Überstunden © iko - Fotolia
Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht 25.01.2017 (643 mal gelesen)

Einer aktuellen Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IBA) zur Folge wurden in Deutschland im vergangenen Jahr rund eine Milliarde unbezahlter Überstunden geleistet. Das zeigt, in vielen Unternehmen sind Überstunden keine Ausnahme, sondern die Regel im Berufsalltag. Doch müssen Arbeitnehmer überhaupt Überstunden leisten? Und sind Überstunden zu entschädigen?

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.972972972972973 / 5 (37 Bewertungen)
Weitere Expertentipps für Arbeit & Beruf