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Freistellung: Mehr Fallstricke als viele glauben

Wann ist eine Freistellung sinnvoll

Wenn das Arbeitsverhältnis zuletzt von Streit und Antipathie geprägt war, ist es für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen schwer vorstellbar, noch die restliche Zeit "auszusitzen", um endlich getrennte Wege gehen zu können. Dann entscheiden sich die Vertragsparteien häufig für die Freistellung. Das heißt: Ein Arbeitnehmer muss ab einem festgelegten Zeitpunkt nicht mehr zur Arbeit kommen, erhält aber weiterhin sein Gehalt.

Was muss der Arbeitgeber beachten?

Viele Arbeitgeber möchten den (gekündigten) Angestellten gerne sofort los haben. Eine Freistellung kann der Chef jedoch normalerweise nicht einseitig vornehmen. Ausnahmen: Im Arbeitsvertrag wurde die Freistellungsmöglichkeit berücksichtigt ( so genannte Freistellungsvorbehalt). Weitere Gründe, die eine einseitige Freistellung rechtfertigen können, sind: Verdacht, dass der Arbeitnehmer eine Straftat begeht; keine Aufträge oder z.B. die Befürchtung, dass es schwere Streitigkeiten mit Kollegen geben könnte. Vorsicht: Arbeitgeber sollten genau abklären lassen, ob eine einseitige Freistellung in ihrem Fall rechtens ist. Denn prinzipiell kann ein Arbeitnehmer auch gegen die Freistellung klagen.

Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers

Meistens sind Arbeitnehmer mit der Freistellung einverstanden. Viele freuen sich auf eine Zeit, in der sie Geld erhalten und dafür nicht arbeiten müssen. Beachten Sie jedoch: Freistellung ist kein Sonderurlaub! Bestimmte Verpflichtungen aus dem Arbeitsvertrag gelten auch jetzt noch, z.B. darf ohne Zustimmung des Chefs keinem Nebenjob nachgegangen werden - auch wenn man die Zeit dafür hätte. Zudem kommt es darauf an, ob es sich um eine widerrufliche oder unwiderrufliche Freistellung handelt. Bei einer widerruflichen Freistellung muss der Freigestellte quasi auf Abruf für zumutbare Arbeiten zur Verfügung stehen. Bei einer vereinbarten unwiderruflichen Freistellung endet das Arbeitsverhältnis mit Beginn der Freistellung.

Darauf müssen Sie bei der Freistellung achten

Als Arbeitnehmer müssen Sie Ihre Pflichten vor Beginn der Freistellung genau kennen. Seien Sie vorsichtig. Können Verstöße eine fristlose Kündigung des Arbeitgebers rechtfertigen, kann das einerseits zu einem Gehaltsausfall führen, andererseits kann dies auch nachhaltige Auswirkungen auf Ihr künftiges Berufsleben haben. Zum Beispiel benötigen Sie für eine neue Tätigkeit in der Regel noch ein (gutes) Arbeitszeugnis. Als Arbeitgeber werden Sie den Arbeitnehmer in der Zeit der Freistellung sicher genau prüfen. Schließlich erhält er u.a. noch sein Gehalt und könnte Ihnen durch eine Arbeitsvertragsverletzung auch sonst weitreichend schaden (etwa Weitergabe von Firmeninterna). Beispiel aus der Praxis: Ein Arbeitnehmer wird auch während der widerruflichen Freistellung nur für Arbeitszeit im rechtlichen Sinne bezahlt. Kommt er beispielsweise aufgrund winterlicher Straßenverhältnisse zu spät zur Arbeit, muss er die verlorene Zeit auch während einer Freistellung nacharbeiten. Häufen sich solche Vorfälle und verweigert der Angestellte das Nacharbeiten, hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, darauf mit einer Abmahnung oder Kündigung zu reagieren.

Nur mit einem Experten wirklich auf der sicheren Seite

"Unwissenheit schützt vor Strafe nicht", heißt ein bekanntes Sprichwort. Und da eine Freistellung, zumindest für Arbeitnehmer, nicht die Regel ist, sollte man sich genau über alle möglichen Konsequenzen informieren. Aber auch nicht jeder Arbeitgeber kommt täglich mit der Freistellungsoption in Berührung. Vertrauen Sie in beiden Fällen auf einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht. Nur so können Sie das für Sie bestmögliche Ergebnis erreichen.

Letzte Aktualisierung am 2016-09-26

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