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Erbauseinandersetzung: Die wichtigsten Rechtstipps im Überblick

Letzte Aktualisierung am 2016-06-02 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Nach dem Tod eines Familienangehörigen kommt es immer wieder zu unangenehmen Erbstreitigkeiten über Kleinigkeiten, die nicht selten eine Familie entzweien kann.

Gibt es ein Testament?

Zunächst gilt es zu prüfen, ob im Erbfall ein Testament vorliegt und ob es inhaltlich und formal rechtmäßig erstellt wurde. Meist gehen daraus mehrere Personen hervor, auf die das Erbe verteilt werden soll. In diesem Fall spricht man von einer Erbengemeinschaft. Das bedeutet, dass keiner der Erben alleine über Gegenstände oder Werte aus dem Nachlass – so nennt man das Erbe – verfügen kann. Soll beispielsweise ein Teil des Nachlasses veräußert werden, müssen alle Erben (Nachlassnehmer) einem Verkauf zustimmen. Alle Erben müssen den Nachlass gemeinsam verwalten, was oft zu Spannungen führt, weil die Nachlassnehmer räumlich zu weit auseinander leben, grundsätzlich andere Vorstellungen und Pläne haben oder es persönliche Differenzen gibt, die nun an die Oberfläche gespült werden.

Auflösung der Erbengemeinschaft

Aus diesem Grund ermöglicht das Erbrecht eine Auflösung der Erbengemeinschaft. Man spricht in diesem Fall auch von einer Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft. Sollte der Erblasser jedoch verfügt haben, dass der Nachlass für einen bestimmten Zeitraum nicht auseinandergesetzt werden darf, um beispielsweise einen Betrieb oder ein Unternehmen zu erhalten, ist diese Regelung nichtig.

Das Nachlassgericht

Können sich Nachlassnehmer nicht einigen, kann das Nachlassgericht eingeschaltet werden. Allerdings kann das Nachlassgericht nur vermittelnd tätig werden. Kann keine Einigung erzielt werden, bleibt nur noch eine zivilgerichtliche Auseinandersetzung. D.h. ein Erbe muss die anderen Erben vor einem Zivilgericht auf Auseinandersetzung verklagen. Schlimmstenfalls kann es dadurch auch zu einer Zwangsversteigerung kommen, die meistens für alle Beteiligten von Nachteil ist.

Abzugsfähigkeit von Erbkosten wiegen selten familiäre Streitigkeiten auf

Alle unmittelbar stehenden Kosten aus dem Erbfall sind abzugsfähig und vermindern die Bemessungsgrundlage für die Erbschaftssteuer. Das heißt im Klartext, dass alle Kosten wie etwa die Bestattungskosten abgesetzt werden können. Unter diese Regelung fallen auch die Kosten für einen Grabstein und die Grabpflege sowie die unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung und Verteilung des Nachlasses entstehenden Aufwendungen, so dass sich der Wert, der der Erbschaftssteuer zugrunde liegt entsprechend verringert. Weitere relevante Kosten, die geltend gemacht werden können, sind Gebühren für Testamentseröffnung, Erteilung des Erbscheins, Gebühren für die Umschreibung im Grundbuch oder Kosten für Gutachter und Sachverständige für Immobilien, Schmuck oder sonstigen Wertgegenständen im Falle von Erbauseinandersetzungen. Ebenfalls abzugsfähig sind Notariats- und Gerichtskosten und Anwaltsaufwendungen, sofern sie für die anwaltliche Beratung und außergerichtliche und gerichtliche Vertretung der Miterben bei der Erbauseinandersetzung anfallen. Grundsätzlich spielt es für die Abziehbarkeit in unmittelbarer Folge einer Erbauseinandersetzung keine Rolle, ob die Erbengemeinschaft auf einer normalen Erbfolge basiert oder der Erblasser mehrere Erben eingesetzt hat oder etwa eine Teilungsanordnung verfügt hat. Entscheidend für das Erbschaftssteuerrecht ist allein, dass die Abziehbarkeit in unmittelbarem Zusammenhang mit der Abwicklung und Regelung des Nachlasses entstanden sind.

Anwaltliche Hilfe

Sollten Sie in eine Erbauseinandersetzung verwickelt sein, nehmen Sie unbedingt die Hilfe eines Anwalts für Erbrecht in Anspruch. Bedenken Sie auch die Folgen, die eine Auseinandersetzung um das Erbe für die Familie oder gegebenenfalls für einen Betrieb haben kann.

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