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Ein Gewerbemietvertrag ist anders

Letzte Aktualisierung am 07.07.2016 / Lesedauer ca. 3 Minuten
Post vom neuen Vermieter: der Entwurf des Mietvertrags für Ihr nettes neues Büro liegt in Ihrem Posteingang. Das wollen Sie schnell noch erledigen, denn der Einzug ist schon für den übernächsten Monat geplant. Aber hoppla: Da lesen Sie: "Mietdauer 15 Jahre, Mietsicherheit 6 Monatsmieten (über Bürgschaft), Nettokaltmiete erhöht sich jährlich zum ersten Januar auf ...". Besonders die Staffelmiete mit ihrer rasanten jährlichen Erhöhung schmeckt Ihnen nicht.

Gewerbemietvertrag: Anders als private Mietverträge!

Bei Gewerbemietverträgen gelten andere Bedingungen als bei Mietverträgen für Wohnraum. Besonders die Mieterschutzvorschriften sehen im Gewerbemietrecht völlig anders aus. Aus diesem Grund ist es weise, einen Fachmann zu Rate zu ziehen, noch bevor man die Unterschrift unter einen Gewerbemietvertrag setzt.

Gewerbemietverträge sind Langläufer

Gewerbemietverträge haben einen anderen Charakter und andere Ziele als Wohnraummietverträge. Zunächst geht der Gesetzgeber davon aus, dass sich hier bei Vertragsabschluss versierte Kaufleute gegenüberstehen, für die wirtschaftliche Sicherheit und Handlungssicherheit wichtig ist. Aus diesem Grund werden Gewerbemietverträge in aller Regel mit langen Laufzeiten abgeschlossen. Nach dem Gewerbemietrecht kann es jedoch schwierig bis unmöglich sein, aus einem solchen Vertrag wieder herauszukommen. Im üblen Fall stehen Sie beim Vermieter mit der Miete bis zum Vertragsablauf in der Kreide. Wenn Sie sich also nicht hundertprozentig sicher sind, dass Ihr Geschäft immer gut läuft (und das über den gesamten Miet-Zeitraum), und dass es an diesem Ort bleiben wird, vereinbaren Sie besser eine kürzere Mietdauer (oder entsprechende Ausstiegsklauseln) - auch wenn das vorliegende Angebot noch so verlockend klingt.

Beendigung von Gewerbemietverträgen - und deren Grenzen

Jeder Vertrag beinhaltet grundsätzlich Ausstiegsmöglichkeiten. Auch bei Gewerbemietverträgen ist nichts in Stein gemeißelt. Möchten Sie als Mieter den Gewerbemietvertrag beenden, müssten Sie prüfen, ob eventuell der Gebrauch der Mietsache eingeschränkt ist. Wenn ja, könnten Sie eine Mietminderung ansetzen und nach einer erfolgten Abmahnung vorzeitig aus dem Gewerbemietvertrag herauskommen. Eine fristlose Kündigung ist ebenfalls denkbar, sollte aber genauestens geprüft werden, da im unbegründeten Fall Schadensersatzansprüche bestehen. Als Vermieter können Sie sich sicher sein, dass ein Mieter nicht wegen eines Bagatellschadens kündigen kann. Auch muss Ihnen ausreichend Zeit gegeben werden, den Mangel, die Lärmquelle oder ähnliches zu beheben. Auch ganz wichtig: Die Beanstandung darf beim Abschluss des Mietvertrags nicht vorhersehbar gewesen sein. War also klar, dass die Stadt in der Straße eine Baulücke schließen wird und es deshalb - vorübergehend - zu einer erhöhten Lärmbelästigung kommt, kann der Mieter nichts ausrichten. Vermieten Sie das Erdgeschoss allerdings nachträglich an einen Kneipenwirt mit entsprechendem "Grundrauschen", wird der Mieter sehr wohl Möglichkeiten ergreifen können.

Und die Nebenkosten?

Als ähnlich problembeladen gelten auch die Nebenkosten aus Gewerbemietverträgen. Dem Gewerbemieter dürfen andere (und wesentlich mehr) Nebenkosten übertragen werden als dem Wohnraummieter. Mancher Gewerbemieter erlebt mit der ersten Nebenkostenabrechnung eine böse Überraschung.

Tipp: Nebenkostenabrechnung des Vormieters einsehen

Grundsätzlich können Vermieter von Gewerbeflächen ihre Mieter auch über die in der Betriebskostenverordnung festgelegten, umlagefähigen Nebenkosten hinaus belasten, sofern dies im Gewerbevertrag vereinbart wurde. Darum ist es wichtig, entsprechende Klauseln im Gewerbemietvertrag zu erkennen. Tipp: Wenn über den Vermieter konkrete Informationen zur Höhe der Nebenkosten nicht zu erhalten sind, kann ein Blick in die Nebenkosten-Abrechnungen des Vormieters sehr aufschlussreich sein. Vertrauen Sie auf eine fundierte rechtliche Beratung und wenden Sie sich noch vor dem Abschluss eines Gewerbemietvertrages an einen Anwalt für Mietrecht. Er kann Sie eingehend informieren und den Vertrag, der Ihnen vorliegt, noch vor Ihrer Unterschrift auf Herz und Nieren prüfen. Kontaktieren Sie am besten jetzt gleich unverbindlich einen Rechtsanwalt für Mietrecht in Ihrer Nähe!


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