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Besuchsrecht: Wie oft darf der Ex-Partner die Kinder sehen?

Letzte Aktualisierung am 26.04.2016 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Ob sie wollen oder nicht: Bei einer Scheidung müssen die Eltern viele Entscheidungen treffen. Meistens können sie die anstehenden Themen gar nicht mehr sachlich diskutieren, da die Stimmung viel zu aufgeheizt ist. Gerade beim Thema "Besuchsrecht" ist es wichtig, seine Rechte und Pflichten zu kennen, damit die Kinder nicht zum Spielball ihrer Eltern werden.

Was bedeutet Besuchsrecht?

Das Besuchsrecht heißt ganz einfach: Der Ex-Partner, bei dem die Kinder nicht wohnen, darf diese regelmäßig sehen. Damit soll der Kontakt zwischen diesem Elternteil und den Kindern erhalten bleiben, eine Entfremdung verhindert werden. Übergeordnet spricht man übrigens von Umgangsrecht. Hierunter fallen alle Kontakte zwischen Eltern und Kinder, persönlicher, telefonischer und schriftlicher Natur.

Wie viele Besuche sind angemessen?

Nach Auseinandersetzungen in Bezug auf den Unterhalt ist die konkrete Gestaltung der Besuche wohl das zweithäufigste Thema über das die Ex-Partner regelmäßig streiten. Generell hängen Dauer und Häufigkeit der Besuche vom Alter des Kindes und von der Beziehung zwischen Elternteil und Kind ab. Gestalten die Eltern die Besuchszeiten bei Kleinkindern mehr oder weniger alleine, dürfen und sollen ältere Kinder mitbestimmen. In den häufigsten Fällen einigen sich die Eltern auf ein Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende für eben dieses Wochenende. In vielen Fällen kann dies jedoch nicht angewendet werden, zum Beispiel dann, wenn ein Elternteil zeitweise am Wochenende arbeiten muss oder ein Ex-Partner weiter weg zieht. Der Gesetzgeber hält die Eltern hierbei an, eine dauerhaft funktionierende Lösung zu finden.

Wer bezahlt während der Besuche?

Haben Sie für das Wochenende die Kinder - die nicht bei Ihnen wohnen und für die Sie Unterhalt zahlen - müssen Sie für alle entstehenden Kosten alleine aufkommen. Zumindest betrifft dies die Kosten für Essen und für gemeinsame Unternehmungen. Schon hier gibt es häufig Streitigkeiten: Zum Beispiel müssen Sie Ihrem Kind keine neuen Kleider kaufen. Diese sind ja durch die Unterhaltszahlungen bereits abgedeckt. Werden Sie hier unterschwellig immer wieder in unangenehme Situationen gebracht ("Mama hat gesagt, Du sollst mir auch mal einen Pulli kaufen"), sollten Sie mit Ihrem Ex-Partner diesbezüglich unbedingt Kontakt aufnehmen - am besten über einen "neutralen Dritten", über einen Rechtsanwalt. Denn unter solchen Unklarheiten leiden hauptsächlich die Kinder.

Wie verhält man sich bei Streitigkeiten?

Nicht selten wird das Besuchsrecht dazu benutzt, es dem Ex-Partner nachträglich heimzuzahlen. Sei es, dass Besuchstermine immer wieder kurzfristig abgesagt werden oder mit Hinweis auf den stressigen Beruf über einen längeren Zeitraum gar nicht erst zustande kommen. Eines ist klar: Alle Eventualitäten werden Sie hier nicht regeln können. Aber: Sollten Sie den Verdacht haben, Sie werden bezüglich des Besuchsrechts unfair behandelt, müssen Sie sich wehren - schon allein zum Wohl Ihrer Kinder. Denn was nach einem Streit unter den Ex-Partner aussieht, geht immer zu Lasten der Kinder.

Kosten für einen Anwalt

Nur ein erfahrener Anwalt für Familienrecht wird Ihnen helfen können, eine für Ihre Situation möglichst lückenlose Vereinbarung durchzusetzen, um diese energie- und zeitraubenden Streits möglichst im Keim zu ersticken. Übrigens: Können Sie sich keinen eigenen Anwalt leisten, lassen Sie prüfen, inwieweit Sie die Voraussetzungen dafür erfüllen, dass Ihnen ein Anwalt kostenlos gestellt wird (Verfahrenskostenhilfe nach § 78 Absatz 2 FamFG). Besprechen Sie Ihren Fall und Ihre Möglichkeiten bei der Kontaktaufnahme mit einen Anwalt in Ihrer Nähe.


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