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Carport: Zuhause für Ihren Wagen rechtssicher?

Letzte Aktualisierung am 04.10.2016 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Carport - das ist die beliebte Schnellgarage für den wertvollen Flitzer, die ruckzuck errichtet ist und nicht die Welt kostet. Man kann z.B. zur zukünftigen Lackschonung prima einen bereits vorhandenen Stellplatz überdachen, kann sich künftig im Winter das Eiskratzen sparen oder kann beim Aufbau selbst Zimmermann spielen, sofern etwas Begabung vorhanden ist. Und man kann, so ist oft zu lesen, einen Carport überall ohne Baugenehmigung hinsetzen. Doch Obacht - das ist ein Gerücht. Es kommt Sie unter Umständen teuer zu stehen, wenn Sie darauf reinfallen. Und es kann Ärger einbringen - neben Ärger mit dem Bauamt auch Nachbarstreitigkeiten. Deshalb also besser Vorsicht walten lassen.

Es gibt sehr unterschiedliche Vorschriften für Carports - gehen Sie daher zunächst zum Bauamt

Fakt ist: Nur absolute Fachleute können genau wissen, was an einem bestimmten Ort in Deutschland in welcher Form gebaut werden darf. Die Baugesetze sind stark an regionalen und sogar kommunalen Gegebenheiten ausgerichtet. Je nach Bundesland, Landesbauordnung und Baubehörde sind sie verschieden. Man muss also sowohl das Landesrecht als auch das Recht der Städte und Kommunen einhalten. Ein Carport, der in einer bestimmten bayerischen Gemeinde genehmigungspflichtig ist, kann ein paar Kilometer weiter in einem anderen Bundesland möglichweise ohne Genehmigung errichtet werden. Regel No. 1 ist daher: Verlassen Sie sich niemals auf Gerüchte. Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie entsprechende Informationen beim zuständigen Bauamt ein. Planen Sie erst dann Ihr Carport-Bauvorhaben.

Das Antragsverfahren ist oft nur eine Formalität

In einigen Bundesländern - darunter Bayern - geht ohne Baugenehmigung gar nichts in Sachen Carport. Alles, was Sie im Außenbereich an Nebengebäuden errichten, bedarf in der Regel einer behördlichen Genehmigung. Das hat auch sein Gutes: Die Behörden wollen gesichert wissen, dass bestehende Vorschriften bezüglich Umweltschutz, Erscheinungsbild, Denkmal- und Bautenschutz beachtet werden. Allerdings ist in vielen Bundesländern, die eine Genehmigung voraussetzen, das Antragsverfahren an sich kein Problem sondern eine etwas umfänglichere Formalität. Wenn Sie die bestehenden Auflagen einhalten, können Sie in der bald mit dem Bau Ihres Carports beginnen.

Grundfläche bzw. Höhe können entscheidend sein

Andere Bundesländer (so z.B. Sachsen und Mecklenburg Vorpommern) machen die Genehmigungspflicht vom Einhalten einer gewissen Carport-Größe (meist in Quadratmeter Grundfläche gemessen) abhängig. Auch die Höhe für genehmigungsfreie Carports kann eingeschränkt sein. Vorsicht also, wenn Sie den Carport etwas größer planen (z.B. für ein Wohnmobil). Bei allen baurechtlichen Unterschieden innerhalb Deutschlands sind sich die Behörden nämlich in einer Sache einig: Errichten Sie einen Carport ohne Genehmigung, obwohl es einer bedurft hätte, müssen Sie ihn mit ziemlicher Sicherheit wieder abbauen.

Die Regeln für die Grenzbebauung beachten

Selbstverständlich sind beim Errichten eines Carports auch die (ebenfalls lokal unterschiedlichen) Vorschriften zum Grenzabstand und zum Bauen auf Abstandsflächen ("Grenzbebauung") zu wahren. Näheres legt der örtliche Bebauungsplan fest. Neben manchen festen Vorgaben für Grenzbebauungen ist vielerorts eine schriftliche Genehmigung des Grundstücksnachbarn anzuraten bzw. erforderlich. Ebenfalls problematisch: An den im letzten Jahr gebauten Carport möchten Sie jetzt zusätzlich einen kleinen Abstellraum für Werkzeug, Reifen, Rasenmäher usw. anbauen: Je nach Bebauungsplan kann dieses Vorhaben möglicherweise a) genehmigungspflichtig sein oder b) den Rahmen einer bereits bestehenden Genehmigung sprengen. Auch hier gilt also: Holen Sie Informationen ein, bevor Sie Tatsachen schaffen.

Stellen Sie sich gut mit Ihrem Nachbarn

Werden Sie nicht nur beim Bauamt vorstellig - schließen Sie sich auch mit Ihrem Nachbarn kurz, wenn Sie einen Carport errichten möchten. Tun sie’s auch dann, wenn Sie keine Baugenehmigung bräuchten bzw. keine Grenzbebauung planen. Rücksicht gehört zum guten Ton bzw. kann Streitigkeiten vermeiden (helfen). Tun Sie das nicht, wird er (möglichweise) mit Argusaugen beobachten, ob Sie nicht eventuell doch gegen eine Vorschrift verstoßen. Wenn Sie einen Carport bauen möchten (oder Ihren bestehenden verteidigen müssen) ist der passende Fachmann Ihres Vertrauens ein Anwalt für Baurecht. Er kennt die örtlichen Gegebenheiten und mit ihnen die einschlägigen Vorschriften. Bei uns finden Sie einen kundigen Anwalt für Baurecht - per einfachem Klick!