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Fristlose Kündigung: die rote Karte im Arbeitsrecht

Letzte Aktualisierung am 2016-04-12 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Es ist die rote Karte im Arbeitsrecht und meist ist sie anfechtbar: die fristlose Kündigung .

Gründe für eine fristlose Kündigung

Sollte es für einen Arbeitgeber nicht mehr zumutbar sein, den Arbeitnehmer länger zu beschäftigen, darf er fristlos, d.h. mit sofortiger Wirkung, kündigen. Eine fristlose Kündigung hat für den Arbeitnehmer weitreichende berufliche und oftmals auch schmerzliche finanzielle Konsequenzen. Deshalb ist das Einsetzen dieses letzten Mittels mit großen Auflagen verbunden.

Gründe für eine fristlose Kündigung sind z.B.:
  • Straftat während der Arbeitszeit: Hierzu zählen Diebstahl, Betrug, sexuelle Belästigung Arbeitsplatz, üble Beleidigungen und alle sonstigen Verbrechen gemäß Strafgesetzbuch
  • grobe Verstöße gegen arbeitsvertragliche Vereinbarungen: z.B. Verweigerung der zu erbringenden Arbeitsleistung, häufige Unpünktlichkeit, Urlaubsantritt oder -verlängerung ohne Absprache.
Achtung: In bestimmten Fällen muss zunächst eine Abmahnung erfolgen, in anderen ist es juristisch klüger, zunächst eine solche auszusprechen, um auf der sicheren Seite zu sein. Denn allzu oft geht eine fristlose Kündigung durch alle juristischen Instanzen und verpulvert viel Energie, Zeit und Geld durch Einspruch, Prüfung, neue Verhandlung, neuerlicher Einspruch... mit ungewissem Ausgang.

Arbeitgeber ist in der Beweispflicht

Ob die angegebenen Gründe für eine fristlose Kündigung reichen, dafür ist der Einzelfall entscheidend. Generell gilt: Der Arbeitgeber muss die Gründe nicht nur angeben, sondern vor dem Arbeitsgericht auch beweisen können.

Auch Arbeitnehmer kann fristlos kündigen

Als Arbeitnehmer sind Sie Vertragspartner. Missachtet Ihr Chef seine Pflichten, können auch Sie ihm fristlos kündigen. In vielen Fällen müssen auch Sie als Arbeitnehmer eine Abmahnung vorausschicken. Klassisches Beispiel: Sie erhalten Ihr Gehalt gekürzt oder viel zu spät. Das ist zwar eine Vertragsverletzung, rechtfertigt jedoch nicht sofort eine fristlose Kündigung. Sollten die Gehaltszahlungen trotz Abmahnung wiederholt falsch sein, zu spät überwiesen werden oder gar ausbleiben, dürfen Sie fristlos kündigen. Anders liegt der Fall selbstverständlich bei schlimmen Straftaten wie Vergewaltigung o.ä.. Doch auch wenn es hart klingt: Egal was Ihnen widerfahren ist, Sie müssen es in jedem Fall beweisen können.

Fristlose Kündigung muss wasserdicht sein

Keiner der Vertragpartner wird eine fristlose Kündigung einfach hinnehmen; d.h. Sie sollten sich beim Aussprechen einer solchen zu hundert Prozent sicher sein. Das Fazit heißt also: Eine fristlose Kündigung setzt in der Regel einen großen juristischen Verwaltungsapparat in Gang. Diesen bedienen zu können, ist äußerst schwierig. Stimmt das Gericht Ihrer Argumentation nicht zu, hat das für Sie in der Regel große finanzielle Folgen. Weitere Auswirkungen wie Rufschädigung, private Krisen, gesundheitliche Probleme in Folge der emotionalen Belastung könnten Ihr gesamtes weiteres Leben negativ beeinflussen. Wenn Sie als Arbeitgeber verlieren, d.h. wenn der vom Arbeitnehmer eingereichten Kündigungsschutzklage stattgegeben wird, müssen Sie mit weiteren Kosten rechnen. Dies betrifft zum Beispiel die Zahlung einer Abfindung, Gehaltszahlungen mit oder ohne Freistellung. Denn den Mitarbeiter nach einer misslungenen fristlosen Kündigung wieder in den Betriebsalltag einbinden, das werden Sie wohl nicht wollen.

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