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Fitnessstudio kündigen: Wann geht das?

Fitnessstudio: Üblich sind Zeitverträge

Fit will jeder sein. Wer sich das nicht ohne Anschubhilfe von außen zutraut, geht gern ins Fitnessstudio oder Sportstudio. Meist kann man dort erst mal schnuppern: Studios bieten ein Probetraining oder eine zeitlich begrenzte Schnuppermitgliedschaft an. Danach geht es um die echte Mitgliedschaft: Man wird per Vertrag Mitglied im Studio. Diese Entscheidung kann einiges an Tragweite haben. Zahlreiche Betreiber von Fitnessstudios betrachten kurzfristige Verträge mit Studionutzern nicht als wirtschaftlich lohnend. In der Regel schließt man daher einen Zeitvertrag ab, oft mit erheblicher Dauer. Wer einen solchen Vertrag mit dem Fitnessstudio wieder kündigen will, kann Probleme bekommen. Rechtsstreitigkeiten sind an der Tagesordnung.

Fitnessstudiovertrag: Laufzeit und Kündigung

Zirka acht Millionen Deutsche haben einen Fitnessstudiovertrag. Wie bei Geschäften in vielen anderen Lebensbereichen auch, ist bei Fitnessstudio-Mitgliedschaften entscheidend, was in diesem Vertrag steht. Hier gibt es unterschiedliche Vertragsgestaltungen mit ebenso unterschiedlichen Regelungen für den Fall einer Kündigung. In jedem Vertrag findet sich eine so genannte "Laufzeitvereinbarung". Hier ist geregelt, wie lange der Vertrag läuft, wie er verlängert wird, wie die Kündigungsfristen sind. Laufzeiten von 12 / 24 Monaten sind der Normalfall. Innerhalb der normalen Laufzeiten kann man nicht ordentlich kündigen (mit Ausnahmen). Wenn nicht ordentlich gekündigt wird, verlängern sich die Verträge in vielen Fällen um die Hälfte der Laufzeit. Fitnessstudio-Verträge stellen in der Regel ein Dauerschuldverhältnis dar. Das Gesetz schreibt für solche Verträge ein Sonderkündigungsrecht vor. Man hat also das Recht, in Ausnahmefällen aus dem Vertrag auszusteigen und muss nicht bis zum Ende der regulären Vertragslaufzeit warten.

Aus welchen Gründen kann man kündigen?

Dauerschuldverhältnisse sind ohne Einhaltung einer Frist verbraucherfreundlich kündbar „aus wichtigem Grund“. Als wichtige Gründe im Falle eines Fitnessstudiovertrages gelten:
  • eine Erkrankung (die es unmöglich macht, das Studio-Angebot weiterhin zu nutzen). Hier ist die Rechtsprechung in Deutschland uneinheitlich. Manche Gerichte sehen bei einer entsprechenden Erkrankung einen „wichtigen“ Grund für eine außerordentliche Kündigung gegeben, andere nicht. Auf jeden Fall führt der erste und richtige Weg für den erkrankten Kündigungswilligen zum Arzt, der ein aussagekräftiges Attest ausstellen muss, das dann der Kündigung beigelegt wird. Nicht alle Studios akzeptieren ein solches Attest. Sie haben das Recht, es gerichtlich überprüfen zu lassen.
  • eine Schwangerschaft. Hier verhält es sich ähnlich wie bei einer Erkrankung. Ob eine Schwangerschaft als wichtiger Grund gelten kann, wird unterschiedlich bewertet. Natürlich kann im Fall eines besonderen Verlaufs einer Schwangerschaft jeglicher Sport kontraindiziert sein. Das würde der behandelnde Arzt in einem solchen Fall jederzeit per Attest bestätigen. Doch hier ist wichtig, was man vereinbart hat. Daher empfiehlt sich spätestens jetzt ein Blick ins Kleingedruckte. Viele Studios oder Fitnessclubs legen in ihren AGB fest, wie es mit der Kündigung für den Fall einer Schwangerschaft aussieht. Wer in seinem Vertrag keine fristlose Kündigung vereinbart hat, ist auf das Wohlwollen des Fitnessstudios angewiesen.
  • ein Umzug. Auch hier gelten Einschränkungen. Im Prinzip ist eine außerordentliche Kündigung in einem solchen Fall möglich. Hat das Studio aber zum Beispiel im neuen Wohnort eine Niederlassung, kann eine Kündigung in aller Regel verweigert werden, ebenso dann, wenn der Weg vom neuen Wohnort zum alten Studio weiterhin zumutbar ist.

Wichtig ist, was im Vertrag steht

Verträge sind einzuhalten; Gerichte wägen im Streitfall daher stets ab, ob eine außerordentliche Kündigung eines bestehenden Vertrages für beide Vertragspartner nach Lage der Dinge zumutbar ist. In zahlreichen Fällen haben Gerichte das Risiko, das zu einer außerordentlichen Kündigung berechtigen würde, in die Verantwortung des Kunden verlagert. Damit wäre eine Sonderkündigung nicht möglich. Umgekehrt hat die Rechtsprechung zahlreiche Vertragsklauseln aus Fitnessstudioverträgen, die eine außerordentliche Kündigung möglichst ausschließen sollen, gekippt. Es lohnt sich also im jedem Fall, bei Ärger mit dem Fitnessstudio einen Rechtsanwalt zu konsultieren. Bei uns finden Sie einen fachlich versierten Anwalt per Klick - ganz in Ihrer Nähe.

Letzte Aktualisierung am 2017-07-24

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