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Personalgespräch

Was sind die Inhalte eines Personalgesprächs?

Personalgespräche finden in der Regel unter vier Augen statt - zwischen dem Vorgesetzten und dem Mitarbeiter. Eigentlich könnten alle Themen des Arbeitsalltags besprochen werden, und in vielen Fällen werden sie das auch. Besteht ein offenes, ungetrübtes Verhältnis zwischen den Beteiligten, stellt ein Personalgespräch kein Problem dar sondern wirkt eher motivierend. Sind dagegen Konflikte zu klären, oder stehen wesentliche Änderungen im Arbeitsverhältnis an, sieht die Sache anders aus. Vorab: Eindeutige gesetzliche Regelungen für Personalgespräche finden sich im deutschen Arbeitsrecht nicht.

Was kann man von einem Personalgespräch erwarten?

Personalgespräche werden in vielen Unternehmen am Jahresende anberaumt. Sie dienen meist der Leistungsevaluierung ("Was hat man gut gemacht, was könnte man noch besser machen"?). Eigentlich kein Beinbruch; trotzdem sehen Mitarbeiter den Gesprächen nicht mit besonderer Vorfreude entgegen. Sie befürchten andere Themen, die weit weniger harmlos sind: Das Unternehmen befindet sich in Turbulenzen, steht eine betriebsbedingte Kündigung an? Geht es um die Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz? Einen Zusatz zum Arbeitsvertrag? Eine neue Aufgabe, die einem vielleicht nicht so schmeckt? Man kann viel spekulieren, müsste es aber nicht. Der Arbeitgeber hat zwar ein Recht auf ein Personalgespräch und darauf, es anzuordnen. Er muss aber einen sachlichen Grund dafür haben. Der sollte bekannt sein, damit der Arbeitnehmer vorab entscheiden kann, wie er sich verhält.

Wann muss der Arbeitnehmer zu einem Personalgespräch erscheinen?

Personalgespräche, bei denen es inhaltlich um die Arbeitsleistung oder das Verhalten im Unternehmen geht, kann der Arbeitnehmer nicht verweigern. Bei anderen Themen sieht es anders aus. Einer Aufforderung zu einem Personalgespräch, bei dem es um eine Änderung des Arbeitsvertrages, die Höhe der Entlohnung oder gar eine Beendigung der Arbeitsverhältnisses geht, muss der Arbeitnehmer nicht Folge leisten. Prinzipiell müssen sich Arbeitnehmer nur auf Gespräche einlassen, die durch das Weisungsrecht / Direktionsrecht des Arbeitgebers gedeckt sind. Man muss also nicht jeden Termin wahrnehmen, rechtmäßig angeordnete Termine aber schon. Wichtig: Wer zu einem rechtmäßig angeordneten Termin ohne passende Entschuldigung nicht erscheint, muss mit Konsequenzen rechnen.

Dürfen Dritte bei einem Personalgespräch anwesend sein?

Wenn Mitarbeiter unsicher sind, was sie im Personalgespräch erwartet, oder wenn sie zu Verstößen gegen das Weisungsrecht oder den Arbeitsvertrag Stellung nehmen sollen, wünschen sie sich Unterstützung. Hier gilt: Der Arbeitnehmer kann die Teilnahme einer betriebsfremden Person (z.B. eines Anwaltes) an einem betriebsinternen Gespräch ablehnen. In Ausnahmefällen ist das jedoch möglich, zum Beispiel dann, wenn der Arbeitgeber sich selbst anwaltlich vertreten lässt ("Waffengleichheit"). Das haben Gerichte in der Vergangenheit entschieden. Ein Betriebsratsmitglied (eigener Wahl) darf beim Personalgespräch anwesend sein, wenn es um Gehalt, Leistungsbeurteilung oder berufliche Zukunft geht. Alle anderen Themen bleiben unter vier Augen zwischen Mitarbeiter und Chef.

Worauf sollten Sie als Arbeitnehmer achten?

Es ist natürlich wünschenswert, dass die Themen des Personalgespräches vorab bekannt sind. Beide Seiten können sich dann angemessen darauf vorbereiten. Wenn Sie (aus welchem Grund auch immer) nicht wissen, was Sie erwartet oder wenn plötzlich ungeplante Themen angesprochen werden: Lassen Sie sich im Gespräch nicht überrumpeln. Unterschreiben Sie nichts, was die vertragliche Grundlage zwischen Ihnen und dem Arbeitgeber verändern würde. Änderungen des Arbeitsvertrages oder Zusätze dazu wollen bedacht werden: Bitten Sie um Bedenkzeit bei derartigen Anliegen. Wenn Sie das Gefühl haben, unter Druck gesetzt zu werden, ist es klüger, die Situation ohne eine Entscheidung zu verlassen und rechtlichen Rat einzuholen. Wenn Sie das Gespräch abbrechen / unterbrechen, riskieren Sie zwar möglicherweise eine Abmahnung. Damit kann man aber im Zweifel noch besser leben als mit der unter Druck abgegebenen Unterschrift unter einen Aufhebungsvertrag.

Was geschieht mit den Inhalten des Personalgesprächs?

Dass protokollierte Inhalte des Personalgespräches in die Personalakte wandern, ist möglich. Die Inhalte der Protokolle sollten zwischen den Parteien abgestimmt werden. Ohnehin darf ein Arbeitnehmer Einsicht in seine Personalakte nehmen und deren Inhalt überprüfen. Es besteht ein gesetzlicher Anspruch darauf, dass er das jederzeit und ohne besonderen Anlass tun kann. Zur Einsichtnahme darf er auch ein Mitglied des Betriebsrates hinzuziehen, einen Anwalt allerdings nicht. Dessen Anwesenheit kann der Arbeitgeber verweigern (wie beim Personalgespräch auch). Um einen Anwalt zu den Inhalten seiner Personalakte zu konsultieren, kann der Arbeitnehmer Kopien davon anfertigen. Lassen Sie sich bei allen arbeitsrechtlichen Fragen, bei denen es um Personalgespräch oder Personalakte geht, von einem Anwalt beraten. Bei uns finden Sie einen direkt in Ihrer Nähe.

Letzte Aktualisierung am 2017-11-21

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