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Digitales Testament - Erben und Vererben im digitalen Zeitalter

Warum sollte der digitale Nachlass zugänglich gemacht werden?

Im digitalen Zeitalter findet ein großer Teil des wirtschaftlichen und sozialen Lebens im Internet statt. 80 Prozent aller Menschen sind im World Wide Web aktiv, besitzen Mail-Accounts, Konten bei sozialen Netzwerken, sind PayPal-Kunden, betreiben Online-Banking, beziehen Abos, bloggen auf öffentlichen Plattformen, bestellen bei Online Shops, sind Eigentümer und Nutzer unendlicher Mengen an Passwörtern. Wenn ein Mensch stirbt, vererbt er nicht nur Geld und Gut; sein Eigentum wie auch seine Rechte und Pflichten gehen im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf seine Erben über - in vollem Umfang. Den Erben hinterlässt er nicht nur sein materielles sondern auch sein digitales Erbe, mit unkalkulierbaren Folgen. Ohne entsprechende Dokumentation seiner digitalen Aktivitäten lässt der Erblasser seine Erben nämlich im Wald stehen. Bereits der Haupteingang ist meist hermetisch verschlossen: Keiner kennt das Passwort für den persönlichen Rechner des Verblichenen, der wesentliche Erkenntnisse über seine digitalen Aktivitäten liefern könnte. Vererbende, die hier nicht vorsorgen, tun ihren Erben wahrlich keinen Gefallen.

Was geschieht mit den Internet-Verträgen des Erblassers?

Um sein Erbe anzutreten, muss sich ein Erbe legitimieren. In der Regel genügen dazu Sterbeurkunde und Erbschein. Zum Erbe gehören auch Verträge, die der Verblichene abgeschlossen hat - auch die Verträge aus der digitalen Welt. Viele AGB von Internet-Anbietern sehen nicht vor, dass die Verträge, die sie mit einem Nutzer (oder einem Kunden) abgeschlossen haben, im Falle seines Todes an die Erben übergehen. Andere Verträge erlöschen, wenn der Kunde stirbt. Unter Umständen haben dann die Erben keinen Zugriff mehr auf Cloud-Dateien, Fotosammlungen, persönliche Musik-Compilations, usw. Manche AGB sehen vor, dass selbst bestehende Restguthaben einfach erlöschen. Viele bieten Erben grundsätzlich keinen Zugriff auf bestehende digitale Daten. Wenn der Tod des Kontoinhabers bekannt gemacht wird, löschen sie den Account.

Digitales Testament: Woran sollten Vererbende denken?

Wer vererbt, sollte nicht nur sein materielles sondern auch sein digitales Erbe sauber und aufgeräumt hinterlassen. Der beste Weg: Mit dem schriftlichen Testament (das leider immer noch zu wenige Menschen verfassen) sollte man ein digitales Testament hinterlassen, das digitale Aktivitäten umfassend dokumentiert, und auf das die Erben unmittelbaren Zugriff haben. Daran sollten Vererbende vor allem denken:
  • Eine lückenlose Auflistung der aktuellen Passwörter und Nutzernamen.
  • Eine Auflistung der Mail-Konten ist unumgänglich. Grund: Zahlreiche Betreiber von Internet-Plattformen arbeiten papierlos. Die gesamte kaufmännische Korrespondenz, also Änderungen, Bestätigungen, Rechnungen usw., werden per Mail an den Kunden verschickt. Nur über den E-Mail-Verkehr lassen sich die Aktivitäten des Verstorbenen genau nachvollziehen.
  • Für die Erben ist es einfacher, wenn kostenpflichtige Dienste separat gelistet werden. Damit sind eventuell bestehende Vertragsverpflichtungen sofort offensichtlich.
  • Es sollte darüber verfügt werden, was mit vorhandenen Websites und Webhosting-Verträgen geschehen soll.
  • Verfügen Sie als Erblasser nicht nur darüber, was mit den materiellen Werten geschieht, die Sie hinterlassen. Bestimmen Sie auch, was mit ihren Daten geschehen soll.
Auch wichtig für Vererbende: Es gibt Daten und Informationen auf dem persönlichen Rechner, die für die Augen weniger Personen oder aber für niemandes Augen bestimmt sind. Auch darüber sollte der Erblasser entscheiden.

Was müssen die Erben wissen?

Wenn kein digitales Testament vorhanden ist, das entsprechende Informationen enthält, der Rechner des Verstorbenen aber zugänglich ist, sollte man zunächst nach Versicherungs- und Kreditverträgen suchen, sich durch entsprechende Nachweise Zugang zu den Bankkonten verschaffen, und einen Überblick über kostenpflichtige Mitgliedschaften und bestehende Vertragsverpflichtungen gewinnen. Ebenfalls zu klären ist, ob Guthaben auf Internetkonten / bei Bezahldiensten vorhanden sind und ob der Erblasser digitales / virtuelles Geld besitzt (z.B. "Bitcoins"). In vielen Fällen (und ohne digitales Testament) scheitern Erben bereits am Haupttor: Der Zugriff auf den Computer des Verstorbenen gelingt nicht. Hier kann man sich an spezialisierte Unternehmen wenden (meist werden Erbschein und Sterbeurkunde verlangt), die den Passwortschutz umgehen können. Die Erben sind dann in der Lage, die Inhalte des Rechners zu analysieren. Unnötige Hürden für die Erben müssen nicht sein. Ein Anwalt für Erbrecht kann Sie umfassend beraten, wenn es um Ihre digitale Hinterlassenschaft geht. So können Sie sicher sein, dass alle Formalien eingehalten werden und auch Ihr digitales Erbe rechtssicher ist. Bei uns finden Sie jetzt gleich unverbindlich einen Anwalt für Erbrecht in Ihrer Nähe!

Letzte Aktualisierung am 2017-10-23

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