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Was ist Hehlerei und welche Konsequenzen drohen?

Letzte Aktualisierung am 2016-11-10 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Was Hehlerei ist

Wer Ware an sich nimmt, die geklaut oder illegal ist, um sie zu verkaufen und/oder sich an ihr in einer sonstigen Form zu bereichern, macht sich der Hehlerei strafbar. Eine Verurteilung führt regelmäßig zu Geldstrafen. Aber auch eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren ist möglich. Die "klassische" Hehlerei bezieht sich auf körperliche Dinge, also CDs, Drogen, Getränkeflaschen o.ä, Dinge also, die man anfassen kann. Die Gegenstände können beweglich oder unbeweglich sein. Demzufolge kann auch mit Grundstücken gehehlt werden. Bei der Hehlerei muss eine strafbare Vortat gegeben sein, also Diebstahl, Betrug oder ähnliches. Die Ware die aus einer solchen Straftat stammt, muss auch die Ware sein, die dann weiterverkauft wird. Keine Hehlerei liegt also vor, wenn ein gestohlenes Schmuckstück gegen ein anderes eingetauscht wird, welches dann verkauft wird. Ebenfalls keine Hehlerei (aber trotzdem strafbar) ist das Dealen mit fremden Bankguthaben oder sonstigen wirtschaftlichen Werten. Nicht unter Hehlerei im klassischen Sinne fiel bisher auch das Hehlen mit Daten. Das änderte sich jedoch Ende 2015 mit dem neuen Straftatbestand der Datenhehlerei (§ 202d Datenhehlerei).

Ist der Besitz gestohlener Sachen strafbar?

Um den Straftatbestand der Hehlerei zu erfüllen, muss eine gestohlene Sache (vorübergehend) in den eigenen Besitz gelangen, allerdings dabei den Zweck verfolgen, sich daran zu bereichern. Wer eine gestohlene Sache vorübergehend an sich nimmt, um diese dem rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben, begeht zunächst keine Hehlerei. Auch keine Hehlerei ist, wenn man eine gestohlene Sache vorübergehend an sich nimmt, um etwa eine Kopie, Abschrift oder ähnliches davon anzufertigen.

Wie steht es um den Käufer gestohlener Ware?

Wer weiß oder auch nur ahnt, dass eine Ware gestohlen sein könnte, macht sich dann strafbar, wenn er diese Tatsache billigend in Kauf nimmt. Wer erst nach dem Kauf erfährt, dass die Ware gestohlen worden war, begeht keine Hehlerei. Erwirbt man einen gestohlenen Gegenstand zu einem höheren als den marktüblichen Preis, machen man sich zumindest als Käufer in der Regel nicht strafbar. Übrigens auch keine Hehlerei ist, wer illegale Ware wie etwa Drogen kauft und selbst verwendet, da die Absicht sich zu bereichern fehlt. Strafbar ist der Erwerb und Besitz von illegalen Drogen aber natürlich trotzdem (vgl. BTMG). Auch beim Erwerb und Besitz von illegalen Waffen ist der Fall ähnlich gelagert, hier verstößt man vermutlich gegen das Waffengesetz.

Gibt es einen Mindestwert für Hehlerware?

Grundsätzlich liegt, wenn die entsprechenden Bedingungen erfüllt sind, immer Hehlerei vor, unabhängig vom Sachwert der Hehlerware. Laut Rechtsprechung kann man jedoch von einem Mindestwert ausgehen, der zirka zwischen 25 und 30 Euro liegt.

Der Hehlerei verdächtigt? Was Sie jetzt tun sollten

Wie bei allen Straftatbeständen sollten Sie als Verdächtigter gegenüber den Behörden zunächst möglichst keine Aussagen zur Sache tätigen. Denn jede unglückliche Bemerkung kann im Zweifelsfall später gegen Sie verwendet werden. Und auch für den versiertesten Anwalt ist es im Nachhinein meist unmöglich, solche Aussagen vergessen zu machen. Sagen Sie also nichts zur Sache und wenden Sie sich gleich an einen Anwalt für Strafrecht in Ihrer Nähe. Dieser kann in Ihrem Auftrag Akteneinsicht beantragen. Der Vorteil: Er weiß, wo sich Ihre Akte befindet und kann sich diese auch vorübergehend in die Kanzlei schicken lassen. Sie als Verdächtigter können die Akte normalerweise tatsächlich nur einsehen. Ein Anwalt prüft die Details und kann womöglich erreichen, dass Ihr Fall eingestellt wird und es gar nicht erst zu einer Gerichtsverhandlung kommt. Anwälte für Strafrecht finden Sie gleich hier auf dieser Internetseite.

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