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GbR - die Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Letzte Aktualisierung am 2015-11-12 / Lesedauer ca. 2 Minuten

Schneller ist keine gegründet

Wer es eilig hat, es unkompliziert mag und kein Stammkapital bzw. Grundkapital (wie bei der GmbH und der AG) aufbringen kann oder möchte, ist mit einer GbR gut dran. Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts gründet sich nämlich nahezu von allein. Beliebt ist sie bei Freiberuflern und Gewerbetreibenden. Und geeignet auch, sofern das Geschäftsvolumen übersichtlich bleibt. Für die GbR-Gründung braucht es wenig: mindestens zwei Personen (die Gesellschafter) und einen Vertrag (den Gesellschaftsvertrag). Der kann schriftlich oder auch mündlich geschlossen werden und darf formlos sein. Im Vertrag sollte stehen, dass die Gesellschafter der GbR ein gemeinsames wirtschaftliches Ziel verfolgen. Besondere formale Anforderungen gibt es nicht. Im Vergleich zu anderen Gesellschaftsformen grund-einfach.

Volle Haftung für die GbR

Und doch gibt es Einschränkungen, die den Gründern bekannt sein müssen:
  • Als Personengesellschaft kennt die GbR keine Haftungsbegrenzung. Die Gesellschafter haften für die Verbindlichkeiten der GbR mit ihrem Privatvermögen - voll und zu gleichen Teilen. Eine andere Haftungsverteilung zwischen den Gesellschaftern kann jedoch vertraglich vereinbart werden.
  • GbRs gelten als Kleingewerbebetriebe und brauchen daher nicht ins Handelsregister eingetragen werden, müssen aber nach den Regeln der Gewerbeordnung handeln. Alle Gesellschafter müssen sich beim Gewerbeamt registrieren.
  • Eine GbR wird so lange als Kleingewerbe betrachtet, bis ihre gewerbliche Tätigkeit "einen bestimmten Umfang erreicht". Der liegt nach gängiger Rechtssprechung (Orientierungskriterien) bei ca. 250.000 EUR / mehr als 5 Beschäftigten usw.

Damit der Freund ein Freund bleibt

Alle Gesellschafter der GbR sind gleichberechtigte Chefs. Sie sind zu allen Entscheidungen berechtigt, tragen Verantwortung und Haftung gemeinsam - im Grunde urdemokratisch. Doch es geht auch flexibel oder nach Neigung und Talent - Entscheidungsbefugnisse und Verantwortlichkeiten der Gesellschafter können jederzeit individualisiert und angepasst werden: Geschäftsführungspflichten, Beschlussfassung, Vertretungsbefugnisse, Haftungsverteilung, (Kontrolle der) Buchführung, Abschluss von Verträgen, Höhe der monatlichen Entnahmen usw. Aber Vorsicht: Individuelle Regelungen sind nur dann etwas wert, wenn sie im Gesellschaftsvertrag festgehalten werden. Wenn das geschieht (das ist dringend anzuraten) können die Gründer auch Freunde bleiben.

Fazit

Eine GbR ist leicht zu gründen, kommt mit geringen Formalitäten aus und ist daher ideal für kleinere Unternehmen im Gewerbe oder in freien Berufen. Aber: Wenn es um die Verantwortlichkeiten, Rechte und Pflichten geht, braucht’s Nägel mit Köpfen. Ein tragfähiger Gesellschaftsvertrag muss her und dazu ein Anwalt, der sich in der Materie auskennt und die Gesellschafter wohlwollend und individuell berät.

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